Test: ELAC Alchemy Serie

Elac Alchemy Serie newsSeit der Übernahme im Jahre 2017, hat sich die Alchemy Serie durch einige Evolutionsstufen entwickelt und dieses Jahr auf der High End war es dann soweit. ELAC zeigte die finale Fassung ihrer Alchemy-Geräte und diese möchten wir uns heute genauer anschauen.

 

 

Einige werden sich sicherlich noch daran erinnern, im Jahr 2017 hatte ELAC das US-Unternehmen Alchemy Audio übernommen auf der High End 2017 in München erste Prototypen dieser Serie präsentiert. Letztes Jahr auf der High End wurden dann erste serienahe Modelle präsentiert. Im Jahr 2019 ist von den damaligen Geräten optisch nichts mehr übriggeblieben, dass Design wurde komplett neu entworfen und zeigt sich nun in der finalen Version.

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kompakte aber leistungsstarke Kombi aus Alchemy DPA-2, PPA-2 und DPP-2

Im Ergebnis besteht die ELAC Alchemy Serie aus einem Vorverstärker / DAC / Streamer, einer Endstufe sowie einem Phonovorverstärker. Das breite, flache und dezente Design bricht mit jeder Norm und zielt im Allgemeinen doch eher auf Einbausysteme für eine komplexe Hausausstattung ab. Natürlich, dank der kompakten Maße ist die neue Alchemy-Serie auch in einem Lowboard oder HiFi-Rack denkbar.

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einfache aber funktionelle Fernbedienung für die ELAC Alchemy DDP-2 Vorstufe

Wie es sich für eine Serie gehört, sprechen die aktuell drei erhältlichen Modelle der Alchemy-Linie optisch die gleiche Sprache. Massive Aluminiumfronten sitzen an einem schmalen Stahlblech-Gehäuse mit einem sehr dezenten Auftritt. Durch diese kompakte Bauform erreichen die drei Geräte aufeinander gestapelt, ungefähr die Höhe unseres Referenz-AV-Receivers Yamaha RX-A3080 und sind sehr einfach in oder auf entsprechenden Möbelstücken platzierbar. 

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Wie schon einleitend erwähnt, besteht die ELAC Alchemy-Serie aktuell aus drei Modellen. Neben dem leistungsstarken Verstärker DPA-2 der bis zu 325 Watt pro Kanal zur Verfügung stellen kann, ist für die Zuspielung bzw. Steuerung des Systems die DDP-2 Vorstufe mit DAC und Streaming-Funktionen zuständig. Mit der PPA-2 Phono-Vorstufe möchte man auch den hauseigenen Plattenspielern eine potente Plattform bieten und diese rundet auch die Alchemy-Serie ab. Die nächsten Seiten dienen der genauen Vorstellung der einzelnen Modelle bevor es zum Praxischeck und Fazit kommt.

 

Die kompletten technischen Daten findet ihr unter:


 

ELAC Alchemy PPA-2 Phonovorstufe

Den Anfang macht die PPA-2 Phonovorstufe, die sich wirklich jedem Tonabnehmersystem gewachsen fühlt. Der PPA-2 kann mit MM (Moving Magnet) und MC-Systeme (Moving Coil) gleichermaßen gut umgehen und bietet für beide Eingänge eine stufenlose und voneinander unabhängige Impedanzregelung. Dabei hilft auch das Display in der Front, welches mit Hilfe des kleinen schwarzen Knopfes Informationen zu aktuellen Werten bereitstellt bzw. eine Messung der Lastimpedanz des Tonabnehmers durchführt und somit eine perfekte Justage des genutzten Tonabnehmers ermöglicht.

