Test: ELAC Vela FS 407

ELAC VELA FS 407 newsAuf der High-End diesen Jahres vorgestellt und schon bei uns in den Redaktionsräumen. Die Rede ist von der nagelneuen ELAC Vela-Serie. Wir schauen uns heute aus dieser Serie den Standlautsprecher Vela FS 407 an und haben unsere Eindrücke der neue Serie aus Kiel ausführlich im folgenden Bericht dokumentiert.  Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Mit der Vela-Serie läutet ELAC bei ihrer so beliebten FS-Linie eine neue Ära ein und bringt einen weniger Eckigen, sondern wohl geformten Lautsprecher auf den Markt der neben dem üblichen Stereomarkt auch den Heimkino-Enthusiasten ansprechen soll. Denn die Vela-Serie umfasst neben zwei Stand- und einem Regallautsprecher, auch einen Centerlautsprecher für ein gut abgestimmtes Surround-Setup.

Das komplette Lineup konnten wir uns auf der High-End in München schon genauer anschauen und haben einen ausführlichen Bericht dazu erstellt. 

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Aus diesem Programm der Vela-Serie haben wir uns die 407, die „kleinen“ Standlautsprecher kommen lassen und bevor wir uns diesen genauer widmen, eine kurze Übersicht der technischen Eigenschaften. 

 

ELAC Vela FS 407 - Technische Details

Bezeichnung

 ELAC Vela FS 407

Preis 

  ~ 1990,- EUR Stückpreis 

Hersteller-Homepage

 www.elac.de

Maße

229 x 1000 x 266mm (Breite x Höhe x Tiefe) 

Gewicht

 19,1 Kg Stück

 Daten

Design

 2 1/2-Wege-System (Bassreflex)

Frequenzband

 30 Hz - 50.000 Hz

Impendanz

 4 - 8 Ohm 

Chassis 

 2 x 150mm AS-XR Konus Tiefmitteltöner
 1 x JET5 Hochtöner

Übergangsfrequenz

 450 / 2400 Hz

Nennleistung

 130 Watt


 

Detailansicht ELAC Vela FS 407

Kieler Förde, Ostseekai oder Germaniahafen, all das sind bekannte Stellen in der Hafenstadt Kiel, wo die Traditionsschmiede ELAC ihren Sitz hat. Mit der neuen Namensgebung der Serie möchte man diesem Kontext treu bleiben, denn Vela beschreibt das Sternenbild „Segel des Schiffs“. Aber nicht nur die Verbundenheit zur maritimen Lebenskultur möchte man damit zum Ausdruck bringen, auch die Formgebung der Lautsprecher soll diesen Namen aufgreifen. Wer die ELAC Vela einmal in Natura betrachten konnte, wird uns zustimmen, dass die neue Linie wohl die optisch ansprechendsten Serie aus der Kieler Lautsprechermanufaktur darstellt. Wie angesprochen ist die Formgebung erkennbar an dem Sternenbild „Segel des Schiffs“ angelehnt, verjüngt sich leicht nach hinten und besitzt eine wohlgeformte sowie auch sehr schlanke Silhouette. Für einen Standlautsprecher ist die Vela 407 wirklich sehr grazil konstruiert, die gerade mal 26 Zentimeter in der Tiefe unterstreichen das. 

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Farblich setzt ELAC auf Kontraste aus Schwarz / Grau und Weiss mit polierten Aluminiumkanten. Das ist den Kielern in der Gesamtheit wirklich gelungen, denn der Lautsprecher spiegelt höchste Materialgüte wieder. Die Hochglanz-Lackierung wird von matten dunklen Farbakzenten perfekt ergänzt. Dazu kommen Einfassungen für die einzelnen Schallwandler aus Aluminium, die für eine bessere optische Präsenz polierte Kanten besitzen. Der Sockel mit dem Firmenlogo in matt schwarzer Optik neigt sich im hinteren Bereich leicht und gibt mit der kleinen Aussparung das nach unten abstrahlende Bassreflexrohr frei. Dem Lautsprecherpaar liegen auch hochwertige Spikes inklusive Unterlegplättchen bei. So lassen sich die Vela noch etwas erhabener präsentieren, dient aber hauptsächlich der Entkopplung von harten Böden. In unserem Fall haben wir uns für die Gummifüße entschieden, aufgrund der einfacheren Usability zum Erstellen der Fotos. Der Klangcheck wurde aber mit fest installierten Spikes durchgeführt.

