Test: Teufel Turn DJ-Kopfhörer

Teufel Turn newsMit David Guetta, Felix Jaehn oder auch Robin Schulz ist der Beruf DJ mittlerweile gleichzusetzen mit dem Synonym Superstar. Viele eifern diesen nach, wenn auch nur in den eigenen vier Wänden. Equipment ist auch hier von Nöten: Laut eigener Aussage hat Lautsprecher Teufel seit kurzem genau das Richtige im Angebot. Mit dem Teufel Turn DJ-Kopfhörer will man durch Robustheit in Verbindung mit einer ausgewogenen Sound-Wiedergabe eine neue Käuferschicht erreichen. Der Turn setzt auf massiven Materialeinsatz und bietet zusätzlich ein Beat Turbo, der per Drehrad geregelt werden kann. Wie sich der DJ-Kopfhörer in der Praxis geschlagen hat, klärt der nachfolgende Testbericht.

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Lieferumfang

Wer Teufel kennt weiß, das inzwischen auch die Verpackung ein Hingucker ist. Da macht auch der neueste Kopfhörer keine Ausnahme. In einer stabilen und hochwertigen Kartonage kommt der Turn sicher verpackt beim Käufer an.   

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Wie bei allen Kopfhörern aus dem Teufel-Lineup bekommt auch der Turn eine eigene Transporttasche spendiert, die "Turnbeutel" getauft wurde. Das hier umgesetzte Wortspiel ist einfach nur erstklassig und im Grunde genommen einen "Fünfer im Phrasenschwein" wert. Zusätzlich befindet sich noch das 1,3m lange Klinken-Kabel mit im Lieferumfang, was zusätzlich mit einem Gewebeschlauch ummantelt ist.

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Teufel Turn im Überblick
Prinzip  dynamisch / geschlossen
Preis  199,- EUR
Hersteller-Homepage  www.teufel.de
Frequenzbereich  20Hz - 20KHz
Kabellänge  1,3 m
Gewicht  470g (ohne Kabel)
Nennimpedanz  32 Ohm
Garantie  2 Jahre

 


 

Das Äußere - Design und Features

Die Berliner entschieden sich beim Turn für einen Materialmix aus hochflexiblen Kunststoffen und echtem Stahl, was sich in einem Gewicht von 470 Gramm niederschlägt. Der Kunststoff ist mit einer rauen Oberfläche ausgestattet, die metallischen Bauteile in einer gebürsteten, glatten Oberfläche. Man kann mit Recht behaupten, Teufel hat hier einen Kopfhörer erschaffen, der einen massiven und sehr widerstandsfähigen Eindruck hinterlässt und seines gleichen sucht. 

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Seitlich prangert an dem Kopfhörer das rote Firmenlogo, die rote Signalfarbe strahlt ein gewisses Selbstvertrauen aus, als will er sagen "Hier bin ich". Auf der rechten Ohrmuschel befindet sich ein Drehrad, was für den vom Hersteller getauften "Beat-Turbo" zuständig ist. Das Drehrad rastet in drei Positionen ein und verstärkt über eine passive Weiche den Bass um ca. 3dB ab 100Hz, je Rastung.  

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Die Ohrmuscheln sind mit Protein-Leder (Immitat) bezogen und recht üppig gepolstert. Für den Anschluss des mitgelieferten Klinke-Kabels hat man bei Turn die freie Wahl, das Kopfhörerkabel ist links oder rechts anschließbar. Der freie Anschluss kann mit einem weiterem Kopfhörer verbunden werden und z. B. dem gemeinschaftlichen Filmschauen steht nichts im Wege. In den Ohrmuscheln sind 40mm Treiber mit 32 Ohm verbaut, die einen Frequenzgang von 20 - 20000Hz bieten. Diese werden durch schwarzen schalldurchlässigen Stoff vor Verschmutzungen geschützt.  

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Das Kopfband ist mit echtem Federstahl ausgestattet, was den Bügel extrem stabil macht. Zusätzlich wurde das Kopfband gummiert und mit einer Polsterung aus Protein-Leder vereint. Die Rasterung zum Verstellen der Bügel ist sehr leichtgängig und klar beschriftet. Für den selbstbewussten Auftritt des Turn Kopfhörers darf natürlich auch hier das Logo nicht fehlen. 

