Test: Monitor Audio Bronze 50 & W10

Monitor Audio Bronze 50 W10 newsErst vor kurzem stellte die britische Audioschmiede Monitor Audio ihre 6. Generation der Bronze-Serie vor, wir berichteten. Aus dieser Serie steht nun ein 2.1 Setup auf dem Prüfstand, welches aus dem kompakten Regallautsprecher Bronze 50 und dem Subwoofer W10 besteht. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Die britische Audioschmiede Monitor Audio präsentierte im April dieses Jahrs die 6. Generation der beliebten Bronze-Serie, die technisch wie auch optisch grundlegend aufgewertet wurde. Das Lineup der Bronze-Reihe besteht aus insgesamt acht Modellen, darunter zwei Standlautsprecher (Bronze 200 und Bronze 500), zwei Regallautsprechern (Bronze 50 und Bronze 100), einem Center-Lautsprecher (Bronze C150), einem Atmos-Lautsprecher (Bronze AMS), einem Surround-Lautsprecher (Bronze FX) sowie dem W10 Subwoofer. 

Monitor audio Bronze serie

Aus diesem Lineup möchte ich mir heute eine 2.1 Kombination mit dem Bronze 50 Regallautsprecher und W10 Subwoofer genauer anschauen. Dieses kompakte aber gleichzeitig leistungsfähige Setup (soviel schon mal vorab verraten) ist die ideale Lösung für Audio-Enthusiasten, die keine großen Standlautsprecher aufstellen möchten oder eben aufgrund von Platzgründen nicht können, aber trotzdem eine intensive Sound-Kulisse erleben möchten. Bevor ich mir das System genauer anhören werde, soll nochmal kurz auf die einzelnen Modelle etwas detaillierter eingegangen werden.

 


 

Detailansicht Monitor Audio Bronze Audio 50

Wie man auf den Fotos erkennen kann, habe ich die Urban-Grey Variante der Bronze 50 erhalten, welches ich farblich als gelungen bezeichnen würde. Der Kontrast von hellgrau lackierter Schallwand und dem angedeuteten Holzfurnier, welches als Vinylfolie sauber aufgebracht wurde, sieht modern aus und passt in die heutige Zeit. Neben der gezeigten Farbvariante gibt es noch drei weitere:

 

Monitor Audio Bronze 50 1k

Das Design selbst ist eckig gehalten, wirkt aber keineswegs altbacken, sondern durch die schicken Elemente in der Front sehr wertig und gefällt auf Anhieb. Das liegt größtenteils am akustisch transparenten, hexagonalen Dispersionsgitter, welches den Monitor Audio C-Cam Gold Hochtöner schützt bzw. gekonnt in Szene setzt. Dieser agiert jetzt in der 6. Generation mit einem sogenannten „Uniform Dispersion Waveguide“, welcher die gleichmäßigere Abstrahlung und ein verbessertes Zeitverhalten zur Vorgänger-Serie ermöglichen soll.

Monitor Audio Bronze 50 6k Monitor Audio Bronze 50 2k

Um das Zwei-Wege-System zu vervollständigen, sitzt unter die Hochtöner ein C-CAM Mittel-Tieftöner mit einem Durchmesser von knapp 14 Zentimetern. Zusammen soll das Gespann eine Frequenzgang von 40 – 30.000 Hertz (-6dB) abbilden können und eine maximale RMS-Leistung von 80 Watt verkraften. Angekoppelt werden beide Treibereinheiten bei 2.500 Hertz.

Monitor Audio Bronze 50 4k Monitor Audio Bronze 50 4k

Weniger technisch dafür aber wirklich praktisch ist die magnetisch haltende Frontabdeckung, die nicht nur die Treiber schützt, sondern auch dem kompakten fünf Kilo Lautsprecher eine peppige Optik verleiht. Die Rückseite ist weniger „schick“ aber dafür sehr wertig umgesetzt.

Monitor Audio Bronze 50 7k

Monitor Audio Bronze 50 8k Monitor Audio Bronze 50 8k

Neben dem Bassreflex-Port (dem Lieferumfang liegen Stopfen bei), sitzt hier das exzellente Anschlussterminal, welches nicht nur mit großen Kabelquerschnitten umgehen kann, sondern auch Bananenstecker aufnimmt.


