Jonas Taylor hatte die Welt fünf Jahre zuvor vor einem Megalodon gerettet und dabei die hübsche Suyin gerettet und lieben gelernt. Seit einiger Zeit schon muss er den frühen Tod Suyins verkraften und setzt sich seither vor allem für den Schutz der Umwelt und Ressourcen ein.
Er arbeitet außerdem weiterhin mit den Wissenschaftlern der Mana One zusammen, die aktuell einen weiteren Teil des Marianengrabens erforscht, wo der Megalodon seinerzeit gefunden wurde. Suyins Bruder Jiuming hilft Jason mittlerweile nicht nur beim Großziehen Suyins Tochter Meiying, sondern leitet gemeinsam mit Finanziererin Hillary Driscoll auch das Ozeanium. Dort lebt seit einiger Zeit das 24 Meter lange Meg-Weibchen Haiqi, das man als Baby verletzt entdeckt hatte. Zwar hat Jiuming Haiqi mehr oder weniger gezähmt und trainiert, doch der Fisch verhielt sich zuletzt merklich unberechenbar und bricht eines Tages aus. Als Jonas und Jiuming eines Tages zu einer Routine-Tauchfahrt zum Marianengraben aufbrechen, schleicht sich Meiying an Bord. Auf dem Weg zum Graben folgt ihnen Haiqi, die wiederum von zwei Männchen aufgespürt wird. Jasons Team entdeckt derweil einen illegalen Bergbaubetrieb, die dort Erdmineralien abbauen. Als eine Explosion einen Riss im Graben verursacht, drohen allerdings noch weitere Gefahren …

Als 2018 mit Meg überraschend ein Film in die Kinos kam, der ein großes Budget mit Trashfilminhalt kombinierte, traute niemand dem Haifisch-Thriller auch nur minimalen Erfolg zu. Doch Kritiker hatten die Rechnung ohne den fernöstlichen Raum und die Zugkraft von legendären Urzeitviechern gemacht. Denn Meg war eine chinesisch-amerikanische Koproduktion, was unter anderem am Setting und den Darstellern erkennbar war. Als Zugpferd für den internationalen Markt diente Jason Statham sowie ein riesiger Hai aus den Tiefen einer PC-Datenbank. Und das fanden die asiatischen Kinozuschauer irgendwie knorke. Von seinen 530 Mio. Dollar Box Office entfielen alleine 152 Mio. Dollar auf China und weitere 13 Mio. Dollar auf Japan.

China war damit ein größerer Markt als die USA, wo „lediglich“ 147 Mio. Dollar eingespielt wurden. Insgesamt also kein Wunder, dass bereits früh über eine Fortsetzung gesprochen wurde. Und was liegt näher, als ein Sequel über einen Riesenfisch zu drehen, der Badegästen nachstellt? Immerhin hatte Der weiße Hai 2 das schon vorgemacht und auch Spielbergs prähistorische Dinos rannten gleich dreimal über die Isla Nublar und die Isla Sorna. Für Nachschub ist außerdem reichlich gesorgt, denn mit den Romanen von Steve Alten als Vorlage gibt’s immerhin noch Potenzial für insgesamt acht Filme.

Will man das? Tja, gute Frage. Was dem Kino-Gourmet die Fischsuppe versalzen würde, erfreut möglicherweise den Fan des gepflegten „Müll“-Films. Und im Angesicht von Guilty Pleasures wie der Sharknado-Reihe aus dem Hause Asylum, die von erstaunlich vielen Haiphobikern und -freunden auf den Speiseplan kam, gibt’s sicher Schlimmeres, als Jason Statham dabei zuzuschauen, wie er noch mal mit Spezialharpune auf Riesenfische-Jagd geht. Beispielsweise, ihm dabei NICHT zuzuschauen. Denn die ersten zwei Drittel von Meg 2 – Die Tiefe ziehen sich wie Lebertran. Da gibt’s eine undurchsichtige Verschwörungsstory mit Ressource-Ausbeutungs-Background und zeitpolitisch motivierten Ökoaspekten, die den Film gewichtiger daherkommen lässt, als es eigentlich Spaß machen sollte. Da darf man sich schon mal fragen, was man damit jetzt (aus)sagen wollte. Schon im Vorgänger zog sich der Spaß vor allem aus den Konfrontationen mit dem Megalodon, wobei der 2018er-Film immerhin nachvollziehbare Figuren mitbrachte. Da man aber die Darstellerin der Suyin Zhang im Zuge der Vorproduktion irgendwo „verlor“, muss Stathams Jason sich nun in einer Patchwork-Situation mit Suyins Bruder um Adoptiv-Töchterchen Meiying kümmern und bekommt es ansonsten mit Firmenbossen und deren Handlangern zu tun. Das hat was von James-Bond-Evil-Empire – nur halt in schlecht.

