Wie schon auf der vorherigen Seite angemerkt, ist die L52 Classic bei der Aufstellung nicht wirklich wählerisch und kann somit auf einer Kommode, Lowboard oder im Regal Platz nehmen, da die „Beatmung“ ja nach vorne abstrahlt. Für die richtige Leistungsentfaltung sollte man einen potenten Verstärker einsetzen, welche sich meist so zwischen 400 und 600 Euro bewegen, sonst verschenkt man etwas Potenzial der Lautsprecher, die für ansprechende Dynamik schon etwas Impulskraft benötigen. Wichtig ist auch, die Lautsprecher bei größeren Abständen untereinander auf den Hörplatz einzuwinkeln. So erreicht man eine gute Stereobühne mit einer mittig platzierten Stimme.
Mit Diana Krall und eines meiner Lieblingslieder Desperado bekommen die JBL eine kurze Aufwärmzeit. Aber so richtig einspielen brauchen sie sich nicht wirklich, die Klavieranschläge sitzen direkt ansatzlos im Geschehen, sind detailliert ausgearbeitet und vom Lautsprecher ansprechend interpretiert. Die nötige Leichtigkeit, welche Spaß und Emotionen zugleich transportiert, setzen die L52 gekonnt dosiert ein, sodass die fein rauchige Stimme der Sängerin wieder zu einem Erlebnis wird, was nicht jeder Lautsprecher schafft. Auch wenn die Lautsprecher eher rustikal optisch daherkommen, hört man es, dass es sich um aktuelle Technik im Oldie-Gewand handelt.
Gleiches gilt auch für Tears in heaven von Eric Clapton. Nur hier ist es kein Klavier, sondern ein zartes Gezupfe auf einer Akustikgitarre, welche in den Vordergrund rückt und den sensiblen Tenor des Stücks passend wiedergibt. Dazu kommt die Stimme von Eric Clapton, die authentisch und ohne irgendwelchen Schnickschnack interpretiert wird. Diese Aspekte verleihen dem Stück den nötigen Raum, ein stimmiges Bühnenbild zu kreieren, sodass man Mister Clapton in der Unplugged-Version gut orten kann und dieser Live-Eindruck entsteht.
Diesen Eindruck unterstreicht auch Cio-cio-san! aus Madama Butterfly von Puccini. Es hat mich überrascht, wie viel hörbares Volumen die kompakten Lautsprecher mitbringen, weil sie optisch gar nicht danach aussehen. Gleichzeitig werden die verschiedenen Stimmen in das Bühnenbild integriert und gut arrangiert als wären die JBL L52 der Dirigent. Die Hauptprotagonisten sind stets dominant im Vordergrund, der Chor hörbar im Hintergrund ohne darin unterzugehen.
Ganz neutral sind die L52 nicht abgestimmt, die Töne neigen eher zu einer warmen Ausprägung, unterstützten aber damit Emotionen in der Musikwiedergabe und sind für die Dauerberieselung gut geeignet, weil sie nie anstrengend werden. Im direkten Vergleich mit den L82 Geschwisterchen fehlt der L52 Classic, Achtung Überraschung, natürlich der richtige Tiefgang. Auch wenn der Lautsprecher eine gute Dynamik mitbringt, ist jetzt untenrum nicht so viel los. Aber das Größen-Bass-Verhältnis ist aber stimmig. Dafür können die „Kleinen“ ganz schön laut, meinen 32m² großen Raum haben sie mühelos beschallt. Wer mehr Leistung benötigt, kombiniert sie einfach mit einem Subwoofer und entlastet sie somit etwas und dann geht auch im Pegel etwas mehr. Kommen wir auf der nächsten Seite abschließend zum Fazit.
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