 

Detailansicht Monitor Audio Bronze W10 Subwoofer

Für den Tieftonanteil bei unserem Set sorgt der W10 Subwoofer, ebenfalls aus der Bronze Serie stammend. Optisch unterscheidet sich dieser etwas von den Bronze 50, denn der Subwoofer greift nur die Farbe der Schallwand der Bronze 50 auf, das Frontgitter wird gesteckt und hält nicht wie bei den Regallautsprecher magnetisch. Da der Subwoofer meist einen eher unauffälligen Platz im Wohnzimmer bzw. Heimkino einnimmt, ist dieser optische Unterschied leicht zu verschmerzen. Die knapp 13 Kilogramm Lebendgewicht agieren mit einem 25 Zentimeter großen und langhubigen Treiber, der wie bei den Mittel-Tieftöner der Bronze 50 über eine konkav gewölbte Konusmembran verfügt.

Monitor Audio Bronze W10 6k Monitor Audio Bronze W10 6k

Anstatt eines üblichen Bassreflex-Ports, nutzt Monitor Audio beim W10 einen zusätzlich passiven Treiber mit den gleichen Abmessungen, um die Wiedergabe der tieferen Frequenzen zu verbessern und die Belastbarkeit zu erhöhen. Angetrieben wird das ganze von einer 220 Watt starken Class D Endstufe in der auch ein DSP integriert wurde, welcher drei vordefinierte Presets: Musik, Film und Effekt, dem Nutzer zur Verfügung stellt. Der „Film“-Modus bietet eine relativ flache Resonanz von bis zu 35 Hz. Der „Musik“-Modus liegt -2 dB unterhalb des „Film“-Modus, reicht jedoch hinunter bis auf 30 Hz. Der „Effekt“-Modus ist +3 dB über dem „Film“-Modus und geht bis auf 40 Hz.

Monitor Audio Bronze 50 4k

Monitor Audio Bronze W10 3k Monitor Audio Bronze W10 3k

Zur Kommunikation stehen ein RCA-Eingang und ein LFE-Eingang bereit, jeweils mit einem Cinch-Anschluss umgesetzt und unterschieden sich nur leicht in ihrer Funktionsweise. So ist der Stereo-RCA-Eingang bspw. für den Betrieb an einem Stereoverstärker vorgesehen, muss dann die Trennfrequenz des Subwoofers auch manuell an der Rückseite vornehmen bzw. die Lautstärke mit Hilfe des Reglers anpassen. Wer den Subwoofer an einem AV-Receiver nutzt, sollte den LFE-Kanal nutzen und die Einstellungen am AVR direkt vornehmen bzw. korrekt einmessen lassen.

Monitor Audio Bronze W10 5k

Praktisch ist die automatische Einschaltfunkton des W10 Subwoofers, die auch von der „Feinfühligkeit“ gut eingepegelt ist und auch leise Signale erkennt, um den Subwoofer dann selbständig einzuschalten. Etwas unpassend empfinde ich persönlich die vier Standfüße des Subwoofers. Diese hinterlassen einen eher optisch preiswerten Eindruck, erfüllen aber zur Vermeidung von Vibrationen ihren Zweck. Aber „Nobody is perfect“ (…)


 

Klangcheck Filmbetrieb

Wie einleitend schon angesprochen, ist dieses Setup optimal für jeden Filmenthusiasten geeignet, die keinen Platz für ausladende Standlautsprecher haben oder eben diesen bereitstellen möchte. Denn dank des Subwoofers, der ab 70-100 Hertz eingreifen kann, unterstützt man nicht nur kompakte Regallautsprecher, sondern man entlastet diese auch und kann deutlich höhere Pegel fahren, als wenn diese ihren kompletten Frequenzgang abbilden müssen und dann im Bassbereich schnell übersteuern. Und das zeigt sich gerade im Filmbetrieb oder setzt im Heimkino einen Subwoofer voraus um z. B. perfekt choreographierte Kampfszenen, heftigste Explosionen oder einfach epische Soundtracks authentisch rüberzubringen und um das Gefühl „mittendrin statt nur dabei“ zu transportieren. Und genau das setzt dieses Setup  gekonnt in die Tat um. Diese Monitor Audio Kombination schaffte es mir ein kleines Lächeln ins Gesicht zu zaubern und schon bekannte Filmtitel noch einmal fulminant zu erfahren. Obwohl die Bronze 50 doch recht kompakt sind, erlebte ich sie sehr präsent im Geschehen. Ihre präzise Art und Weise mit Effekten und Stimmen umzugehen, sorgte für die richtige Soundkulisse und gefiel mir seit dem ersten Ton.