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Um den Kopfhörer platzsparend verstauen zu können, kann mittels Klappmechanismus dieser "geschrumpft" werden. Dieser Mechanismus ist besonders hochwertig ausgeführt und wird von verschleißfreien Magneten gehalten. Somit gibt es keine Verbindungen die beschädigt werden können. So bleibt der Turn stets ein zuverlässiger Begleiter auf etwaigen Gigs. 

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Das mitgelieferte Anschlusskabel ist mit einem Bajonettverschluss ausgestattet und ist immer sicher mit dem Kopfhörer verbunden.  

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Um sich den Ausmaßen des Teufel Turn Kopfhörer bewusst zu werden, haben wir den Teufel Mute mal danebengelegt. Hier sieht man erstmal um was für einen "Trümmer" es sich handelt ist und wie stämmig und kraftstrotzend er daher kommt. Optisch ist der Kopfhörer mehr als präsent und kann durch eine massive Verarbeitung überzeugen. Wie er sich klanglich verhält, klären wir auf der nächsten Seite.

 


 

Der Praxistest

Als Testgerät verwendeten wir unsere Referenzplattform für Kopfhörer-Tests, den ASUS Xonar Essence One Muses Edition als Kopfhörerverstärker. Als Zuspieler stand ein Windows 10 PC zur Verfügung der per USB die Daten übermittelte. Die Musiktitel lagen ausschließlich im .FLAC-Format vor und wurden im Bit Perfect Modus an den DAC geschickt, um eine bit-genaue Wiedergabe für die verschiedensten Musikrichtungen sicherzustellen. Wegen der Unterstützung der Asio-Protokolle, kam als Abspielprogramm das JRiver Media Center 20 zum Einsatz.

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Vorteil bei dieser Wiedergabe über das Asio-Protokoll ist, dass eine überflüssige Datenverarbeitung der Windows Audio Layer vermieden werden sowie die Unterstützung unterschiedlicher Bit-Tiefen und Sampleraten. Das von Steinberg Media Technologies entwickelte Protokoll bietet somit die perfekte Voraussetzung für eine bitgenaue Wiedergabe und kann dem Hörer einen unverfälschten Sound  präsentieren. 

 

 

Musikwiedergabe mit Free Lossless Audio Codec (.flac)

Starten wollen wir mit dem Song Get ur freak on von Missy Elliot. Der erste Beat setzt ein und zaubert uns ein leichtes Lächeln aufs Gesicht. Die Dynamik, mit der der Turn antreibt, ist schon sehr bemerkenswert und macht Lust auf mehr. Aber nicht nur der Bass überzeugt, auch die weiteren Frequenzbereiche sind überraschend neutral wiedergegeben und unterstreichen den Beat-lastigen Titel. Auch der Rap-Gesang von Rap-Königin Elliot wird gut in das Geschehen eingebunden und eine gewisse Räumlichkeit ist zu vernehmen. Erhöht man den Bassbereich mit Hilfe des Drehreglers, gibt es gewaltig auf die Mütze. Selbst bei moderater Lautstärke haut der Turn uns eine Bassattacke nach der anderen um die Ohren.  

Um den Kopfhörer auch im oberen Frequenzbereich etwas zu fordern, entschieden wir uns für den Track High Ball Stepper von Jack White. Auch hier lässt sich der Kopfhörer nicht lumpen und spielt den Titel sehr kraftvoll und detailliert dem Hörer vor. Die Gitarrenriffs von Jack White sind präsent und klar herausgestellt, der Titel regt zum Headbangen an. Ab und zu wird für den Turn die Luft  im oberen Frequenzband etwas dünn. Grundsätzlich wird aber eine recht saubere Wiedergabe erreicht, die trotz der enormen Pegelfreudigkeit im Bassbereich, neutral und jederzeit als präzise zu beschreiben ist. 

