Mit 7,9g liegen die Yamaha Buds angenehm und sicher im Ohr, auch bei sportlichen Aktivitäten war der Sitz immer gegeben und ich hatte nicht das Gefühl, die Kopfhörer zu verlieren oder den Sitz anpassen zu müssen. Das Pairing über den Bluetooth Standard 5.2 erfolgt beim Öffnen des Ladecase problemlos und schnell. Als sportliche In-Ear-Kopfhörer sollten die TW-ES5A auch ohne Ladung längere Trainingsessions meistern können. Im Test gelingt ihnen das problemlos. Die Stöpsel allein bringen es auf eine gute Wiedergabezeit von rund 9 Stunden, die sich allerdings bei Aktivierung der Geräuschunterdrückung auf ca. 7 Stunden verkürzt. Rechnen wir die 25 Stunden Laufzeit des Ladecases mit ein, so unterhalten die Yamaha insgesamt für rund 34 Stunden ohne sowie für 32 Stunden mit ANC. Sollte es mal eilen, reicht bereits eine Ladezeit von 15 Minuten, um die In-Ears wieder für rund 2 Stunden einsatzbereit zu machen. Leider kann das Case nicht kabellos auf entsprechenden Qi-Flächen geladen werden. Mit der Kabelverbindung ist es schließlich nach 2,5 Stunden gefüllt. Die Ladestände können über die App oder die Status-LED am Gehäuse abgelesen werden.
Für Anpassungen an persönliche Vorlieben bietet Yamaha die App Yamaha Headphone Control (für Android und iOS). Klanganpassungen via Equalizer sind möglich, auch der Akkustand der In-Ears kann eingesehen werden – der Stand des Ladecase hingegen nicht. Es sind drei Modi auf Wunsch zuschaltbar: Bei "Ambient Sound" hört man Geräusche in der Umgebung verstärkt, ideal etwa im Straßenverkehr. Hinter „Listening Care“ versteckt sich eine lautstärkeabhängig agierende Klangregelung. Bekanntermaßen nimmt unser Gehör bei unterschiedlichen Pegeln Frequenzen auch unterschiedlich intensiv wahr. Vereinfacht gesagt stehen tiefe und hohe Frequenzen bei geringeren Pegeln in einem anderen Verhältnis zu den Mitten als bei höheren Pegeln.
Eine vereinfachte Lösung für dieses Problem kennt man als Loudness-Taste am Hifi-Verstärker. Die TW-ES5A passen bei eingeschalteter Funktion den Klang dezent und nach meinem Empfinden, insbesondere im Bassbereich entsprechend der Wiedergabelautstärke an. Die Musik klingt dann selbst bei niedriger Lautstärke schon voluminöser, was auf Dauer die Ohren schonen und schützten soll, da man eben weniger Lautstärke benötigt, um einen satten Klang zu erhalten. Im "Gaming-Mode" sinkt hingegen die Latenz. Folge: Die Verzögerung zwischen Bild und Ton entfällt gewissermaßen. Klasse fürs mobile Gaming oder für Serien und Filme. Daneben gibt es noch eine konfigurierbare Zeitdauer, nach der sich das Testgerät bei Inaktivität automatisch ausschaltet.
Eine Konfiguration der Tastensteuerung über die App ist leider nicht möglich. Durch die integrierte aktive Geräuschunterdrückung erzielen die Buds eine durchweg überzeugende aktive Entkopplung von störenden Alltagsgeräuschen. Wie meistens wirkt die Geräuschunterdrückung, hauptsächlich bei statischen und tieffrequenten Geräuschen. Benachbarte Kommunikation oder Tastaturgeräusche werden dabei nicht vollständig eliminiert. Im Alltag verbessert das Noise Cancelling dennoch praxistauglich den Störabstand, etwa bei Fahrten im ÖPNV und intensiviert so den Musikgenuss oder schafft, ohne Musik, einen erhöhten Ruheraum. Eine individuellere ANC-Einstellungsmöglichkeit hätte ich dennoch begrüßt. Eine Klangverschlechterung bei aktivem ANC konnte ich nicht feststellen, wohl aber eine leicht erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Windrauschen.
Die Funktionssteuerung erfolgt wie schon beschrieben über insgesamt drei Tasten an den oberen Enden der Ohrhörer, die jeweils auf Einfach- und Doppelklicks und längeres Drücken reagieren. Durch einmaliges Drücken der beiden Knöpfe setzt man die Lautstärke hoch oder runter. Längeres Drücken auf den unteren Knopf aktiviert den jeweiligen Sprachassistenten. Zweimaliges kurzes Drücken beim oberen Bedienelement sorgt für den Titelsprung nach vorn. Zweimaliges kurzes Drücken beim unteren Bedienelement startet den aktuellen Titel nochmals. Der Drücker am linken Ohrstöpsel ist für die Pause-/Play-Funktion zuständig. Geht ein Anruf ein, nimmt man diesen durch einmaliges Drücken der Taste am linken In-Ear an. Man mag das Yamaha-Bedienkonzept im Touch-Zeitalter als etwas angestaubt bezeichnen. Zumindest hielten sich unabsichtliche Fehlbedienungen im Test stark in Grenzen. Leider lassen sich die Steuerungstasten nicht individuell belegen. Das ist insofern unpraktisch, da man die Hörer auch einzeln nutzen kann. So bleibt keine Möglichkeit, die wichtigsten Bedienfunktionen auf ebendiesen einen verwendeten Hörer zu legen.
Für gute Klangqualität sollen bei den TW-ES5A die verbauten 6 Millimeter Membranen sorgen. Tatsächlich liefern die Hörer ein gleichermaßen fülliges und transparentes Klangerlebnis. Mit den richtigen Passstücken liefern sie ein voluminöses Klangbild. Sie klingen schön ausgewogen, stets angenehm und nicht anstrengend. Dabei sind die Bässe gut dosiert, wenn auch nicht sonderlich tief herabreichend, was bei den verbauten 6 mm Treibern aber auch Bauartbedingt nicht zu erwarten war. Hohe Töne drängen sich nicht auf, wirken aber stets klar und präsent. Stimmen klingen klar verständlich und natürlich, Percussion und S-Laute bleiben auch in gehobener Lautstärke unverzerrt. Die Yamaha Buds sind auch ohne aktivierte Listening Care Funktion für längere Einsätze geeignet, ohne klanglich anzustrengen. Dennoch hilft die innovative Listening Care Funktion dabei, auch schon bei relativ geringen Lautstärken ein druckvolles und voluminöses Klangbild zu erschaffen.
Wenden wir uns nun den vorgefertigten DSP-Modi zu, um diese in meinen Eindrucken zu beschreiben:
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Abschließend löst Yamaha auch das Versprechen einer überzeugenden Sprachverständlichkeit bei Anrufen ein. Dafür wurden die Mikrofone optimiert und mit der Qualcomm cVc (Clear Voice Capture)-Technologie kombiniert. Diese Technologie unterdrückt Nebengeräusche und Echos. Die Sprachqualität ist sauber und weist kaum Nebengeräusche auf. Dabei funktionieren die Hörer bei Bedarf auch einzeln. Ebenfalls integriert ist ein Gaming-Modus, der für eine geringe Latenz sorgt. Das bietet nicht nur Pluspunkte beim Zocken, sondern auch bei der Wiedergabe von Videos und Serien, da so eine synchrone Wiedergabe von Bild und Ton möglich ist.
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