Lautsprecher

Test: DALI Menuet Lautsprecher

 

Klangcheck

Da ich im Testzeitraum praktischerweise den NAD D3045 zur Verfügung hatte, der von den Abmaßen und dem Preisgefüge gut zu den Menuet passt, nutze ich diesen auch für den Klangcheck. Empfohlen wird übrigens von den Dänen ein Verstärker im Leistungsbereich von 20-100 Watt. Als Zuspieler diente der ELAC Discovery DS-S101-G, womit wir Dank der ROON-Software elegant auf unsere archivierten Titel im Netzwerk und auf die umfangreiche TIDAL-Musikbibliothek zurückgreifen konnten. Bei der Aufstellung sind die Menuet sehr unproblematisch und fühlen sich nah an einer Reflexionsfläche, wie z. B. einer Wand, Regal oder ähnlichem am wohlsten. Weit im Raum platziert lässt der Tiefgang deutlich hörbar nach, das audiophile Klangbild bleibt aber erhalten.

Zum Zeitpunkt des Höreindrucks war es gerade mal neun Uhr morgens, was für einen Audio-Verrückten Redakteur wie ich es bin, geistig noch etwas früh ist und ich deshalb erstmal langsam einsteige. Dabei hilft mir Jakob Aaron Smith mit seinem Song Last Call to Heaven. Auch die Menuet haben die Ernsthaftigkeit meiner geistigen Verfassung verstanden und bauen die Stimme völlig entspannt vor mir auf, begleitet von der akustischen Gitarre gefällt das Gehörte auf Anhieb und ist herrlich unangestrengt. Sehr prägnant und klar ist der unter dem Namen The White Buffalo geführte Sänger wahrnehmbar, mit einer schönen Stimmfarbe gekennzeichnet und ehrlich rüber gebracht. Das „Drum-Herum“ arrangieren die kleinen Kompakten gekonnt um die markante Stimme und überzeugen mit einer schönen, räumlichen Abbildung.

Aiwa Arc 1 10k
stimmige Spielgefährten - DALI Menuet mit dem NAD D3045 Verstärker

So langsam greifen meine Synapsen wieder, die am Vorabend durch leichte alkoholische Kost etwas strapaziert wurden, die akustische Reize der Menuet haben ihre Arbeit geleistet und es kann etwas anspruchsvoller werden. Mit All the small things von Blink 182 müssen die DALI auch zeigen wie hoch der Wachsamkeitsgrad ist - und anscheinend brauchen die Dänen keine Kaffee intravenös, so wie ich. Die einsetzende Gitarre sitzt direkt und los geht es in die Punkwelt. Sicherlich ist der Song, was den audiophilen Charakter betrifft, nicht unbedingt anspruchsvoll, aber der Lautsprecher muss schon sehr differenziert schnelle Elemente arrangieren ohne dabei Details zu verschlucken. Das gelingt den Dänen vorzüglich, so ist auch mein Kopf jetzt endlich auf Betriebstemperatur und giert nach mehr.

Aiwa Arc 1 9kFrontbespannung haftet magnetisch und liegt dem Lieferumfang bei

Aber erstmal fahre ich nen Gang zurück und setze mich ne Runde der Stimme von Sia aus. Mit Alive vom Album This is acting hat die Australierin nicht nur einen Chart-Erfolg gelandet, sondern auch mich erst auf sich aufmerksam gemacht. Stimmlich ist die Sängerin unglaublich kraftvoll und voller Energie was die kompakten DALI auch umsetzen können. So klotzen die Menuet bei der Detailwiedergabe mit Feinheiten, die man in dieser Klasse kaum finden dürfte und spulen diesen Song sehr beeindruckend runter, ohne dabei in irgendeiner Weise anstrengend zu werden. Gerade die High-Notes der Sängerin können schnell übersteuern bzw. etwas überspitzt dargestellt werden. Aber die Menuet geben diesen Part sehr sanft und trotzdem eindrucksvoll wieder und verlieren sich nicht in den Spitzen. Eine Wohltat für die Ohren (…)

Dali Menuet 11k
auch auf dem Schreibtisch als Abhörmonitore durchaus zu gebrauchen

Mit der belgischen Techno-DJane Charlotte de Witte möchte ich es jetzt noch mal wissen und dem Bassbereich der Lautsprecher gezielt auf den Zahn fühlen. Der schnelle Track The Healer aus dem gleichnamigen Album ist mit seinen 82bpm schnell unterwegs und serviert teilweise böse Tiefschläge, die so einen „Zwerg“ im Lautsprecherkostüm schnell überfordern könne. Aber auch hier liefern die DALI souverän ab und es ist imposant zu hören, wie kraftvoll und dynamisch diese kleinen Schallwandler diesen Track meinen Ohren präsentieren. Wüsste man es selbst nicht am besten, hab es ja schließlich alles verkabelt, würde man einen größeren Lautsprecher suchen bzw. erwarten. Natürlich ist der Tiefgang schon aus physikalischen Gründen begrenzt, aber die Dänen haben wirklich alles aus dem Volumen rausgeholt und für ein kleines audiophiles Stereosystem reicht die Klangwiedergabe völlig aus und kann auch ansprechend das Gehörte abbilden. Dafür müssen die Menuet aber nah an einer Wand platziert werden. Leider geht auch so ein Höreindruck nicht unendlich lang, man muss ja auch noch „richtig arbeiten“ ab und zu (…) Deswegen muss das an Höreindrücken genügen und ich komme zu meinen abschließenden Worten.


Anmelden

Aktuelle News

Aktuelle Testberichte

    • Test: Yamaha YH-L700 Kopfhörer

      Test: Yamaha YH-L700 KopfhörerMit dem YH-L700 schauen wir uns heute den neuen Flaggschiff-Kopfhörer aus dem Hause Yamaha an, wenn es um kabellose Bluetooth-Ohrhörer geht mit aktiven Noise Cancelling. Mit solchen...

    • Test: Technics SA-C600 und SB-C600

      Test: Technics SA-C600 und SB-C600Mit dem Technics SA-C600 CD- und Netzwerkreceiver sowie die dazu passenden SB-C600 Lautsprechersteht eine Komplettlösung aus dem Hause Technics auf dem Prüfstand, welche sich als...

    • Test: JBL Live Pro 2 TWS

      Test: JBL Live Pro 2 TWSIm Test die nagelneuen JBL Live Pro 2 TWS. Auch die Neuauflage der True-Wireless-Kopfhörer mit Noise Cancelling agiert mit dem JBL typischen Sound. Ob sie nur ein Aufguss des...

    • Test: LG OLED C2 - Gaming- und Filmreferenz auf 42 Zoll

      Test: LG OLED C2 - Gaming- und Filmreferenz auf 42 ZollMit dem LG C2 auf 42 Zoll (OLED42C27LA) springt das koreanische Unternehmen in das nächste Level, wenn es um die Darstellung von Content auf OLED-Panel geht. Das kompakte Gerät kommt nicht...

    • Test: LG HU715QW - Ultrakurzdistanz-Beamer

      Test: LG HU715QW - Ultrakurzdistanz-BeamerDer LG HU715QW ist ein neuer Kurzdistanzprojektor aus dem Hause LG und beerbt zusammen mit dem LG HU915QE den HU85LS. Der Laser-Beamer kommt mit einer Lichtleistung von 2500 ANSI-Lumen daher...