Rezension des Films: Ant-Man and the Wasp. Was musste sich Scott Lang, aka Ant-Man, auch auf die Seite von Captain America schlagen und auf dem Flughafen in Leipzig gegen das Sokovia-Abkommen verstoßen? Eingebracht hat es ihm „gnädige“ zwei Jahre unter Hausarrest, damit er seine Tochter Cassie regelmäßig zu sehen bekommt. Kurz vor Ablauf der zwei Jahre kommt es aber, wie es kommen muss: Scott hat seltsame Visionen von Hank Pyms in der Quanten-Ebene verschollenen Frau Janet. Und kaum zwickt ihn eine Ameise (...)

offizieller Trailer zu Ant-Man and the Wasp
Was musste sich Scott Lang, aka Ant-Man, auch auf die Seite von Captain America schlagen und auf dem Flughafen in Leipzig gegen das Sokovia-Abkommen verstoßen? Eingebracht hat es ihm „gnädige“ zwei Jahre unter Hausarrest, damit er seine Tochter Cassie regelmäßig zu sehen bekommt. Kurz vor Ablauf der zwei Jahre kommt es aber, wie es kommen muss: Scott hat seltsame Visionen von Hank Pyms in der Quanten-Ebene verschollenen Frau Janet. Und kaum zwickt ihn eine Ameise, fällt er in eine Ohnmacht. Als er wieder aufwacht, sitzt er im Auto von Hope. Die hatte mit ihrem Vater Hank in der Zwischenzeit an einem stabilisierten Tunnel geforscht, durch den man den Mikrokosmos betreten und wieder verlassen könnte.

Ihr Wunsch ist es, die eventuell noch am Leben befindliche Janet zurück zu holen. Um den Tunnel vollends stabil zu halben, brauchen sie allerdings noch ein bestimmtes Bauteil. Als Hope, nun als Wasp im Kampfanzug unterwegs, dieses sichern will, werden die zwei Schrumpfhelden allerdings von einer gewissen „Ghost“ daran gehindert. Wie sich herausstellt, hat diese ein ganz eigenes Interesse an Janet und dem Zugang zum Quantum-Kosmos. Ein Interesse, das Janets Leben gefährden könnte … Ant-Man war vor drei Jahren der große Überraschungsfilm aus dem Marvel Cinematic Universe. Weder in den USA, noch vor allem in Deutschland hatte man dem geschrumpften Superheld zugetraut, einen ganzen Film auf seinen (winzigen) Schultern zu tragen.

Doch wie es so oft ist, sollten die Unkenrufer (glücklicherweise) falsch liegen. Mit einem Einspiel von 520 Mio. Dollar weltweit (540.000 davon in Deutschland) konnte der im Vergleich zu den anderen Superhelden-Filmen etwas kleiner angelegte Film mehr als überzeugen. Ein weiterer kurzer Auftritt in The First Avenger: Civil War folgte und bevor wir Scott Lang dann im vierten Avengers wiedersehen werden, dürfen wir ihn in Ant-Man and the Wasp noch einmal in einem eigenen Film bewundern. Denn die Fortsetzung war relativ schnell beschlossene Sache. Ebenso schnell hatte Regisseur Peyton Reed verkündet, noch einmal in das Universum seiner beiden Miniatur-Helden einzutauchen, die er im ersten Teil lieb gewonnen hatte. Zudem war er seinerzeit erst spät zum Projekt hinzugestoßen, nachdem Autor Edgar Wright gut acht Jahre an dem Projekt gearbeitet hatte und lange als Regisseur vorgesehen war, dann aber aufgrund kreativer Differenzen aussteigen musste.

Reed ging es von Beginn der Entwicklungen am Sequel an vor allem auch darum, die weibliche Figur der Wasp als gleichberechtigten Co-Akteur des Films zu präsentieren. Tatsächlich ist der 20. Film des MCU der Erste, der eine weibliche Superheldin im Titel trägt. Und so zeigt sich Ant-Man and the Wasp dann auch während des Films: Paul Rudd und Evangeline Lilly haben subjektiv den gleichen Anteil an Screentime und agieren vollkommen auf Augenhöhe. Wenn sie gemeinsam als geschrumpfte Varianten ihrer selbst gegen Ghost oder deren Schergen kämpfen, dann hat das Tempo, Witz und hohen Unterhaltungswert. Schön, dass man abgesehen von den bekannten Darstellern aber auch den Ton des Films beibehielt. Denn was schon im Vorgänger vorzüglich funktionierte, klappt auch hier: Der Humor. Es ist schon ein kleines Kunststück, eine visuell relativ schwer zu realisierende Story nicht ins Alberne driften zu lassen, sie aber zeitgleich auch nicht zu ernst zu nehmen.

Denn dann würde unvermeidlich genau das Gegenteil passieren: Niemand nähme Ant-Man ernst. Also trat man 2015 die Flucht nach Vorne an und engagierte mit Paul Rudd einen versierten Komiker. Glücklicherweise war das Drehbuch aber gut genug, um den Witz stets oberhalb der Gürtellinie oder jenseits von sonst teils infantilen Rollen Rudds zu positionieren. (Als negatives Schreckens-Beispiel sei hier der unsägliche Das ist das Ende genannt, in dem neben Rudd gleich ein gutes Dutzend an (eigentlich) guten Darstellern auf PippiKacka-Humor machen.) Das aber ist Ant-Man and the Wasp, wie gesagt, vollkommen fremd. Der Humor ist treffsicher, passt zum Marvel-Universum und arbeitet wunderbar auch das Verhältnis zwischen Scott und Hope heraus. Alleine die Sequenz in der Schule, wenn Scott auf halbe Größe geschrumpft ist und sich als kleiner Schüler verkleiden muss, ist grandios witzig.