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Würde man mit nur einem Wort für die Form der ELAC 407 beschreiben dürfen, würden wir das Wort „Weiblich“ benutzen. Alle Rundungen, die schlanke und  grazile Formgebung mit dem sich nach hinten verjüngenden Gehäuse und der Sockel, der den Lautsprecher wie aus Stöckelschuhen dastehen lässt, veranlassen uns zu dieser Wortwahl. Eine wirklich gelungene und harmonische Designsprache welche man hier gefunden hat, die definitiv auch den weiblichen Mitbewohner äußerst gut gefallen dürfte. Aber nicht nur das Design ist gelungen, auch die Verarbeitung bewegt sich auf einem hohen Niveau. So besitzt die aufgetragene Lackierung eine schöne Tiefe in ihrem Glanzgrad und wird oben und an den Schallwandler von exzellent gefrästen Aluminiumteilen ergänzt. Zwar wurden alle Bauteile mit sichtbaren Verschraubungen am Gehäuse befestigt, aber der dadurch leicht technische Charakter steht der Vela Standbox sehr gut.  Bei den Schallwandlern setzt ELAC auf „alte“ Bekannte, den JET Hochtöner der fünften Generation und die AS-XR Tiefmitteltöner kenn wir schon aus der FS-400-Serie. Warum auch bewährte Technik nicht mal in ein neues Umfeld integrieren. 

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Der JET5 Hochfrequenztreiber setzt auf das Konzept des AMT des Lautsprecherpioniers Oskar Heil und soll neben einer blitzschnellen Impulsantwort, einen großen Dynamikumfang mit minimalen Verzerrungen bieten. Der Air Motion Transformer wurde durch die ELAC Ingenieure optimiert und basiert in seinem Wirkungsprinzip auf einer ziehharmonikaartig gefalteten Folienmembran, die durch ein starkes Magnetfeld angetrieben wird. Dieses System vermag Luft schneller in Bewegung zu setzen, als es bei den kolbenartigen Bewegungen eines konventionellen Kalottentreibers der Fall ist. Daraus resultiert ein höherer Wirkungsgrad und Schalldruck und der Frequenzgang kann über 50 kHz erreichen.

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Auch der Mittel- bzw. Tiefmitteltöner ist sofort als ELAC-Produkt zu identifizieren. Denn auch bei der neuen Vela-Serie kommt die bekannte Kristallmembran-Technologie zum Einsatz. Diese Oberfläche soll nicht nur gut aussehen, sondern bietet auch einen technischen Nutzen. Die Aluminiumkalotte wird mit dem Pappkonus verbunden und die Kristallprägung erhöht die Steifigkeit der Aluminiumkalotte. Das soll helfen die Resonanzen und Klangverfärbungen zu reduzieren und gleichzeitig die Belastbarkeit als auch Dynamik zu verbessern.

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Alle Chassis sind mit einem Aluminiumring verziert, der nicht nur einen optischen Nutzen hat. Wenn man genau hinsieht, steht der Ring an den Rändern leicht ab und hilft bei der Schallführung den Ton nicht über die Gehäusekanten brechen zu müssen, Kantenreflexionen werden so vermieden. Dabei unterstützt auch die abgerundete Schallwand der Vela 407. ELAC trennt die einzelnen Chassis bei 450 Hertz und 2400 Hertz voneinander, so dass sich jeder Schallwandler auf einen eigenen Bereich konzentrieren kann. Die 407 soll laut Datenblatt von 30 – 50.000 Hertz spielen, was für solch einen schlanken Lautsprecher ein ambitioniertes  Vorhaben darstellt. Aber darauf gehen wir dann im Klangcheck genauer ein. Wobei die älteren 400-Serie noch einfaches Anschlussterminal zum Einsatz kam, steht bei der neuen Vela-Linie rückseitig dem Nutzer ein Bi-Wiring oder auch Bi-Amping Terminal zur Verfügung, welches mit Schraubanschlüssen und Brücken in sehr wertiger Materialqualität daher kommt.