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Für die Steuerung des PPA-2 stehen einige Tasten auf der Vorderseite dem Nutzer zur Verfügung mit denen man den Eingang wählt, den Hochpass-Filter aktiviert, falls Störgeräusche auftreten oder den MC-Modus aktiviert, der das Signal um 18dB anhebt. Freunde von alten Mono-Schallplatten können mit dem Mono-Modus diese auch genießen. Das aufbereitete Signal kann dann über die beiden integrierten Ausgänge, Cinch oder XLR an einen Vorverstärker bzw. den DDP-2 weitergegeben werden. Rückseitig befinden sich zwei Erdungsanschlüsse (Signalmasse und Gehäusemasse), wie schon angesprochen, zwei separat regelbare Eingänge, einen Cinch-Eingang und XLR-Ein- und Ausgänge. Da symmetrische Verbindungen weites gehend immun gegen Brummeinstreuungen sind, empfiehlt der Hersteller auch die Nutzung dieser.

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Interessant ist die Buchse neben der Spannungsversorgung des PPA-2. Diese soll die Stromversorgung der eigenen Miracord-Modelle, wie z.B. dem Miracord 90, übernehmen, besser als die mitgelieferte Stromversorgung sein bzw. vereinfacht den Aufwand bei der Kabelverlegung. Leider liegt der Vorstufe kein passendes Kabel bei, denn beim Miracord 90 ist das Kabel fest mit dem externen Netzteil verbunden und somit muss sich der Nutzer mit einer optionalen Alternative beschäftigen. Das Innenleben ist sehr aufgeräumt, viel muss so eine Phonovorstufe technisch auch nicht beherbergen, aber trotzdem wurde auf die wichtige räumliche Trennung von Signalverarbeitung und Stromsektion geachtet, so dass störende Einstreuungen in das Tonsignal vermieden werden. Viel mehr gibt es zur Phonovorstufe auch nicht zu sagen und wir können uns dem DPA-2 Vollverstärker auf der nächsten Seite widmen.


 

ELAC Alchemy DPA-2 Vollverstärker

Der Endverstärker der Alchemy Serie kommt laut Datenblatt mit mächtigen Muckis unter der Haube daher. So steht auf der ELAC Homepage etwas von 325 Watt bei 4 Ohm pro Kanal usw. Seriös sind eher die Werte 200 Watt Stereo an 4 Ohm und die 125 Watt Stereo an 8 Ohm bei 0,01% THD. Die maximalen Werte wurden mit einem hohen Klirrfaktor gemessen und somit nicht wirklich HiFi-tauglich. Aber mit 200 Watt pro Kanal ist diese Endstufe immer noch mit sehr potent zu betrachten und würde sich neben unserer Aufbauvarianten, auch als wunderbare Ergänzung eines hochwertigen AV-Receiver eignen um den Stereo-Betrieb etwas zu pimpen. Wer nie genug Leistung haben kann, der kann die Endstufe auch auf Mono „brücken“ und somit ordentlich Leistung pro Kanal bereitstellen.

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Vorstufen können mittels symmetrischer XLR-Eingänge mit dem Verstärker in Kontakt treten, aber auch unsymmetrische Cinch-Eingänge sind vorhanden. Dazu besitzt der DPA-2 eine Gain-Anpassung, zur Anpassung der verschiedenen Eingangssignale und einen Mute-Schalter in der schicken Aluminiumfront. Immer Inneren agieren zwei Spannungsversorgungen, der Ringkerntrafo und ein lineares Netzteil für die rauscharme Spannungsversorgung der Vorverstärkerstufe und das Schaltnetzteil ist für die digitale Endverstärkung zuständig.

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Diese Verschaltung der DPA 2 Endstufe nennt sich "gleichspannungsgekoppelt" und sollen gerade im unteren Frequenzband stabil agieren und praktisch keinen Bassabfall aufweisen. Die dadurch eventuell auftretenden ungewollten Gleichspannungsignale sollen mit der eingesetzten Servosteuerung unterbunden werden. Die Class-D-Module stammen vom holländischen Hersteller Hypex und besitzen die Bezeichnung UCD400LP. Diese ermöglichen die hohe Ausgangsleistung von bis zu 125 Watt an 8 Ohm, ohne große Kühlungskonstrukte oder zusätzliche aktive Lüfter und sollen eine Effizienz von bis zu 80 Prozent erreichen. Klingt alles auf dem Papier fantastisch und bevor wir uns das praktisch mal anhören, kommen wir auf der nächsten Seite noch zum DPP-2


