Nachfolgend wollen wir an Hand einiger Beispieleinstellungen auf die Features, Stärken sowie Schwächen des verbauten LCD-Panels eingehen. Dazu wurden ganz unterschiedliche Setups mit verschiedenen Zuspielquellen angeschlossen und getestet. Des Weiteren soll auch nochmal das Android-TV-Betriebssystem beleuchtet werden. Der Einstieg ist etwas knifflig, ist man bei der Menüführung hinter gestiegen, sind alle Unterpunkte einfach aufrufbar. Störend hingegen sind einige Einstellungspunkte die schwer zu finden sind, wie der Werks-Reset der sich in den Android-Untiefen wiederfindet und zusätzlich noch mit einem Passwort versehen ist (1234). Bluetooth kann z. B. nicht mit einem Hotkey gestartet werden, sondern ist ein extra Unterpunkt in der Menüsteuerung. Die vollständige App-Verwaltung steht ebenfalls zur Verfügung, wie auch die Speicherverwaltung sowie die Einrichtungspunkte zusätzlicher Hardware (Tastatur, Maus). Gleiches gilt auch für Google Cast.
Menüstruktur vom Betriebssystem - Android TV 6.0 (Marshmallow)
Für Senderwechsel werden im Schnitt zwischen 2 und 2,5 Sekunden benötigt. Die Startzeit aus dem Tiefschlafmodus haben wir mit 49 Sekunden gemessen, dabei wird das Betriebssystem vollständig hochgefahren. Stellt man im Menü auf „Sofort Einschalten“ um, verkürzt sich die Einschaltzeit auf knapp 6 Sekunden. Beim Verbrauch ergibt sich daraus keinen Unterschied. Auf Grund des weniger stark spiegelnden Panels kann man auch bei Sonneneinstrahlung noch gut das Bild erkennen. Einzig ein Umstand muss berücksichtigt werden, standardmäßig haben beide Geräte einen dynamischen Helligkeitswert hinterlegt, so dass auch die Hintergrundbeleuchtung angepasst wird, was im direkten Zusammenhang mit HDR steht. Wer das nicht mag, kann den Einstellungspunkt deaktivieren und einen sehr guten Helligkeitswert erhalten. Subjektiv empfunden sind die Ausleuchtung und das Bild leuchtintensiv, stark und sehr schön anzusehen. Mit folgenden Einstellungen wurde das Bild bewertet und die Messungen vorgenommen:
| Verwendete Bildeinstellungen Thomson 55UC6406 / 43UC6406 |
|
| Bildmodus | Standard |
| Hintergrundbeleuchtung | 100 |
| Kontrast | 100 |
| Farbton | 50 |
| Schärfe | 50 |
| Schwarzstufe | 50 |
| Weitere Bildoptionen | |
| Dynamische Beleuchtung |
Hoch |
| Farberweiterung | Hoch |
| Dynamischer Kontrast |
Ein |
Unter Berücksichtigung dieser Angaben ist es durchaus möglich, wenn nicht sogar logisch, dass der Verbrauch sich erhöht. Wir haben eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von circa 60 Watt (bei UHD-Wiedergabe) für den 55UC6406 gemessen, bei HDR-Wiedergabe via SES UHD-Demo-Kanal steigt der Verbrauch auf durchschnitt 93 Watt. Was im Vergleich zu anderen Geräten, wie zum Beispiel dem Samsung UE55JU7090 oder dem TechniSat UHD+ 55 SL, immer noch einen guten Verbrauchswert darstellt. Der 43UC6406 brachte es mit den exakt gleichen Settings und bei UHD-Wiedergabe auf einen Verbrauch von durchschnittlich 55 Watt. Bei der Wiedergabe von HDR-Inhalten via SES UHD-Demo-Kanal stieg der Verbrauch auf im Schnitt 72 Watt. Auf der nächsten Seite haben wir nochmal ein kleines Rechenbeispiel für die damit verbundenen Kosten aufgestellt.
Das oft zitierte Ghosting war unsererseits nicht erkennbar, um welchen Panel-Typ es sich genau handelt gibt der Hersteller nicht an. Die Vermutung liegt nahe, dass es sich um ein IPS-Derivat handelt. Gleiches gilt auch für die Bildwiederholrate wo gänzlich die Werte fehlen. Nichtsdestotrotz ist die Blickwinkelstabilität gegeben und das Bild auch in actionreichen Szenen gestochen scharf. Ein leichtes „Nachziehen“ wie es beispielsweise der zuletzt vorgestellte TechniSat UHD+ 55 SL aufzeigt, war bei den beiden Thomson-TVs nicht festzustellen.
Die HD-Wiedergabe als solches ist als gut zu bezeichnen, andere Modelle mit integrierten Upscalern und weiteren Bildoptimierern vermögen aber noch mehr aus der Wiedergabequelle herauszuholen. Sehr gut sind die Ergebnisse bei nativem 4K-UHD-Material. Sehr kontrastreich, farbintensiv und gestochen scharf. Der Astra Demo-Kanal strahlt überdies hinaus schon erstes HDR-Material aus, so dass auch hier ein kurzer Test erfolgen konnte, mit sehr überzeugendem Ergebnis! Den Fußballmodus prüften wir auf zwei Wegen, zum einen als MPEG-2 TS-Video (ein Mitschnitt des Supercup-Finale 2014) sowie per Satellitenübertragung des UHD-Kanals von Sky und Sky+ Pro Receiver. In beiden Fällen lief das Bild angenehm und flüssig. Hier können wir eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen.
Messung der Helligkeit und Weißwert - Links: 43UC6406, Rechts: 55UC6406
Die technische Kontrolle wurde schlussendlich noch mit einem X-Rite i1Display Pro Kolorimeter durchgeführt. Als Ausgangsbasis haben wir uns für das Normlicht-Profil CIE Lichtart D65 entschieden. Die ausgewiesenen Helligkeitswerte vom Hersteller wurden nicht ganz erreicht, dafür kommen aber beide Modelle mit einem guten Weißwert daher. Highlight-Produkte anderer Marken schmeißen dieser Stelle noch mit exponentiell höheren Werten um sich, die aber auch benötigt werden um entsprechende Zertifizierungen zu erhalten (u.a. Dolby Vision, HDR Premium).
Das was die nach unten ausgerichteten kleinen Membranen rausdrücken kann sich durchaus sehen bzw. hören lassen. Von großartigem „Kunststoffgeschrei“ ist man hier weit entfernt und die Stimmlage ist als recht angenehm einzustufen. Das „normale“ TV-Programm lässt sich absolut tadellos damit konsumieren. Steht man auf actiongewaltige Szenen und will diese auch über die Ohren wahrnehmen, muss klar eine Surround-Anlage her. Die Grundleistung der verbauten Lautsprecher ist insgesamt als gut bis sehr gut zu bewerten, so lange man diese mit ihresgleichen gegenüberstellt.
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