Das neue „Segel“ ist optisch für uns schon mal ein Kracher. Die Gehäuseführung, die Farbkontraste und die wunderbaren Details der neuen Vela-Serie sehen erstklassig aus und sind für uns vom Design mal wieder ein echtes Highlight der letzten Jahre. Wenn sich jetzt die akustische Performance sich auf ähnlichem Niveau bewegt... Hören wir uns die Vela 407 jetzt mal an.


 

Zuspieler und weitere Ausstattung

Für die Zuspielung war der ELAC Discovery Music Server mittels ROON-Software zuständig und den Strom lieferte die Onkyo M-5000R Endstufe. Durch die exzellente Abstrahlcharakteristik mussten wir die Lautsprecher nicht einwinkeln, sollten dennoch exakt ausgerichtet platziert werden. Denn eine unterschiedliche Aufstellung der Lautsprecher im Abstand oder Ausrichtung ist in der Wiedergabe schnell ortbar. Durch das nach unten und hinten abstrahlende Bassreflex-Konzept kommen die Vela auch gut mit einer wandnahen Aufstellung zurecht, aber optimalerweise sollte auch hier etwas Abstand zur Wand berücksichtigt werden. Erst dann fühlen sich die Lautsprecher so richtig wohl. Auch fordern die Schallwandler die angeschlosse Endstufe ganz schön und man sollte auf einen potenten Vertreter zurückgreifen. 

 

Klangcheck

Fangen wir mit leichter Kost an und steigen mit Brick by Brick von Katy Perry ein. Der auf dem Unpluggend Album befindliche Song besteht nur aus einer Akustikgitarre und der Stimme der Künstlerin. Und dank der Vela 407 durften wir den Song auch neu erleben. Es ist faszinieren wie detailreich und transparent die Standlautsprecher zu Werke gehen. Jedes Gezupfe oder Seitengestreichel wird exakt herausgearbeitet und perfekt in Szene gesetzt. Dazu kommt eine wunderbare Stimme, die sich federleicht von der Schallwand löst und sich zentral im Raum präsentiert. Der Song besitzt eine fast greifbare Plastizität, dass es bei geschlossenen Augen schon wie ein Live-Konzert klingt. Wunderbare Vorstellung.

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Um aus Lautsprechern noch ein wenig mehr heraus zu kitzeln, legten wir jetzt auf digitalen Wege Björk mit Virus in die Playlist - und auch hier überzeugt die Vela mit einem erstklassigen Gefühl für feine Details. Ob das Glockenspiel oder die anderen effektvoll eingesetzten Elemente, alles wird in einem präzisen Rahmen von fein modellierten Klängen an den Hörraum abgegeben. Das gilt auch für die Stimme der Ausnahmekünstlerin, die sich leicht vor die Schallwand transportiert und von der 407 in einem wunderbaren Bühnenbild  arrangiert wird.

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Um etwas mehr Kraft und Dynamik einzufordern, kamen jetzt die Jungs von Nine Inch Nails zum Einsatz. Mit dem Song Vessel geht es auch gleich kraftvoll los, was die Vela aber nicht sonderbar stört. Das Intro macht Bock auf mehr, die fein einsetzende Stimme bewegt sich klar vor der restlichen Soundkulisse, bleibt aber klar im Geschehen und harmoniert erstklassig mit den Effekten des Songs. Der etwas, nennen wir es „verstörte“ Song besitzt viele Facetten mit der die Vela aber umgehen kann. Durch die sehr analytische Ausrichtung des JET5 Hochtöners können aber gerade solche Songs auf Dauer mitunter etwas anstrengend werden, für uns war es aber ein Spektakel voller Extreme und zeigte wiedermal wie Detailversessen die Vela 407 agiert.

