New Mexico, 1892: Der verdiente Offizier Joseph J. Blocker (Christian Bale) erhält den Auftrag, den kranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk (Wes Studi), der die vergangenen sieben Jahre im Gefängnis verbrachte, in dessen Stammesland nach Montana zu begleiten. Der letzte Wunsch des als unerbittlich bekannten Indianers ist es, zu Hause zu sterben. Blocker und Yellow Hawk haben eine gemeinsame Vergangenheit, weswegen Blocker den Auftrag nur äußerst widerwillig annimmt(...)
Trailer Feinde - Hostiles
1892: Weil Washington ein bisschen gute Schlagzeilen machen möchte, gewähren sie dem inhaftierten, aber schwer krebskranken Cheyenne-Häuptling Yellow Hawk, dass man ihn und seine Familie zu dessen Stamm in Montana geleitet. Mit der Aufgabe betreut man ausgerechnet den alten Haudegen Captain Blocker. Der hat nicht nur Jahre lang gegen die Native Americans gekämpft, sondern einige seiner Soldaten an Yellow Hawk und seine Männer verloren.

Praktisch gibt es niemanden auf dem Planeten, der mehr Hass auf diesen Mann hat wie Blocker. Während ihrer langen Reise begegnen sie der schwer traumatisieren Rosalee, die just ihren Mann und die drei gemeinsamen Kinder in einem blutigen Gemetzel an Komantschen verloren hat. Weil die so erweiterte Gruppe unfreiwillig zusammen gewürfelter Teilnehmer auf dem weiteren Weg immer wieder von außen angegriffen wird, bleibt den ungleichen und sich misstrauenden Menschen nur, eine Zweckgemeinschaft zu bilden, um die Angriffe abzuwehren…

Scott Cooper ist der Mann für die unbequemen Kinofilme. In Crazy Heart ließ er Jeff Bridges als abgehalfterten Ex-Country-Star durch die Tiefen der eigenen seelischen Wunden waten. In Auge um Auge schickt er Christian Bale und Casey Affleck ganz tief in die Abgründe des White Trash und in Black Mass lässt er Johnny Depp als legendären Gangster James J. Bulger zu Höchstform auflaufen.
Nun, in seinem vierten Langfilm Feinde – Hostiles ist es der Western und damit die uramerikanische Vergangenheit von Gewalt, Schuld und Sühne, die er sich zum Thema macht. Basierend auf seinem eigenen Drehbuch nutzt er die Geschichte um Vorurteile, Hass und Vergebung, um gleichzeitig mit der US-Vergangenheit UND Gegenwart abzurechnen. Denn man muss kein großer Analyst sein, um die Analogie zwischen der Situation, in der sich die indigene Bevölkerung mit den „zugereisten“ Weißen im 19. Jahrhundert befand, mit jenem Spalt und neu aufkeimendem Rassismus zu vergleichen, der sich durch das heutige Amerika zieht.

Ein schmerzvoller Film ist Feinde geworden. Einer, der seine teils elegischen Bilder mit eben solchen Dialogen füllt. Letztere sind zudem um der Authentizität Willen teils in Cheyenne-Sprache gehalten. Der Respekt, den man nach und nach voreinander gewinnt, wird auch über die Kommunikation deutlich. Gleichzeitig hat man eine kongeniale Filmmusik erschaffen, die teils bleischwer über den Bildern liegt, teils unheilvoll im Hintergrund bleibt – Gänsehauterregend!

Aber nicht nur Story(tiefe) und die Akustik überzeugen, auch die Inszenierung: Feinde – Hostiles beginnt mit einer Sequenz, die dem Zuschauer direkt mal die Kehle zuschnürt und ihn sprachlos zurücklässt. Die Schonungslosigkeit, mit der Cooper den Überfall der Komantschen auf Rosalees Familie in Szene setzt, macht augenblicklich nachvollziehbar, was die dreifache Mutter innerhalb weniger Minuten mitmachen muss. In der Folge gelingt es dem Regisseur außerdem durch eine Reduktion der Filmmusik und das intensive Spiel von Rosamund Pike eine Spannung aufzubauen, die manche Filme nicht mal auf ihrem Höhepunkt erreichen. Feinde – Hostiles begeht aber zu keiner Zeit den Fehler, einseitig zu schildern, was nun mal amerikanische Geschichte ist. Vom gewaltsamen Überfall der Komantschen geht es nahtlos über in eine über die Maßen brutale Aktion von Blocker und seinen Soldaten. Auch hier wird kaum ein Unterschied gemacht, ob man es mit Männern, Frauen oder Kindern zu tun hat. Kompromisslos inszeniert und ebenso eindringlich gespielt.

Christian Bale fügt seiner Vita dann auch erneut eine bemerkenswerte Rolle hinzu, in der er weiß Gott kein Sympathieträger ist. Mit Walross-Schnauzbart, durch den ihm die Dialoge mehr rausgenuschelt entfahren, blickt er dauerhaft grimmig drein und trägt die Schwere eines Mannes auf den Schultern, der kurz vor seinem Ruhestand eigentlich nichts mehr zu verlieren hat. Ein Mann, der Gewalt gesehen und ausgeübt hat. Ein Mann, dessen Verbitterung in jeder Szene zu spüren ist. Bale macht das schlicht sensationell und sein Zusammenspiel mit Rosamund Pike raubt einem bisweilen den Atem. Wes Studi als Yellow Hawk ist der Ruhepol des Films. Der über die Jahre alt und weise gewordene Häuptling, der sich als erster zu einer Zusammenarbeit durchringen will.

Und während die Inszenierung zu großen Teilen so behäbig gerät, dass man genug Zeit hat, sich mit den Figuren zu beschäftigen, sind die Gewaltausbrüche umso eruptiver und erbarmungsloser, umso überraschender und tödlicher. Feinde – Hostiles leistet sich dabei keinerlei Schwächen – ein Western, der in allen Belangen überzeugen kann. Was im Übrigen auch fürs Bild und den Ton gilt. Denn die Schusswechsel kommen äußerst effektvoll rüber und die Cinemascope-Aufnahmen der grandiosen Lanschaft sind scharf und kontrastreich.

Wirklich jeder, der das Western-Genre mag, wird Feinde – Hostiles lieben. Famos gespielt, mit erlesenen Bildern fotografiert und intensiv erzählt, vergehen trotz bedächtiger Inszenierung die 130 Minuten wie im Flug – ein echtes Highlight. Die UHD liefert das durchweg intensivere und kontrastreichere Bild mit mehr Plastizität bei Close-ups und nur seltenem Absumpfen von Details in den ganz dunklen Available-Light-Szenen. Der Atmos-Sound der englischen Fassung ist auf der regulären Ebene der deutschen dts-HD-Version ebenbürtig, hat themenbedingt aber nur wenig Möglichkeit, sich mit 3D-Sounds bemerkbar zu machen. Die wenigen Geräusche, die es gibt, sind allerdings meist großartig.
Autor: Timo Wolters - Copyright Szenenfotos: Universum Film
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