Monatelang wurde den Gamern und Perspektivkäufern eingetrichtert die neuen bzw. aktuellen AV-Receiver-Generationen seien für die Next Gen Konsolen Xbox Series X und PlayStation 5 perfekt geeignet. Erste Tests haben ergeben, dass bei zwischengeschaltetem AVR das Bild einfach schwarz bleibt, wenn 4K, 120 Hertz und HDR aktiviert ist, dies lies sich auch mit einer Geforce RTX 3000 Grafikkarte nachbilden.
In ersten Vorabtests mit der Xbox Series bei Heise stellte sich heraus, dass entsprechend ausgestattete AV-Receiver mit HDMI 2.1 Board ein Fehlverhalten aufzeigten, welches sehr vielen Anwendern richtig bitter aufstoßen könnte. Zur Verwendung kam ein Denon AVR-X2700H, über den eben die besagte Xbox Series X Konsole (Vorserienmodell) angeschlossen und an einem LG OLED CX9, und eben nicht das gewünschte Bild (4K-UHD) in 120 Hz und HDR darstellen konnte, der Bildschirm blieb einfach schwarz. Der Fehler liege laut ersten Angaben, so schreibt man jedenfalls, am fehlerhaften HDMI-2.1-Chip der Zulieferfirma Panasonic-Solutions.

Den genauen Fehler vermutet man in der sog. Fixed Rate Link (FLR). Dieser Standard löst das ältere TMDS (Transition-Minimized Differential Signaling) ab und ist eben dafür zuständig, dass höhere Bandbreite von 48 Gbit/s möglich sind sowie aber auch eine Kompression für entweder Übertragungsraten oder noch höhere Auflösungen wie bspw. 10K120.

Ein Update, so scheint es aktuell, sei nur hardwaremäßig durchführbar und nicht als Firmware-Update. Sollte sich das bewahrheiten, könnte das für die aktuellen AV-Receiver von Denon, Marantz und Yamaha noch einiges nach sich ziehen. Auch Pioneer, Onkyo und Sony, die im Übrigen noch keine neuen Modelle präsentiert haben, sollen diese Chips bereits eingekauft haben.
Entwarnung gebe es aber stattdessen beim Direktanschluss am TV, hier scheint alles ohne Probleme zu laufen. Auch Microsoft habe sich inzwischen dazu geäußert und stellt klar, dass die vorab versendete Xbox an einige Redaktionen, der finalen Hardware-Konfiguration entsprechen soll. Jetzt ist die Frage, warum soll das Problem bei einer Sony PlayStation 5 nicht vorliegen? Testen konnte das bislang noch niemand, auch aufgrund des extrem restriktiven Vorgehens seitens Sony, gibt es weder erste Hands on Berichte oder gar technische Betrachtungen dritter. Auch mit einer neuen GeForce RTX 3080 wurde dieses Fehlverhalten im Übrigen nachgestellt, mit gleichem, oben beschriebenem Ausgang.
Es darf davon ausgegangen werden, dass nicht vor Mitte des nächsten Jahres, Corona erledigt den Rest, von einer Auslieferung fehlerfreier Chips zu rechnen ist. Das dürfte spannend werden…
Update 28.10.2020:
Inzwischen hat uns Sound United das deutschsprachige Statement zur aktuellen Lage zukommen lassen. Nachfolgend im exakten Wortlaut
Einige neue Gaming-Quellgeräte, die eine 4K/120Hz-Ausgabe unterstützen, funktionieren möglicherweise nicht vollständig mit 8K-fähigen AV-Receivern und -Verstärkern von Denon (oder Marantz). Hierbei kommt es zu einer Inkompatibilität zwischen den Geräten aufgrund einer fehlerhaften Anpassung der HDMI-Chipsätze. Wenn das betroffene Gaming-System über den 8K-HDMI-Eingang an den AVR angeschlossen ist, ein Signal in 4K/120Hz ausgibt und die 4K-Signalformat-Option des AVRs auf "8K Erweitert" gesetzt ist, wird möglicherweise kein Bild auf dem Bildschirm angezeigt und kein Ton durch den AV-Receiver verarbeitet. Diese Fehlfunktion tritt nur dann auf, wenn ein Bildschirm verwendet wird, der 4K/120Hz unterstützt.
Wir analysieren die Situation derzeit im Detail und werden zu einem späteren Zeitpunkt eine dauerhafte Lösung präsentieren. In der Zwischenzeit möchten wir Nutzern einige Workarounds anbieten, um das Problem mit den Produkten in ihrem gegenwärtigen Zustand zu verhindern:
Sie können das Gaming-System direkt über HDMI an den Bildschirm anschließen und die ARC/eARC-Funktionalität des Bildschirms nutzen, um den nativen Ton über das angeschlossene HDMI-Kabel zwischen AVR und Bildschirm zurück zum AVR zu leiten. Auf diese Weise können Anwender das von der Quelle gesendete native Audioformat dekodieren. Bei dieser Methode muss die CEC/ARC-Option des Displays sowie die HDMI-Steuerung des AVRs und/oder die ARC-Option des AVRs aktiviert sein. Im AV Receiver befindet sich diese Option innerhalb des Menüs unter "Video – HDMI-Konfig.".
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Videoausgang der Quelle auf 4K/60Hz anstatt 4K/120Hz zu belassen oder zu ändern, bis eine dauerhafte Lösung verfügbar ist. Dadurch wird eine zuverlässige Kommunikation zwischen der Quelle, dem AVR und dem Bildschirm gewährleistet. Die Standardeinstellung der Quelle ist auf eine Ausgabe von 4K/60Hz eingestellt. Wenn also von Anfang an keine Änderung vorgenommen wurde, muss nichts weiter unternommen werden.
Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und arbeiten derzeit unermüdlich an einer dauerhaften Lösung, damit Sie auch 4K/120Hz mit den neuesten Quellen in der gewohnten Qualität mit Ihrem AVR genießen können. Vielen Dank für Ihre Geduld.“
Quelle: HEISE / C`T
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