Test: Yamaha HPH-MT8 Kopfhörer

Yamaha HPH MT8 newsNeben Multiroom-, AV-Receivern. Lautsprecher, Konzertflügel und vieles mehr, kann man im wirklich umfangreichen Sortiment von Yamaha auch Kopfhörer finden. Mit dem Yamaha HPH-MT5 Monitor-Kopfhörer hatten wir auch gegen Ende letzten Jahres einen Vertreter bei uns in der Redaktion. Heute gesellt sich der Yamaha HPH-MT8 Kopfhörer dazu und wir möchten uns ein Bild davon machen, ob das größere Modell auch den positiven Eindruck des MT5 weiterführen kann. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

Wie schon einleitend angesprochen, gehört der Mischkonzern Yamaha zu den großen Playern im Audiosektor und kann bereits auf eine lange Geschichte zurück blicken. Alles fing im Jahr 1887 mit dem Tasteninstrument Harmonium in Hamamatsu an, dem man sich bis heute treu geblieben ist. Aber es sind viele neue Bereiche in den über 100 Jahren geschaffen worden und Yamaha gehört heute zu den größten der Audio-Branche.

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Aus diesem umfangreichen Portfolio möchten wir uns heute einen Studio-Kopfhörer anschauen, der mit seinem Preis von knapp 180,- Euro den breiten Markt anspricht und vielleicht zum Geheimtipp im kabelgebundenen Kopfhörersegment avancieren könnte. Aber bevor wir das herausfinden, hier eine kurze Übersicht über die technische Ausstattung des Yamaha HPH-MT8.  

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YAMAHA HPH-MT8  - Technische Details
 Bezeichnung  YAMAHA HPH-MT8
 Preis   ~ 179 EUR Stückpreis 
 Hersteller-Homepage  www.yamaha.com
 Maße  161 x 214 x 89mm (Breite x Höhe x Tiefe) 
 Gewicht  350 Gramm Stück
 Daten
 Design  geschlossen Over-Ear
 Impendanz  37 Ohm
 Frequenzbereich  15 Hz - 28.000 Hz 
 Wirkungsgrad   102 dB 
 Treiber  45mm Dynamic CCAW Voice Coil 

 

Detailansicht

Nachdem wir den Yamaha Kopfhörer von seiner wirklich schicken Umverpackung befreit haben, präsentiert sich vor uns ein wertiger Over-Ear Kopfhörer mit zwei unterschiedlichen Kabelstrippen. Yamaha geht bei der Farbgestaltung kein Risiko ein und vertraut auf einen Kontrast aus matt schwarz und silberfarbigen Akzenten. Der Kopfhörer ist äußerlich größtenteils aus ABS gefertigt, den man an den Ohrmuscheln und den Bügeln wiederfindet. Die Oberfläche besitzt ein wertiges Finish, ist angenehm von der Haptik aber etwas anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer.

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Wie bei vielen Kopfhörern, die es mit der Langlebigkeit ernst meinen, wird die Kopfbandverstellung von einem Metallband unterstützt. Diese Verstellung bietet beim Yamaha einen großen Spielraum, macht den Kopfhörer für große wie auch kleine Köpfe nutzbar und rastet in der gewählten Einstellung sicher ein. Damit der Käufer auch lange was von seinen Kopfhörern hat, wählt Yamaha nicht nur bei der Größenverstellung Metall als stabile Ergänzung. Auch die Ohrmuscheln selbst werden von Aluminium-Druckguss-Gabeln gehalten. Diese ermöglichen eine flexible Ohrauflage, sind stabil in ihrer Ausführung und das verwendete Material verleiht dem Kopfhörer eine gewisse Wertigkeit. Leider finden die Aluminiumbügel ihren halt in einer Kunststofffassung und verlagern somit nur die „Problemzone“. Aber das ganze Konstrukt wirkt sehr stabil, nichts knarzt oder schleift aneinander und konnte eine soliden Eindruck hinterlassen.

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Bei den Auflageflächen greift Yamaha auf ein hochwertiges Leder zurück, wir vermuten es ist Kunstleder, konnten aber keine genauen Angaben dazu finden. Jedenfalls liegt das verwendete Material sehr angenehm auf der Haut, die leichte Polsterung bringt eine gute Dämpfung mit sich und macht sich auch bei längeren Sitzungen wenig bemerkbar. Auch beim Auflagedruck hat Yamaha die richtige Mischung aus sicherem Halt und Auflagedruck gefunden. Selbst bei hektischen Bewegungen sitzt der Kopfhörer sicher an Ort und Stelle und wird auch bei längeren Sessions nicht als unangenehm empfunden.

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Für den richtigen audiophilen Klang, setzt Yamaha auf einen 45mm großen Schallwandler, der mit einer Schwingspule aus Aluminium und Kupfer (CCAW) ausgestattet ist. Dieser Treiber soll einen Frequenzgang von 15-28.000Hz ermöglichen und arbeitet mit einer Impedanz von 37 Ohm. Das macht den Kopfhörer nicht nur zu einem HiRes-Kandidaten, sondern auch zu einem mobilen Begleiter, da sich der Anspruch an den Zuspieler in Grenzen hält. Aber dazu mehr in unserem Klangcheck.