Denn die Qualität der 007-Abenteuer erreicht Meg 2 – Die Tiefe natürlich zu keiner Zeit. Dabei fängt’s ganz okay an, wenn eine Art prähistorische Nahrungskette inszeniert wird, die (mit Ausnahme des Fischs am Ende) allerdings auch direkt aus Jurassic World Teil 47 hätte stammen können. Danach begibt sich der Hai-Thriller allerdings in ziemlich seichte Gewässer und dümpelt ein wenig vor sich hin. Unentschlossen dürfte einem als erstes Schlagwort einfallen, denn zwischendurch hat man gar nicht mehr das Gefühl, in einer Fortsetzung von Meg zu sitzen, sondern in einem Katastrophenfilm von der Stange. Dabei vermischt Meg 2 Bilder, die im Marianengraben-Szenario an viele andere Filme erinnern – das allerdings durchaus mit Spannung inszeniert.

Denn obwohl der Fußmarsch von den Mini-Subs zur Station ein wenig dem Stockduster-Gang der Helden in Pitch Black entlehnt wirkt, wird das dennoch unterhaltsam und mit Thrill inszeniert. Was vollkommen auf der Strecke bleibt, ist Charaktertiefe oder gar emotionale Bindung an die Figuren. Wer da unten auf der Strecke bleibt oder frühzeitig dem Ableben anheimfällt, ist dem Zuschauer vollkommen egal. Es vergeht keine Minute und man hat vergessen, wer da gerade überhaupt das Zeitliche gesegnet hat und zu Fischfutter geworden ist. Mehr noch: dem einen oder anderen geschieht’s gerade recht.


Regelrecht gruselig ist so manches CGI. Sitzt man in Sharknado weiß man, dass man nicht viel erwarten darf. Schaut man allerdings einem 130-Mio.-Dollar-Film zu, sollte man etwas mehr erwarten dürfen als schlecht in den Hintergrund einkopierte Echsen zu Beginn, ein seltsam auf dem Wasser schwebendes Containerschiff und sehr unnatürlich beleuchtete und umrissene Gesteinsbrocken nach der Explosion im Graben – offenbar ging der größte Anteil des Budgets für die relativ gut getricksten Riesenfische drauf und am Ende war nicht mehr genug für den Rest übrig. Ganz nett sind indes Zitate an die Film- oder TV–Serien-Historie.

Wenn Mac im Wasserflugzeug mit Haifischmaul-Bemalung auftaucht, fühlt man sich an die glorreiche „Scraming Mimi“ aus Ein Trio mit vier Fäusten erinnert. Und am Ende gibt’s dann ja doch noch ein Haifischflossenmassaker erster Kajüte. Die letzte halbe Stunde dürfte den Fans des ersten Teils wirklich gut gefallen – zumal sich das Geschehen und die Figuren dann auch glücklicherweise nicht allzu ernst nehmen. Unterm Strich ist Meg 2 durchaus ein noch unterhaltsamer Film, der allerdings ein bisschen zwischen den Stühlen sitzt und dem etwas der B-Movie-Charme des Vorgängers abhandengekommen ist.

Bescheuerte Story, ziemlich unterhaltsamer, rasanter und spannender Film – das waren die Worte im Fazit zum Vorgänger. Für die Fortsetzung bleibt eigentlich nur noch ein „verhältnismäßig“ unterhaltsamer und „relativ“ spannender Film. Denn die Story ist noch bescheuerter und wirkt zudem auch noch konstruiert sowie über weite Strecken dem Kernelement der Megalodons beraubt.
Autor: Timo Wolters - ((Copyright Szenenfotos: © Warner Bros))
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