Monitor Audio Bronze 50 9k

Schon leicht überrascht war ich von der stimmigen Dynamik und der räumlichen Wirkung der Bronze 50, die es gut verstehen einen Raum mit Klang zu füllen. Auch wenn man hier von keinen üblichen Heimkino-Setup sprechen kann, bildet dieses Setup einen Einstieg in diese Welt ab und kann jederzeit um weitere Modelle erweitert werden. Die Monitor Audio Bronze-Serie besitzt alle Modelle um auch in den Genuss von echtem Dolby-Atmos, Auro3D oder DTS:X zu kommen. Der Subwoofer hat meist die undankbarste Aufgabe bei einem Heimkino-Setup, soll er doch die ganze Action auf der Leinwand mit Kraft und Vehemenz füllen, dabei aber nicht ortbar sein bzw. unsichtbar im Raum platziert dieses umsetzen. Aber der W10 ist sich seiner Aufgabe bewusst und feuert seine Basswellen sehr präzise und kraftvoll in den Raum, bleibt bei richtiger Aufstellung im Raum aber akustisch unsichtbar. Aufgrund seiner Bauweise ist der W10 jetzt nicht die Urgewalt wenn es um Tiefbass geht, dafür fehlt es einfach an Membranfläche und Volumen, agiert aber sensationell schnell und vor allem genau beim Timing. Er liefert eher den kurzen, knackigen Punch als eine harte Rechte mit Knockout-Fähigkeiten, wenn ich es mal so umschreiben darf. Zusammen ist dieses Gespann aber klanglich in sich stimmig, der Subwoofer entlastet die Regallautsprecher deutlich, sodass auch Pegel möglich sind, die noch meine Nachbarn aufschrecken (...) und die sind schon einiges mittlerweile gewöhnt.   

Monitor Audio Bronze 50 W10 3k

 

Klangcheck - Musikwiedergabe

Genau die vorher beschriebenen Fähigkeiten eignen sich besonders für die reine Musikwiedergabe. Hier kommt es auf Präzision und Detailwiedergabe an und das zeichnet das 2.1 System aus dem Hause Monitor Audio aus. Musikalität liegt den Regallautsprechern einfach im Blut. Denn egal welches Genre oder welche Musik-Epoche ich auflegte, ob die Eagles oder Paul Kalkbrenner, das Auflösungsvermögen der Bronze 50 überzeugt mit feinen, herausgearbeiteten Details und emotionaler Stimmenwiedergabe und der Subwoofer unterstreicht das mit der passenden Ernsthaftigkeit. Feine Gitarrenriffs von Mr. Slowhand / Eric Clapton werden wunderbar extrahiert und mir präsentiert, Violinen oder andere Streichinstrumente aus klassischen Musikstücken sind klar differenziert wahrnehmbar und immer in einem stimmigen Bühnenbild zusammengefasst. Bei elektronischer Musik wie von Paul Kalkbrenner kann man dann auch den Subwoofer richtig erleben. Hier untermalt der W10 den transparenten und detaillierten Hoch-Mitteltonbereich mit einem eindrucksvollen und spürbaren Tiefgang.

Monitor Audio Bronze 50 W10 4k 

Persönlich würde ich dieses hier vorgestellte Setup, welches ich übrigens an einem Yamaha RX-A3080 AV-Receiver betrieben habe, im musikalischen Bereich einsetzen und für den Heimkinobereich noch den Bronze C150 Centerlautsprecher hinzufügen. Aber auch für den Einstieg in die Heimkino-Welt halte ich dieses Setup mehr als brauchbar, bei richtiger Aufstellung ersetzt der „Phantom-Center“ eben den physisch nicht vorhandenen Center-Lautsprecher und los geht die „wilde Fahrt“. Man bekommt ein fähiges Lautsprechersystem, welches nicht viel Platz benötigt, sehr flexibel in der Aufstellung ist und jederzeit um weitere Modelle aus der gleichen Serie erweitert werden kann, bis hin zu einer aufwändigen 9.1.6 Atmos-Konfiguration.