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Um den Kopfhörer mit seinem Endgerät zu verbinden, legt Yamaha gleich zwei wirklich hochwertige Anschlusskabel mit in das Paket. Neben dem gewundenen 1,20m langen Spiralkabel, liegt noch ein drei Meter langes Klinkekabel im Karton. Auch an einen 6,3mm Adapter wurde gedacht. Beide Kabel werden fest mit dem Kopfhörer verbunden, dazu muss der 2,5mm Stecker des jeweiligen Kabels in die linke Ohrmuschel gesteckt werden und sitzt dank des Drehverschlusses auch sicher dort.

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All diese Eigenschaften unterstreichen das Einsatzgebiet des Kopfhörers. Eine stabile, stoßfeste Konstruktion kombiniert Yamaha mit flexiblen und dauerhaft tragbaren Materialien. Die beiden mitgelieferten Kabel runden die ganze Sache ab. Der Kopfhörer eignet sich somit optimal für einen DJ oder Abhörspezialisten (Monitoring), als auch für den audiophilen Enthusiasten zuhause. Ob der Kopfhörer das auch klanglich so unterschreiben möchte, klären wir jetzt im Soundcheck.


 

Vergleich Yamaha MT8 mit MT5

Da wir das kleinere Vorgängermodell vorliegen hatten, bot sich ein kurzer Klangvergleich an. Aber ein direkter Vergleich wäre hier unfair, spielt doch der MT8 aus akustischer Sicht in einer anderen Liga. Der MT5 ist dynamisch, kultiviert und kann eine gute Bühne erzeugen. Aber der MT8 packt da nochmal eine amtliche Schippe drauf und bietet ein deutlich besseres Auflösungsvermögen und druckvolleren Tiefgang, der auch bis in die Tiefgarage des unteren Frequenzbandes vordringt. Preislich auch ein unfairer Vergleich, liegt doch der MT5 fast bei der Hälfte des Preises, schneidet aber besser als nur halb so gut ab. Haben somit beide ihre Daseinsberechtigungen.

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links: Yamaha HPH-MT8 - rechts: Yamaha HPH-MT5

 

Klangcheck

Für die klangliche Überprüfung schlossen wir die Yamaha HPH-MT8 an unseren Onkyo P-3000R an, der einen dedizierten Kopfhörerverstärker besitzt und für die Zuspielung was der ELAC Discovery Music Server zuständig. Probehalber hatten wir die Kopfhörer auch an unserem Sony Xperia XZ Premium in Verbindung mit dem Ultrasone NAOS DAC betrieben und können die mobile Eignung unterschreiben, auch an mobilen Geräten macht der Kopfhörer eine gute Figur. 

Musikalisch gibt es erstmal soulige Kost und sich uns Alicia Keys über die Roon Software raus. Mit Fallin hat sich die Sängerin selbst schon fast ein Denkmal gesetzt und obwohl der Song schon von 2001 ist, besitzt er immer noch Präsenz und Frau Keys liefert stimmlich erstklassig ab. Damit kann auch der Kopfhörer gut umgehen und steigt mit einer guten stimmlichen Interpretation der Künstlerin ein. Als noch der Beat einsetzt zeigt der MT8 sein ganzen Können. Die Sängerin bekommt die richtige Portion Aufmerksamkeit, aber wird von einem überaus dynamischen Tieftonbereich begleitet, der mal so richtig in den Frequenzkeller vordringt. Mit saftig im Bass aber stimmig vom Timing und ordentlich Druck würden wir das beschrieben. Jetzt kommt aber die Kunst die anderen Elemente des Songs nicht zu verschlucken und das gelingt dem Kopfhörer. Das dezent eingesetzt Klavier im Background ist wunderbar im Geschehen platziert und ergänzt die Stimmfarbe der Sängerin wunderbar in ihrer Abbildung. Das hinterlässt schon mal Lust auf mehr und zeugt von einer homogen Abstimmung der Toningenieure bei Yamaha.

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Mit Eric Clapton wollen wir weiter machen - das Unpluggend Album mit dem Song Layla soll uns etwas Aufschluss über das Auflösungsvermögen des Kopfhörers vermitteln. Mr. Slowhand klimpert an seiner Klampfe total entspannt und singt über die tiefe Liebe zu einer für ihn damals unerreichbaren Frau. Inspiriert von dieser Geschichte fängt auch der MT8 Kopfhörer an zu musizieren und bringt die ruhelose Melancholie gut rüber. Griffe auf der Akustikgitarre kommen detailliert beim Hörer an. Auch die Stimmwiedergabe der Legende wird wohl platziert in einer räumlichen Bühne präsentiert. Den instrumentalen Anteil arrangiert der Kopfhörer wunderbar drum herum und liefert ein klares und vor allem homogenes Klangbild. Yamaha hat den Kopfhörer sehr neutral abgestimmt, nimmt ihm somit ein wenig den Charakter, da das Gehörte etwas analytisch klingt und nur minimale Gefühlsregungen beim Redakteur zulässt. Das soll jetzt keine Kritik sein, der Kopfhörer klingt sehr sauber, bietet ein wirklich angenehmes Auflösungsvermögen und das entspricht auch dem von Yamaha vorgesehen Einsatzgebiet.

