AV Receiver/ Verstärker

Test: Nubert nuConnect ampX

Praxischeck

Obwohl der „Kleine“ voll mit Technik und Funktionen ist, ist der tägliche Umgang mit dem Gerät kinderleicht. Hier schafft Nubert den Spagat zwischen Nutzungsvielfalt und Benutzerfreundlichkeit, dabei ist es auch egal ob man ein Freund der analogen Bedienung mittels Fernbedienung und Knöpfen ist oder eben alles per smarte Helfer erledigen möchte. Denn die Steuerung ist über den schicken Aluminium-Drehregler und den beiden Zusatztasten einfach direkt am Gerät zu erledigen. So besitzt das wertige Drehrad auch eine „Drück-Funktion“ um das Ausgewählte zu bestätigen, was die Navigation durch das Menü letztlich zum Kinderspiel macht. Dabei hilft auch das große OLED-Display mit seiner guten Lesbarkeit.

Nubert nuConnect ampx 10k

Gleiches gilt für die Fernbedienung, die über leicht gummierte Tasten alle Funktionen des ampX dem Nutzer zugänglich macht, bis auf das Feature: Raumeinmessung. Diese ist nur per App nutzbar und leider schränkt Nubert die Nutzung aktuell auf iOS-Geräte ein, welches uns einen Strich durch die Rechnung macht. Denn aktuell sind wir aus diversen Gründen in der Redaktion nur mit Android-Geräten unterwegs und können somit auf die Raum-Einmessung nicht genauer eingehen, Entschuldigung dafür. Aber so wird es sicherlich noch einigen anderen Nutzern gehen und für klangliche Anpassungen kann auch manuell Hand angelegt werden. Denn herstellerseitig stellt man dem Nutzer eine einfache Bass- und Höhenregellung zur Verfügung, mit dieser können die einzelnen Bereiche um 10 Dezibel angehoben bzw. abgesenkt werden. Wer es etwas detaillierter möchte nutzt den 5-Band-Equalizer im ampX, dessen Einstellungen auch als Presets hinterlegt werden können und somit selbst erstellte Modis für z. B. Film, Musik oder Nacht denkbar macht und jederzeit schnell abrufbar sind.

Nubert nuConnect ampx 9k

Besonders in der heutigen Zeit sind Streaming-Schnittstellen wichtiger denn je und der kleine ampX bringt neben Bluetooth samt aptX-HD, auch eine USB-Schnittstelle mit, die mit einem Computer kommunizieren kann. Zwar ist darüber kein DSD oder MQA möglich, aber Auflösungen von bis 192kHz / 24 Bit werden unterstützt und sich vermutlich ausreichend in diesem Preisgefüge. Eine Airplay- und Netzwerk-Konnektivität hätten wir uns noch gewünscht, aber wie sagt man so schön: Man(n) kann nicht alles haben. Da der ampX über alle digitalen Signalwege mit 192kHz / 24 Bit umgehen kann, ist er prädestiniert für die HiRes-Medien und dementsprechende Lautsprecher.

Wir haben passenderweise die Nubert nuJubilee 45 mit dem Verstärker verbunden und waren überrascht welche potente Kombo wir da vor uns stehen haben. Dass die Sondermodelle klanglich eine Wucht sind, haben wir ja schon ausführlich in unserem Review zu den nuJubilee 45 seziert. Aber der nuConnect ampX stellt sich auch als idealer Spielpartner bzw. Impulsgeber für die recht großen Regallautsprecher heraus. So pegelstark und impulsfest haben wir den „Kleinen“ gar nicht eingeschätzt. Selbst bei so „fiesen“ Nummern wie Toccata & Fugue von Bach ist der Nubert blitzschnell und liefert satte Bässe bzw. sehr klare Strukturen, ohne irgendwie etwas selbst hinein zu interpretieren. Die Abstimmung ist sehr neutral gehalten und mit einer hohen Pegelfestigkeit gesegnet. Dabei interessiert es ihn nicht, ob man leise Töne einer Ballade z. B. von Norah Jones präferiert oder die nächste Party mit elektronischen Bassgewittern alla Paul Kalkbrenner abfeiert. Er agiert stehts auf den Punkt, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und agiert für einen Verstärker dieser Größe sehr souverän.

Im direkten Vergleich mit unserer Onkyo M-5000R Endstufe fehlt aber etwas der Punch im unteren Frequenzgang und auch bei der Impulsgenauigkeit liegt die massive Endstufe der Japaner deutlich besser. Aber der Vergleich hinkt auch müssen wir zugeben, denn die etwas in die Jahre gekommene Endstufe ist deutlich teurer und von den Proportionen wie eine Tiefgarage für bis zu sechs solcher ampX (…) Wir wollten nur einen Vergleich haben und wären auch verblüfft gewesen, wenn es klanglich keinen Unterschied geben würde. Aber der schwäbische Digitalverstärker macht seine Sache gut und ist nicht so weit weg, wie Größe und Preis vermuten lassen würden. Freunde eines Class A Boliden, die über eine Wechsel nachdenken, müssen auch ganz stark bleiben. Denn der digitale Vollverstärker der Schwaben wird auch bei hohen Pegeln nicht besonders warm und kann somit nicht als zusätzliche Heizung dienlich sein (…) Hier zeigt Nubert was mit aktueller Verstärkertechnik in Sachen Effizienz möglich ist.

Nubert nuConnect ampx 5k

Auch der Phonoeingang des ampX stellt ein solides Fundament für den Vinyl-Einsteiger dar. Auflösung und Leistung gehen in Ordnung, auch wenn die Grundlautstärke mit unseren ELAC Miracord 90 und MM-System etwas leise ist, bewegt sich die Wiedergabequalität auf einem guten Niveau. Wer nur ab und zu eine Schallplatte genießen möchte, dem sollte die Phonostufe im Nubert ampX mehr als genügen. Darüber hinaus können ja auch MC-System genutzt werden, was in dieser Preisklasse nicht unbedingt üblich ist. Wer aber das letzte aus seinem Plattendreher rausholen möchte und diese Art der Wiedergabe bevorzugt, sollte über einen dedizierten Phono-Preamp nachdenken, denn zum Beispiel mit einem ELAC PPA-2 Phono-Vorstufe ist klanglich deutlich mehr drin, aber muss auch eben bezahlt werden (…) Mehr haben wir zum Nubert nuConnect ampX auch nicht zu sagen und kommen somit zum abschließenden Fazit.


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