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Damit wir auch den Tieftonbereich etwas besser beurteilen können, setzen wir wieder auf den russischen Produzenten Scann-Tec mit ihrem Track Snova I Snova. Dieser Track lebt von seinen vielseitigen, synthetischen und räumlichen Klängen und fordert den Lautsprecher in vielen Bereichen. Im sicheren Glauben die FS.407 nun aus der Wohlfühlzone geholt zu haben blieb nur ein Gedanke übrig: Denkste! Die Standlautsprecher kontern mit einem kraftvollen und sehr saftigen Tieftonanteil, den wir dem schlanken Lorpus so nicht zugetraut haben. Aber auch die Effekte wabern um den Hörplatz mit einer so feinen Struktur, dass wirklich jedes Element des Stücks die nötige Aufmerksamkeit bekommt.

Würden wir ein Attest ausstellen müssen, würden wir die „Krankheit“ folgendermaßen definieren: „Der Proband ist versessen auf eine präsente Räumlichkeit, dazu gibt es Anzeichen einer Detailverliebtheit, die einem ausgeprägten Suchtverhalten gleichkommt und die geringen Körpermaße sind konträr mit der tiefen Ausbildung des großen Egos.“ Oder so ähnlich ;-) Kurz gesagt, die ELAC Vela 407 gehören mit zu den besten Lautsprechern die wir hier je begrüßen durften. Kommen damit auf  der nächsten Seite zum abschließenden  Fazit. 


 

Fazit

„Danke ELAC“, so oder so ähnlich könnten wir das Fazit eigentlich schließen, aber bisschen ausführlicher möchten wir es denn doch gestalten. Ja das Auge isst mit, aber mithören tut es auch. Und hier setzt ELAC mit der Vela FS 407 an. Optisch ist diese Skulptur eines Lautsprechers nicht nur erstklassig verarbeitet, sondern bietet auch was fürs Auge. Wohl proportionierte Rundungen an den richtigen Stellen, eine perfekte Figur mit einem schlanken Fuss und ein dazu farblich abgestimmtes Antlitz sind keine Profilangaben bei Parship, sondern beschreiben das Auftreten der Vela 407 sehr gut. Weitere positive Eigenschaften wären die exzellente Verarbeitung und der Einsatz von ausschließlich hochwertigen Materialien.

Da wir uns ja aber hier über Lautsprecher unterhalten, sollten wir auch den Klang in die Bewertung mit einfließen lassen. Aber das ist einfach umschrieben, denn die Vela klingen genauso gut, wie sie aussehen. Das Klangbild ist unglaublich filigran in seiner Ausbildung, die Schallwandler agieren optimal in ihren Frequenzbereichen und ergeben zusammen eine Symbiose aus Transparenz, Kraft und Detailliertheit.

Trotz eines Stückpreises von 1990,- Euro bewegen sich die ELAC Vela FS 407 in einem fairen Preisgefüge. Materialen, Verarbeitung und Klang sind diesem mehr als angemessen und somit können wir den Lautsprechern unsere Top-Produkt- Auszeichnung verleihen. Glückwunsch ELAC!

 

 

ELAC Vela FS 407 - Standlautsprecher 
wunderschöne Skulptur eines Lautsprechers mit erstklassigen Klangbild - 02.10.2018

 
   Lautsprecher-Testberichte  Hersteller-Homepage  
 
         
   Pro  Contra    
  + Designsprache / Formgebung
+ sehr wertige Verarbeitung
+ wertiges Anschlussterminal
+ homogenes Klangbild
+ ausgeprägter Hoch-Mitteltonbereich
+ präziser,"saftiger" Bassbereich






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Top Produkt award VELA FS407 k

 

 

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Diskutiert diesen Artikel im Forum (1 Antworten).
Gesendet: 02 Dez 2018 11:49 von Kabs #2127
Kabss Avatar
Bin ja kein Fan von Farbe Weiß, die Lautsprecher sind allerdings echt hübsch. Damals mit meinem Halbbruder immer selbst gebaut und lackiert. Der ist totaler Elektro Freak und auch Meister mittlerweile.