Damit der Turn auch mal zeigen kann was er zu leisten vermag, kam der Track Savior von den Bassjackers zum Einsatz. Um das Erlebnis zu beschreiben, reichen eigentlich ein paar kurze Worte "Turn coming home". Das ist das Territorium wo der Turn all seinen Stärken ausspielen kann. Es ist schier unglaublich was für eine Gewalt Teufel auf den Hörer loslässt und wir haben den Drehregler noch nicht mal angefasst. Steuert man den Bassbereich noch um zwei Schritte nach oben, wird es heftig in den Gehörgängen. Der Turn schafft dementgegen immer die Mitten und Höhen nicht zu vergessen und es klingt recht homogen, wenn man es denn noch so nennen darf. Denn der Tieftonbereich ist sehr dominant und der unangefochtene König unter den abgespielten Frequenzen. Der verbaute Treiber übersteuert nie, liefert durch die Bank ein sauberes Klangbild ab und das auch bei Lautstärken die der Gesundheit auf Dauer schaden würden. Absolute Paradedisziplin für den Kopfhörer.    

 

Tragekomfort / Handling

Beim Thema Tragekomfort wird es eher schwierig. Der Turn ist mit seinen 470 Gramm kein Langstreckenbegleiter oder für längere Reisen. Man merkt den Hörer wenn man Ihn trägt, und genau hier fordert die massive Bauweise ihren Tribut ein. Aber das ist auch nicht das Einsatzgebiet des Turn Kopfhörers. Er soll die Ohren fest verschließen und dem DJ, ob auf einer Party oder einem Gig, unterstützen seine Arbeit machen zu können und das zuverlässig. Und genau das bringt der Turn Kopfhörer mit. Die mechanischen Teile sind alle sehr stabil ausgeführt, der magnetische Verschluss kann nicht verschleißen und die Ohrmuscheln sitzen angenehm fest und dämpfen die Umgebungsgeräusche sehr ordentlich. Kommen wir nun abschließend zum Fazit.     

 


 

Fazit

Was bewegt Leute, sich einen Land Rover Defender zu kaufen, wenn es für das gleiche Geld hübschere und praktischere Modelle gibt? Er macht das wofür man ihn kauft. Er pflügt durch jeden Acker ohne dabei zu ächzen, er liefert gnadenlosen Off-Road-Spass und bringt jeden sicher zurück. Genauso verhält es sich mit dem Teufel Turn Kopfhörer. Er gehört mit Sicherheit nicht zu den schönsten Kopfhörern und von einem Feingeist ist er meilenweit entfernt. Aber das will Teufel mit dem Kopfhörer auch gar nicht. Das Einsatzgebiet setzt eine stabile Verarbeitung und somit eine Robustheit bzw. Zuverlässigkeit voraus. Klanglich wird auch eine gewisse Neutralität verlangt, damit auch jede Art von Musik zur Geltung kommt. Und genau das liefert der Turn Kopfhörer dem Käufer. Eine derartig massive Verarbeitung ist uns bei einem Kopfhörer noch nicht untergekommen.

Klanglich ist der Kopfhörer dynamisch, kraftvoll und bleibt dabei recht neutral was die Klangfarbe angeht. Bassattacken sind wir von Teufel Kopfhörern eigentlich gewohnt, aber noch nicht in dieser Form. Betätigt man den Drehregler wird es verheerend in den Gehörgängen. Somit ist die Aufgabe, einen zuverlässigen Partner für Disc Jockeys zu konstruieren, zu unserer vollsten Zufriedenheit erfüllt worden. Wer einen Kopfhörer für "richtige Männer" haben möchte und den auch mal ohne Samthandschuhe anpacken möchte, ist mit dem Teufel Turn gut bedient. Unterwegs kann man diesen dann auch in den "Turnbeutel" packen. Erhältlich ist der Teufel Turn DJ-Kopfhörer für 199,- EUR und kann u.a. im Teufel-Online-Shop gekauft werden.

 

 

Teufel Turn DJ-Kopfhörer 
Grobdynamiker mit sehr solider Verarbeitung und mächtig Bums unter der Haube - 06.01.2016

 
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   Pro  Contra    
  + robuste Materialien 
+ sehr stabile Verarbeitung
+ zuverlässige Scharniere

+ ausgewogener Klang
+ sehr kräftige Tiefen 
+ Lieferumfang (Transporttasche)
 - hohes Gewicht
 - Höhen kommen etwas zu kurz




Teufel Turn 5k  

 

Wir verleihen dem Teufel Turn DJ-Kopfhörer verdienterweise unseren HiFi-Journal Preis-Leistungs Award.

preis leistung

 

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