 

ELAC Alchemy DPP-2 Vorstufe, DAC und Streamer

ELAC bezeichnet den DDP-2 als Vorstufe, Digital-Analog-Wandler und Streaming Endpunkt. Somit hat er nicht nur die meisten Funktionen und den längsten Namen in dieser Runde, sondern kostet in diesem Ensemble auch am meisten, aber dazu kommen wir im Fazit genauer. Erstmal schauen wir uns die einzelnen Stärken des DDP-2 an. Die digitale Sektion stellt ganze acht digitale Eingänge zur Verfügung, USB, zwei koaxiale Cinch-Eingänge, zwei optische TOSLINK-Eingänge, AES/EBU und zwei I²S-Eingänge die mit der bekannten Jitter Control von Audio Alchemy arbeiten. Damit wird das Eingangssignal „gereinigt“ und mithilfe der beiden AKM DACs AK4493, wenn gewünscht, auf eine höhere Bitrate aufgehübscht und durch verschiedene Filtereinstellungen angepasst werden. Dafür stehen vier Stufen bereit:

Damit lässt sich die Wiedergabe der digitalen Signale an die eigenen Lautsprecher anpassen, klare Empfehlungen sind bei solchen Funktionen aber schwierig und hier sollte man das eigene Gehör entscheiden lassen. Neben den schon erwähnten Filtereinstellungen, bietet der DPP-2 noch andere, interessante Anpassungsmöglichkeiten in den Einstellungen.

Mit der ResEnh-Funktion (Resolution Enhancement) lässt sich die Auflösungsverbesserung ein- oder ausschalten, welche mit Interpolation und Dithering zusätzliche Datenbits dem digitalen Audiosignal hinzufügt, so dass die analoge Wandlung harmonischer abläuft. Das gilt nur für digitale Signale und Datenströme von 44.1 kHz aufwärts.

Mit der Phaseneinstellung wählt man die positive oder negative Ausgangspolarität. Mit dieser Phase-Schaltung kann die Polarität der gesamten Kette verändert werden und muss auch durch Probieren erhört werden, welche Einstellung die richtige für das eigene Setup ist. Üblicherweise macht sich eine richtige Polarität durch einen sehr präzisen Bass bemerkbar bzw. hörbar. Die letzte Funktion und die mit umstrittenste ist das Upsampling, welches durch ein Rechenprozess dem Originalsignal eine höhere Abtastrate verpasst. Ob das jetzt dann wirklich besser klingt, naja sagen wir mal so: Besser haben als Brauchen (…) Im Übrigen verarbeitet der DDP-2 Daten von bis zu 384 kHz/ 32 Bit, was wohl 95% der HiFi-Enthusiasten zufrieden stellen sollte.

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Bei der Trennung der digitalen von der analogen Sektion wurde auch einiger Aufwand betrieben. So arbeitet die Analogsektion mit einem Ringkerntrafo, der Digitalteil mit einem Schaltnetzteil und beeinflussen sich somit nicht. Auch sind beide Platinen voneinander getrennt, separat geerdet und nur ein weißes Flachbandkabel verbindet beide Sektionen miteinander. Die analoge Sektion besitzt drei analoge Eingänge, einen symmetrischen XLR-Eingang und zwei unsymmetrische Cinch-Eingänge und eine Reihe von analogen Ausgängen, zwei von ihnen sind variabel (1x XLR, 1x Cinch). Letztere sind zum Beispiel für Aktiv-Lautsprecher interessant, wie die ELAC Navis ARB-51 oder ARF-51. Dazu kommt ein diskreter Kopfhörerausgang, der über die Front aktiviert werden kann, dann die Lautsprecherausgänge auf der Rückseite automatisch abschaltet oder eben umgekehrt. Wenn wir schon bei der Front sind, sollten wir auch den sehr fein dosierten Lautstärkeregler erwähnen. Manch einer wird in lieben, andere wiederum hassen, denn man muss anständig Drehen bis wirklich was aus den Lautsprechern rauskommt bzw. man hohe Pegel erreicht. Als kleiner Tipp: Den Gain-Wählschalter am DPA-2 auf +6 stellen, damit erhält man automatisch eine höhere Grundlautstärke und am DPP-2 muss sich kein Wolf gedreht werden (…)