Auch Michael Peña als Luis ist großartig – speziell, wenn er Sonny die Geschichte von Scott, Hope und ihm selbst erzählt und dabei alle Charaktere spricht, als wolle er einen neuen Geschwindigkeitsrekord im Babbeln aufstellen – eine grandiose Szene auch in Sachen Demonstration der Schauspielkunst der Beteiligten. Doch es ist nicht nur der Humor, sondern auch die Story. Denn wie so oft im MCU verstecken sich viele Themen in der Meta-Ebene. Dass Wasp jetzt erst im zweiten Teil zur Heldin wird, liegt vornehmlich daran, dass Hank im ersten Teil beispielsweise noch viel zu viel Angst davor hatte, sie genauso zu verlieren wie seine Frau – OBWOHL Hope wesentlich mehr zum Helden getaugt hätte als Scott. Dem Thema der Emanzipation wird also auch noch ein sehr bewegendes Innerfamiliäres hinzugefügt.

Wie so oft im Marvel-Universum werden diese Dinge auch um einen Antagonisten, bzw. eine Antagonistin ergänzt, die mehr Schichten hat als der Standard-Schema-F-Bösewicht. Erstaunlicherweise funktioniert das auch, obwohl wir es nicht mit einem ultimativen Fiesewicht aus den Weiten des Universum zu tun haben, der gleich die ganze Stadt auslöschen will. Ebenso wie Ant-Man and the Wasp im Mikrokosmos spielt, bleibt auch seine Geschichte kleiner und persönlicher angelegt – eine gute Wahl, um den groß angelegten Avengers eine kleine Pause zu gönnen. Zumal Hannah John-Kamen (Ready Player One, Tomb Raider) in der Rolle der Ghost ihrer Figur eine überzeugende Tragik mitgibt. Und dann sind da ja auch noch die Tricks. Der Grund, warum es solange dauerte, die Figur des Ant-Man fürs Kino aufzubereiten, war eben die Tricktechnik, die lange nicht fortgeschritten genug erschien, um die Schrumpfungs- oder Vergrößerungs-Effekte zu realisieren.

Was aber schon vor drei Jahren fantastisch aussah und für irrwitziges Tempo sorgte, ist nun noch besser geworden.Wenn Ant-Man mit Wasp gegen Ghost kämpft, wird durch die Teleportations- und Verkleinerungs-Momente ein unglaubliches Tempo erzielt – ein schönes Beispiel, dass moderne Tricktechnik zwar für großartige visuelle Ideen sorgt, gleichzeitig aber den Szenen dient und sie als Ganzes gelingen lässt. Erstaunlicherweise funktionieren hier erstmals sogar digitale Verjüngungskuren von älteren Darstellern. Was bei Patrick Stewart und Ian McKellen in X-Men: Der letzte Widerstand noch unsäglich künstlich aussah, überzeugt bei Michelle Pfeiffer und Michael Douglas zu Beginn wesentlich mehr.

Dass Reed aber auch ein hervorragender Action-Regisseur ist, beweist er mit den perfekt choreografierten Kampf-Sequenzen und einem packenden Finale: Die große Szene auf den Straßen von San Francisco gehören zu den genialsten Verfolgungsjagden, die man bisher überhaupt auf der Leinwand gesehen hat – und das, wo San Francisco ja schon Schauplatz für die Mutter aller Autoverfolgungen in Bullit gewesen war. Man hatte sich die Messlatte also durchaus hoch gelegt, sich an ihr aber nicht verhoben.

Auch technisch im Übrigen nicht. Denn "Ant-Man and the Wasp" liefert ein referenzwürdiges Bild mit satten Kontrasten, hoher Laufruhe und toller Detailschärfe über Blu-ray und UHD ab. Hier gibt's, genau wie beim immens effektvollen Sound, nichts zu mäkeln. Bei allem Humor, aller unbeschwerten und rasanten Action: Wenn Ant-Man and the Wasp mit einem absoluten Knalleffekt aufhört, hat man das zweite Mal seit Infinity War einen fetten Kloß im Hals.
Ant-Man and the Wasp hält das Niveau des irrwitzigen Vorgängers fast mühelos und liefert knapp zwei Stunden allerbeste und extrem kurzweilige Unterhaltung mit sensationellen Tricks. Auch darstellerisch ist hier alles auf hohem Niveau und die Story berührt ebenfalls – viel besser kann man Actionkino nicht machen. Außerdem ist die viel kleiner angelegte Geschichte eine wohltuende Abwechslung vom Avengers-Gitantismus. Paul Rudd und Evangeline Lilly dürfen (hoffentlich) noch weitere Male gemeinsam auf Reise gehen. Technisch liefert die Blu-ray schon ein sehr gutes, die UHD ein fast perfektes Bild. Dazu darf man sich über einen sehr effektvollen und dynamischen deutschen Sound freuen.
Autor: Timo Wolters - Copyright Szenenfotos: Walt Disney Studios
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