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Damit der Wachsamkeitsgrad auch nach dem Review gegeben ist, zogen wir die The Prodigy Karte mit The day is my enemy ist auch gleich der namentliche korrekte Titel gefunden ;) Wie erwartet wird es heftig, den Pegel dementsprechend oben positioniert und es scheppert richtig im Gehörgang. Mit einem impulskräftigen Tieftonbereich oder anders ausgedrückt, derbe fetten Bass zeigt der Kopfhörer eindrucksvoll wo der Frosch die Locken hat. Alles im Track ist sehr gut gestaffelt, der Bass sitzt dynamisch in der Soundkulisse und hämmert was das Zeug hält. Auch bei den Effekten hält sich der MT8 nicht zurück und schürt eine klangvolle und gut austarierte Soundkulisse, die richtig Bock auf den nächsten Club Besuch macht. Eine überzeugende klangliche Ausrichtung und Darstellung des Kopfhörers. Kommen wir zum Fazit.


 

Fazit

Wir waren ja schon vom Yamaha HPH-MT5 aus dem letzten Jahr überzeugt, aber der HPH-MT8 konnte unsere Erwartungen noch einmal toppen. Yamaha positioniert den Kopfhörer in den Abhör- bzw. Produktionsbereich, man sollte ihn aber gar nicht so in eine „Ecke“ drängen. Die Verarbeitung ist sehr wertig, bietet dank des ABS-Kunststoffs die nötige Robustheit und ist mit einer matten Oberfläche ausgestattet, die der Haptik wohlwollend beiträgt. Dazu kommen an den richtigen Stellen Materialien wie Stahl oder Aluminium-Druckguss, die dem Käufer eine Langlebigkeit suggerieren als auch direkt untermauern. Einzig die leicht kratzanfällige Oberfläche der Ohrmuscheln hat uns nicht so gut gefallen, so befanden sich bereits nach kurzer Zeit und sehr vorsichtiger Nutzung, zwei kleine Kratzer auf den Ohrmuscheln.

Beim Tragekomfort haben wir auch nichts zu beanstanden. Mit ausreichend dimensionierten Polstern, die in einem angenehmen (Kunst?)-Leder verpackt wurden, sind auch lange Musikabende kein Problem. Der Druck auf den Ohren ist war ausreichend für einen sicheren Halt, gleichzeitig aber nicht störend bei ausgiebigem Musikgenuss. Vorhandene Einstellmöglichkeiten sind in ihrer Flexibilität gut dimensioniert, die Rasterung der Größenverstellung sitzt und ist gleichzeitig leicht zu bedienen.

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Klanglich erzeugte der Kopfhörer auch gut Druck, aber diesmal nicht auf dem Ohr sondern in das Ohr. Die sehr gut abgestimmten Schallwandler erzeugen ein sehr druckvolles Klangbild, das sich durch eine hohe Dynamik und richtigen Tiefgang auszeichnen kann. Aber auch bei den anderen Frequenzbereichen zeigt sich der Yamaha MT8 als Könner, arrangiert bzw. platziert diese gekonnt in die Soundkulisse und vergisst dabei kein Detail. Auflösungsvermögen ist eine Stärke dieses Kopfhörers, der Hochtonbereich ist wunderbar ausgebildet, aber nicht übertrieben sondern zurückhaltend in seinen Spitzen. Das Klangbild geht in die Richtung präzise, analytisch, eher ein Freund für die klaren Töne und kein emotionaler Musikgeist.

Mit einem Preis von aktuell um die 179,- Euro kann man hier nichts falsch machen. Derjenige der einen guten und robusten Kopfhörer sucht und dabei Wert auf ein ausgewogenes und kraftvolles Klangbild legt, ist mit dem Yamaha HPH-MT8 wirklich gut beraten. Dazu gibt es noch zwei hochwertige Kabel im Lieferumfang und das mündet in einer klaren Kaufempfehlung unserseits. 

 

 

YAMAHA HPH-MT8 Kopfhörer
klangstarker Kopfhörer mit robusten aber mit leicht kratzanfälligen Gehäuse - 25.07.2018

 
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     Pro   Contra
  Yamaha HPH MT8 02k
 
 
 

+ Verarbeitunsqualität / Robustheit
+ Tragekomfort
+ Lieferumfang / Anschlusskabel 
+ ausgewogenes Klangbild
+ Tieftonbereich
+ Auflösungvermögen

 leicht kratzanfällige Oberfläche (Ohrmuschel)

 

 

 

 

 Yamaha HPH MT8 Award

 

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