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Für die Einspeisung in das heimische Netzwerk stehen WiFi und Ethernet bereit, aber der DDP-2 kann nur in dieser Funktion als Endpoint für ROON-Server wie z.B. den ELAC Discovery dienen. Dafür stehen drei verfügbare Endpoints zur Verfügung: I2S–D1, I2S–D2 und I2S–D3 und somit bis zu drei unabhängige Streams. Eine direkte Zuspielung über Netzwerkmedien ist nicht möglich, diese Schnittstelle setzt zwingend einen ROON-Server voraus und fügt sich optimal in das ELAC Multiroom-Universum ein, welches ja seit der Vorstellung des Discovery auf die ROON Plattform setzt. Natürlich wollen wir die integrierte Bluetooth-Funktion nicht unterschlagen, die zwar praktisch ist, um mal eben Musik von smarten Geräten abzuspielen, aber nicht wirklich ernsthaft von ELAC umgesetzt wurde. Eine Unterstützung für aptX-HD oder LDAC hätten wir uns in dieser Geräteklasse gewünscht, aber leider arbeitet man hier in der einfachsten Ausbaustufe, beschränkt so deutlich die Bandbreite und so bleibt es ein „Nice to have“ in unseren Augen.


 

Praxischeck ELAC Alchemy Serie

Wie schon in der Einleitung erwähnt, ist das Setup aus DPA-2 Verstärker, PPA-2 Phonovorstufe und DDP-2 Vorstufe nicht wirklich größer als unsere AV-Receiver Referenz Yamaha RX-A3080 und somit ein wirklich platzsparendes Setup, mit vielen Möglichkeiten. In unserem Fall wurde mit der Phonovorstufe ein ELAC Miracord 90 verbunden, der sich auch hörbar wohl an dem PPA-2 Phonovorverstärker fühlte. Nach eine kurzen Impedanzmessung bzw. Justage auf der Rückseite, spielte der Miracord so locker flockig, besser als wir ihn jemals an anderen Vorstufen gehört hatten.

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Der Detailgrad stieg, die Dynamik nahm etwas zu und das Klangbild gewann an Leichtigkeit, auch bei kraftvollen Titeln und dabei verwenden wir „nur“ den mitgelieferten Tonabnehmer. Aber die Firmenzugehörigkeit scheint sich auszuzahlen oder zumindest erweckt es bei uns diesen Eindruck. Beide Geräte harmonierten sehr gut miteinander und das konnte man auch klar hören. Auch die anpassbaren Parameter brachten eine minimale klangliche Verbesserung, so dass man, je nach Gusto, sich die Vorstufe einstellen oder mit den klanglichen Einstellungen experimentieren kann.

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Um natürlich in der Multiroom-ELAC-Welt zu bleiben, nutzen wir auch einen Discovery Music Server mit ROON Essentials, da sich das einfach anbietet und den Kreis schließt in dieser Hardware-Umgebung. Hier zeigt sich dann auch wie vielfältig der DDP-2 eingesetzt bzw. genutzt werden kann. Klar ist, dass er das „Hirn“ des hier dargestellten Setups darstellt, denn über ihn und an ihm werden alle Signale, ob analoger oder digitaler Natur eingespeist. So ist logischerweise die Phono-Vorstufe mit ihm verbunden, aber auch ein Computer über die USB-Schnittstelle mit ihm verbunden. Letzteres wird über einen Cmedia CM6631A realisiert, der Dateien von bis zu 192KHz / 32bit verarbeitet und auch mit ASIO-Treibern funktioniert. Damit ist es möglich, die Audioverarbeitung des OS, in unserem Fall Windows 10, zu umgehen und unverfälschte Musikdaten der Vorstufe zu zuspielen.

