“Ich muss mal eine Weile verschwinden” – 15 Jahre ist es her, dass Sams Mutter Scarlet diese Worte sprach und die Tochter bei Ziehvater Nathan zurückließ. Nun sitzt Sam im selben Diner...
“Ich muss mal eine Weile verschwinden” – 15 Jahre ist es her, dass Sams Mutter Scarlet diese Worte sprach und die Tochter bei Ziehvater Nathan zurückließ. Nun sitzt Sam im selben Diner, in dem sie damals verlassen wurde und wartet auf Nathan. Der ist nichts anderes als Vermittler für gewisse Auftraggeber, die sich unter “Die Firma” verstecken. Und was die Herren der Firma wollen, sind Auftragsmorde. Sam hat gerade eine dieser Liquidationen hinter sich und erwartet von Nathan Angaben für den nächsten Job. Sie soll einen Herren beseitigen, welcher der Firma Geld gestohlen hat.
Nichts leichter als das, denkt sie sich und holt sich erst einmal frische Waffen in einem als Bibliothek getarnten Waffenarsenal, das von ehemaligen Weggefährtinnen ihrer Mutter betrieben wird. Als Sam in einem Hotelzimmer der Zielperson begegnet und diese anschießt, bekommt sie zufällig ein Telefonat mit, in dem klar wird, dass der Mann das Geld gestohlen hat, um seine entführte Tochter zu retten. Bei Sam meldet sich das Gewissen und sie geht an seiner statt zum Austauschtreffen. Als Nathan davon Wind bekommt, ist er alles andere als begeistert und hetzt seine Schergen auf das einstige Ziehkind … Gunpowder Milkshake gehört zu den wenigen internationalen Produktionen, die hierzulande (und in ein paar wenigen anderen Territorien) einen Kino- und Heimkino-Release hatten und haben. In den USA wurden die Rechte letztes Jahr von Netflix erworben und es gab nur eine sehr limitierte Kinoveröffentlichung.

Wir dürfen uns also glücklich schätzen, dass uns der Film über Studiocanal verfügbar gemacht wird – und das gleich als BD und 4K-UHD-BD. Inhaltlich erinnert der maximal absurd betitelte Film nicht selten ein bisschen an John Wick. So gibt es auch hier bspw. eine neutrale Zone – nur dass die nicht in einem Hotel eingerichtet ist, sondern in einem Diner, der von resoluten Damen geführt wird, die ihre Gäste beim Eintreten erst einmal entwaffnen.

Wenn man so will, ist Gunpowder Milkshake der feministische Gegenentwurf zum Action-Franchise mit Keanu Reeves. Denn Männer dienen hier maximal als Kanonenfutter oder taugen nur zu verweichlichten Sprüchegebern. Der durchaus (noch) frische Ansatz, diese Serienkiller-Geschichte mit lockerem Ton aus weiblicher Sicht zu schildern (der 2019er ANNA war ja doch ein wenig ernster/verbissener geraten) entstammt der Feder von Drehbuchautor/Regisseur Navot Papushado.

Der in Israel geborene Filmemacher taucht nicht das erste Mal mit einem gelungenen Genrewerk auf der Bildfläche auf. Sein Big Bad Wolves war eine äußerst gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema der Selbstjustiz. Sicher auf dem schmalen Grat zwischen ironischem Humor und drastischen Folterszenen wandernd empfahl sich Papushado für größer budgetierte Filme. Gunpowder Milkshake ist genau das: Größer budgetiert und prominenter besetzt. Als Hauptdarstellerin konnte er die in Hollywood gerade schwer angesagte Karen Gillan (Guardians of the Galaxy, Jumanji) engagieren und zudem auf die Action-Ikone Lena Headey und das Trio aus Michelle Yeoh, Carla Gugino und Angela Bassett vertrauen.

Das schlagkräftige Quintett zeigt den Herren der Schöpfung ein ums andere Mal, wer in Wahrheit das stärkere Geschlecht ist. Die fünf Damen hechten, sprinten, faustkämpfen und ballern sich durch den Film als gäbe es kein Morgen. Die eingestreuten Actionszenen mögen nicht ganz so extrovertiert sein wie jene, die man zuletzt in Nobody zu sehen bekam, unterhaltsam sind sie aber allemal. Im Falle der finalen Zeitlupensequenz zitiert man sich auch fröhlich durch Filme wie Oldboy und erleidet dabei mitnichten Schiffbruch. Währenddessen konzentriert sich das Drehbuch auf die naheliegende Geschichte eines gewissen Verantwortungsbewusstseins.

Natürlich ist Sams spontane Reaktion, der kleinen Emily zu helfen, als Reaktion darauf zu sehen, dass sie einst von ihrer Mutter sitzengelassen wurde. Zunächst zwar noch zögerlich in der Übernahme der Verantwortung, wird sie mehr und mehr zur Ersatzmami und beweist, dass man auch anders kann als man vorgelebt bekam – wenn man denn will und die Entscheidung trifft. Das mag inhaltlich nicht bahnbrechend neu sein und zwischendurch hängt Gunpowder Milkshake auch mal etwas durch, aber weil die Actionszenen so kurzweilig sind und die Darstellerinnen ganz offensichtlich mit einer Menge Herzblut und Spaß bei der Sache waren, überträgt sich das auch auf den Zuschauer.

Sicher, einige werden es albern finden, wenn Sam nach 45 Minuten mit gelähmten Armen eine Schießerei gegen drei unter Lachgas stehende Kontrahenten absolviert. Die Ideen, die in diese Choreografie einflossen, sind aber durchaus witzig und im Actiongenre bisher einzigartig. Da kann man schon mal ein Auge zudrücken, dass die männlichen Killer teilweise grenzdebil und alles anders als professionell wirken. Immerhin wird hier mal auf realistische Art dargestellt, dass Messer aus menschlichen Körpern nicht so easy rauszuziehen sind, wie das die meisten Action-/ oder Horrorfilme immer suggerieren.

Und wenn’s dann doch klappt, wird’s blutig. Und blutig ist Gunpowder Milkshake teilweise in comichaft überzogener Manier. Man verknüpfe dieses Comichafte mit Western-Elementen, Einflüssen aus dem Film Noir und einem ziemlich coolen Score – fertig ist ein wilder Actionritt, den man zu keiner Zeit ernst nehmen sollte. Ach ja: Außerdem war’s Zeit, dass mal ein Film dem stets unterschätzten Porsche 944 ein Denkmal setzt.
Gunpowder Milkshake ist pures Over-the-top-Unterhaltungskino ohne weitere Ansprüche. Als solchen sollte und darf man den von Papushado inszenierten Actioner sehen. Wer also nicht nach Logiklöchern oder tiefgründigen Charakteren sucht, wird hier zwei Stunden lang ziemlich gut unterhalten. Die Actionszenen bieten zudem teilweise innovative Momente, die man so bisher noch nicht zu Gesicht bekommen hat. Obendrauf gibt’s ein dynamisch aufspielendes Frauen-Quintett, das um eine zuckersüße kleine Emily ergänzt wird.
Autor: Timo Wolters - Copyright Szenenfotos: © Studiocanal
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