 

Fazit

Nachdem ich mich letztens von der Radius-Serie in einem vollen 5.1 Setup (zum Testbericht) überzeugen konnte, wurden dieses Mal kleinere Geschütze aufgefahren, die aber nicht weniger spannend und überzeugend agierten. Die Kombination aus Monitor Audio Bronze 50 Regallautsprecher und W10 Subwoofer funktioniert und stellt den beweis an, dass es für einen vollen Klang nicht immer unbedingt große und ausladende Standlautsprecher sein müssen. Durch die Tieftonunterstützung des W10 spielen die Bronze 50 spielend leicht auf, konzentrieren sich auf die Details in der Film- oder Musikwiedergabe und überlassen den anstrengenden Part dem Subwoofer.

Diese Arbeitsaufteilung funktioniert, klingt harmonisch und macht je nach Einsatzweck richtigen Spaß oder transportiert die Emotionen, um sein Taschentuch Kontingent zu dezimieren. Dazu sehen die Bronze 50 auch echt schick aus, fügen sich mit der cleanen Front in jeden modernen Haushalt ein bzw. werten den Wohnraum nicht nur akustisch auf. Der W10 Subwoofer ist optisch jetzt nicht so meins, die sichtbaren Aufnahmebuchsen für das Frontgitter und die montierten „Stelzen“ aus hartem Kunststoff machen aus dem Würfel jetzt nicht unbedingt eine Schönheit. Aber ein Subwoofer muss das auch gar nicht, so unauffällig wie möglich ist hier die Devise und somit sei es dem Hersteller auch verziehen.

Monitor Audio Bronze 50 W10 1k

Das hier gezeigte 2.1 Setup aus Monitor Audio Bronze 50 und dem W10 Subwoofer kostet knapp 1050,- Euro (UVP), in meinen Augen ein Preis der noch in Ordnung geht, auch wenn in der Einzelbetrachtung der Subwoofer mit seinen 675,- Euro doch etwas zu hoch angesiedelt ist. Ein KEF Kube 10b zum Beispiel ist etwas günstiger, wertiger in seiner Verarbeitung und agiert auch etwas druckvoller im Tiefbassbereich. Dem entgegen ist der Preis von 375,- Euro für das Paar Bronze 50 sehr gut angesetzt, hier bekommt man einen sehr wertigen und klangvollen Regallautsprecher für seinen Einsatz. In diesem Preisbereich tummeln sich Lautsprecher, wie z. B. die ELAC Debut B6.2, die klanglich zwar etwas kraftvoller zu Werke gehen aber optisch klar das Nachsehen haben. Somit spreche ich dem Monitor Audio W10 noch eine Kaufempfehlung aus, die Bronze 50 aber erhalten unsere Top-Produkt Auszeichnung. 

Zu kaufen gibt es das Setup bzw. die einzelnen Lautsprecher z.b. bei dem HiFi-Händler Fidelity aus Hamburg. Zusätzlich haben die Kollegen im Rahmen der Neuvorstellung ein ausführliches Produktvideo zu den Monitor Audio Bronze 50 veröffentlicht und mit der Vorgänger-Serie verglichen. Es lohnt sich dort mal reinzuschauen. Link zum Video 

 

Monitor Audio Bronze 50  

toller Regallautsprecher mit einer modernen Optik und detaillierter Klangwiedergabe, 18.06.2020 
Pro
  • wertige Verarbeitung / modernes Design
  • viele Farbvariationen erhältlich
  • magnetische Frontabdeckung
  • ausgewogener, detaillierter Hoch-Mittelton
  • räumliches Bühnenbild / Auflösung
  • dynamischer. kontrollierter Bassbereich
  • gutes Preis-Leistungsverhältnis
Contra
Mark Levinson No 5002 4k

 

Monitor Audio Bronze 50 award 

 

 

Monitor Audio W10 Subwoofer  

kraftvoller und dynamischer Subwoofer, 18.06.2020 
Pro
  • solides Gehäuse / lackierte Schallwand
  • leistungsstarke Endstufe / DSP mit Klangmodi
  • RCA- und LFE-Eingang
  • trockene Bässe mit Kontrolle und Druck
  • kaum ortbar 
  • für Musik und Film geeignet... 
Contra
  • ...im Filmbetrieb mäßiger Tiefgang
  • sichtbare Steckbuchsen für Frontabdeckung
  • preislich etwas zu hoch angesetzt
Mark Levinson No 5002 4k

 

Monitor Audio Bronze W10 award

 

 

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