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Durch die vielen Schnittstellen kann jedes erdenklich HiFi-Gerät mit dem DDP-2 verbunden werden, selbst an I²S Audio-Verbindungen wurde gedacht, die bei Audio Alchemy, der ursprünglichen Firma und deren Geräten üblich war. Leider ist der I²S HDMI-Port auch „nur“ zur Audioübertragung gedacht, eine Schnittstelle inklusive ARC für die Verbindung mit z.B. einem TV, hätte die Vorstufe komplettiert. Aber man kann ja auch die digitalen, optischen Eingänge dafür nutzen. Durchschalten kann man die Eingänge übrigens am Gerät selbst oder mit der beiliegenden Fernbedienung, die jetzt keine Offenbarung in Sachen Wertigkeit darstellt, aber einen soliden Eindruck mit guter Haptik hinterlässt.

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ROON-Endpoint - verbunden mit dem ELAC Discovery Server

Der Dritte im Bunde ist das Kraftwerk der Alchemy-Serie und sorgt für den Antrieb der genutzten Lautsprecher. Durch den durchdachten Verstärkeraufbau, ist trotz geringer Abmaße eine hohe Leistung möglich, die auch ausgewachsene Standlautsprecher mit der nötigen Impulskraft imposant versorgt. Auch wenn die Angaben auf der ELAC-Homepage mit 325 Watt pro Kanal sehr optimistisch angegeben sind, weil mit einem hohen Klirrfaktor gemessen, sind die auf der High-End kommunizierten internen Angaben von 200 Watt bei 4 Ohm (0,01% THD) pro Kanal immer noch beachtlich und braucht sich hinter potenten, deutlich größeren Geräten nicht verstecken. Das audiophile Verstärker mit ansprechender Leistungsentfaltung nicht groß sein müssen, konnte wir auch schon bei dem NAD M10 und den XTZ Edge-Endstufen erfahren und eben der aktuelle Stand der effizienten Verstärker-Technik.

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I²S-Schnittstelle dient ausschließlich der Übertragung von digitalen Audiodaten

Unsere Standlautsprecher Pylon Audio Diamond 28, die Focal Kanta N°2 oder die kompakten Fishhead Audio BS 1.6 fühlten sich alle pudelwohl an der Stereokette und obwohl wir gerade bei den leistungshungrigen Kanta N°2 unsere Bedenken hatten, das der “kleine“ DPA- Verstärker da nicht richtig zulangen würde, wurden wir zum Glück in unsere Annahme enttäuscht. Auch große Standlautsprecher überzeugen in ihrer Wiedergabe mit einer hohen Dynamik, einer exzellenten Impulskontrolle und ausgeprägten Detailgrad, dass das reine Musikhören wieder in den Fokus rückt.

Weboberflaeche Alchemy
Updates erfolgen über die Weboberfläche - funktioniert problemlos

Auch höhere Pegel sind spielend möglich, denn der Verstärker aus der Alchemy-Serie hat es wirklich faustdick hinter den Ohren. Man sollte ihn aber bei der Aufstellung etwas Platz nach oben geben bzw. ganz nach oben in der Kette befördern, denn er wird auch etwas warm. Aber keine Angst, er wird nicht wie ein Lavaklumpen durch die Decke des Bewohners unter einem sich Glühen, er bleibt handwarm und unterstreicht damit die Effizienz der verbauten Endstufen. Unsere Onkyo M-5000R Endstufe mit Class A/B Technik entwickelt deutlich mehr Temperatur unter hoher Dauerlast. Interessant was auch das Verhalten bei hohen Lasten, welche plötzlich auftreten Lasten wie Trommelschlägen bei orchestralen Aufnahmen, oder Konzerte mit heftig einsetzende Tiefbasspassagen, denn es gab keins (…)

