Apple veröffentlicht eine eigene App, die Klassikliebhaber ansprechen soll. Aktuell ist sie nur für iOS verfügbar (https://apps.apple.com/us/app/apple-music-classical/id1598433714), soll aber demnächst auch für Android verfügbar sein. Stand heute (11.4.2023) hat die App bereits Platz 2 (nach Spotify) des AppStores erreicht.
Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere an Idagio, einem Streamingportal speziell für klassische Musik (wer reinhören will, kann ein kostenloses Probeabo starten: https://www.idagio.com/de/plans/). Apple möchte diese Nische nun ebenfalls bedienen und zwar im Rahmen des „normalen“ Apple Music Abonnements. Als Hintergrund für die separate App nennt der Anbieter eine optimierte Suche, kursierte Wiedergabelisten, anschauliche Komponistenbiografien und Beschreibungen von Tausenden von Werken. Dazu kommen die Features, die man von Apple Music bereits kennt: 3D Audio und High Res Audio.
Apples Offensive für hochwertige Musik begann bereits 2021 mit der kostenfreien Option für verlustfreie Songs. Kurz danach folgten die Implementierung von erweiterten Künstlerbiografien und 3D Audio inklusive Dolby Atmos. Daher bietet auch der Klassikableger 192kHz/24 Bit (das nicht via Bluetooth auf die beliebten AirPods übertragen werden kann und auch nicht in voller Auflösung via Airplay). Wir empfehlen für die Nutzung der vollen Möglichkeiten einen aktuellen Apple TV. 3D Audio (kein Problem via Bluetooth) ist ebenfalls integriert. In diesem Bereich verspricht Apple den Katalog jede Woche zu erweitern, mit teilweise neu gemasterten Stücken und neuen Aufnahmen in 3D Audio.
Mit Apple Music Classical erweitern die Amerikaner die Suchmöglichkeiten für ein bestimmtes Genre, mit der Option unterschiedliche Schlüsselwörter (zu Satz, Dirigent, Orchestern, Instrumenten oder gar dem Spitznamen) zu kombinieren. In der Benutzeroberfläche sind diese Informationen zudem sichtbar. In der Kategorieansicht gibt es neben Album und Titel auch die Option Werke, Komponisten und Aufnahmen zu finden und in eigenen Wiedergabelisten zu speichern. Das wirkt wenig innovativ, bietet aber gerade im Bereich der Klassik, wo es mitunter hunderte Aufnahmen und Interpretationen eines einzelnen Stücks gibt (man denke nur an die Mondscheinsonate) einen echten Vorteil gegenüber beispielsweise der Apple Music App oder dem Marktführer Spotify. Auf der anderen Seite hat natürlich bspw. Adagio all diese Features bereits seit Jahren im Portfolio.
Laut eigenen Angaben wird der größte Musikkatalog in diesem Bereich mit über 5 Millionen Stücken geboten. Um es sowohl Neulingen als erfahrenen Hörer einfacher zu machen gibt gibt es ab Start über 700 Playlists. Für Einsteiger empfiehlt Apple Audioguides von „The Story of Classical“, in denen auch Kommentare von Experten enthalten sind die Stück vorstellen. Daneben gibt es jede Woche „Klassik-Geheimtipps“. Mit einer Entdecken Funktion kommt ein Algorithmus zum Einsatz, der Musikstücke anhand der eigenen Vorlieben vorschlägt.
Wie bei Apple üblich gehört natürlich ein Verweis auf die eigenen Werke dazu: So gibt es eine Vielzahl an neuen Artworks, die Künstler zum Großteil auf dem iPad oder dem Mac erstellt haben. Außerdem begleitet Apple den neuen Dienst mit einer Offensive live in Apple Stores mit Partner klassische Musik aufzuführen. Das erste Konzert dieses Art fand am 31.3.2023 in new York statt:
Today in New York! Join musicians from the @nyphil live at Apple Fifth Avenue for a Big Apple-inspired performance to celebrate the launch of #AppleMusicClassical. The programme includes @stevereich 's New York Counterpoint and more. #TodayAtApple https://t.co/3mKIf1ojPT pic.twitter.com/jGorN6YRcJ
— Apple Music Classical
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