Alchemy USB Alchemy USB
der Cmedia CM6631A unterstützt 192KHz/32bit

Der DPA-2 steckte diese schwierigen und spontan auftretenden Lasten unhörbar weg und blieb immer souverän in den Strukturen des zugespielten Audio-Materials. Die dieser Verstärkertechnik oft zugesprochene „Krankheit“ nicht musikalisch genug zu klingen, können wir so auch nicht bestätigen. Eher im Gegenteil. So klingt, wenn man es dann überhaupt so bezeichnen darf, der Verstärker sehr neutral und orientiert sich eher an dem gerade gehörten Musikstück in der klanglichen Ausprägung, als eigene Charakterzüge mit einzubringen und es somit zu verfälschen. Eine Eigenschaft, die in der heutigen Zeit von z.B. MQA-Formaten, wo der Künstler die Klangfarbe dem Musikstück verpasst und nicht die Technik, die wirklich gut gefällt. Durch und durch eine beeindruckende Kombination, diese Alchemy-Serie. Kommen wir zu unserem abschließenden Fazit.


 

Fazit

Die neue ELAC Alchemy-Serie rundet nicht nur das hervorragende Portfolio der Kieler um Elektronik abseits der Lautsprecher ab. Nein, vielmehr zeigt die Serie wie man High-End-Technik kompakt verpackt, ohne auf Klang und Leistung zu verzichten und dabei auch audiophile Gemüter abholt. Die Kombo aus DPA-2 Verstärker, PPA-2 Phono-Vorstufe und DPP-2 Vorstufe / DAC / Streamer müsste eigentlich jeden HiFi-Enthusiasten „befriedigen“, bei uns blieb jedenfalls kein Wunsch offen. Auch die Einbindung in das Multiroom-Universum ROON, worauf ELAC seit Anbeginn setzt, zeigt das die Kieler sich etwas dabei gedacht haben und natürlich „ihre“ Plattform weiter vorantreiben möchte. Das aber nicht wie viele andere Hersteller autark von anderem Systemen, ROON ist ein offenes System und ist somit mit sehr vielen Herstellern kombinierbar bzw. erweiterbar.

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Einzeln betrachtet ist der Alchemy PPA-2 ein mächtiges Instrument um aus seinem Plattenspieler alles heraus zu holen, nicht nur von der technischen Ausstattung, auch die „Spielmöglichkeiten“ mit der Klangwiedergabe machen das Vinylhören zum Erlebnis. Die DDP-2 Vorstufe bietet viele Schnittstellen, ob kabellos oder kabelgebunden und stellt zusammen mit z.B. einem Discovery Music Server eine umfassende Streamingplattform dem Nutzer zur Verfügung, die auch dank des USB-Interface von einem PC genutzt werden kann. Nur das „einfache“ Bluetooth passt in die High-End-Ansprüche nicht ganz so mit rein, aber eben vorhanden. Der Alchemy DPA-2 Vollverstärker hat aber den größten Eindruck bei uns hinterlassen. Er schleift die Signale total emotionslos durch und überlässt die klangliche Färbung denen, die es besser können, den Lautsprechern. Dabei ist er unglaublich dynamisch und kraftvoll, treibt mühelos auch fordernde Standlautsprecher bis zu hohen Pegeln an, bleibt aber jederzeit Herr über das Geschehen und zeichnet sich durch seine Neutralität aus. Hat man jetzt aufmerksam bis zum Ende durchgehalten, wird auch der Leser merken, wir können nur zu einem Urteil kommen. Großartig ELAC, die Alchemy-Serie ist ein gelungener Wurf und die Zeit der Entwicklung hat sich wirklich gelohnt. Absolute Top-Produkte.

 

 

Elac Alchemy award

 

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