Das Team von Geldtransporter-Fahrern des Anbieters Fortico bekommt Verstärkung. Nachdem zwei Kollegen bei einem Überfall zu Tode kamen, wird der schweigsame “H” als neuer Mitarbeiter angestellt. Der besteht gerade so eben die entsprechenden Tests und macht sich durch seine schroffe Art…
Das Team von Geldtransporter-Fahrern des Anbieters Fortico bekommt Verstärkung. Nachdem zwei Kollegen bei einem Überfall zu Tode kamen, wird der schweigsame “H” als neuer Mitarbeiter angestellt. Der besteht gerade so eben die entsprechenden Tests und macht sich durch seine schroffe Art nicht gerade instant-beliebt. Als es jedoch erneut zu einem Überfall auf einen Transporter der Firma kommt und “H” die Angreifer kurzerhand aus dem Weg räumt, ist er sich des Beifalls der Kollegen sicher – zumal er “Bullet”, seinem direkten Einweiser dabei das Leben gerettet hat.

Dass er während er Aktion plötzlich eine 100-prozentige Schussgenauigkeit hat und sich verhält wie ein absoluter Vollprofi – geschenkt. Doch wie kann es sein, dass ein zweiter Überfallsversuch einer anderen Gangstertruppe von diesen abgebrochen wird, nachdem sie das Gesicht von “H” gesehen haben? Was steckt dahinter? Wer ist dieser Typ und was genau sucht er bei dem Sicherheitsunternehmen …?

Ein Brite, der einen US-Film auf Basis eines französischen Originals inszeniert – Guy Ritchie bedient sich mal nicht einer originären Geschichte, sondern nutzt die 2004er Vorlage des französischen Cash Truck (Le Convoyeur) von Nicolas Boukhrief. In der Überarbeitung des Skripts gibt er der Figur des “H” einen handfesteren Hintergrund (und eine gescheiterte Ehe), um die souveräne Action-Attitüde seines “Lieblings”-Schauspielers Jason Statham zu unterstreichen, mit dem er nun das vierte Mal gemeinsame Sache macht.

Das letzte Mal ist mit Revolver allerdings bereits über 15 Jahre her, sodass es anzunehmen ist, dass die beiden eine Menge Wiedersehensfreude am Set hatten. Herausgekommen ist ein lupenreiner Actionthriller mit Heist-Elementen, der vor allem zeigt, dass Ritchie ein wirklich hervorragender Actionregisseur ist. Und er steigt mit einer tollen Geldtransporterüberfall-Sequenz ein, die nicht deshalb überzeugt, weil sie so zackig und dynamisch inszeniert ist, sondern weil wir statisch in der Innenraum-Perspektve des Transporters bleiben.

Wir sehen lediglich einen der Gangster und bekommen dessen Verwunderung über die brutalen Geschehnisse draußen mit. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten, was natürlich schon offenbart, dass es vielleicht noch eine weitere Perspektive geben wird. Für den Moment sorgt das aber für genau das richtige Maß an Spannung. Denn man will unbedingt wissen, warum der Überfall plötzlich so aus dem Ruder läuft. Die darauf folgende Überblendung, die als Intro in den Alltag der Geldtransporter-Fahrer fungiert wie eine Art Tutorial in ein Videogame, filmt Ritchie dann sehr elegant und mit langen Einstellungen nahe der Figuren.

Fließende Kamerabewegungen und tolle Schnittabfolgen lassen diese Szenen zum Genuss werden – bei denen man allerdings mit dem Macho-Gehabe der Typen (und der einzigen Frau) leben muss. Denn Cash Truck ist schon ein testosterongeschwängerter Thriller mit einer Masse an hohlen Männersprüchen. Man nehme nur die “Bier-und-Billard”-Szene nach etwa 20 Minuten. Statham, das wird schnell klar, gibt dabei den stoischen Charakter, der sein (eigentliches) Licht (und damit seine Fähigkeiten) bewusst unter den Scheffel stellt, um nicht aufzufallen. Mit unbeweglicher Miene tritt er den wahlweise ironisch-witzigen (Holt McCallany als “Bullet”) oder latent-aggressiven Kollegen (Josh Hartnett als schmieriger “Boy Sweat Dave”) gegenüber.

Der britische Regisseur beweist während der ersten halben Stunde, dass er auch frei von ironisch-überhöhten, smarten Genrewerken wie Snatch oder zuletzt The Gentlemen richtig ernsthafte und grimmige Actionthriller inszenieren kann. Getragen wird das vom wuchtigen Score von Christopher Benstead, mit dem Ritchie auch zuletzt schon zusammen arbeitete. Gemeinsam mit dem stimmig besetzten Cast und dem routiniert aufspielenden Statham funktioniert das zunächst prächtig. Etwa nach 40 Minuten nimmt Cash Truck das Tempo allerdings etwas raus, wenn er in die Vergangenheit blendet und einige der bis dato ungeklärten Fragen beantwortet. Da das insgesamt drei unterschiedliche Geschichten und Hergänge schildert, wird’s für den Moment unübersichtlich und inszenatorisch nicht so ganz glücklich.

Vielleicht hätte man es straffen können. Vielleicht an anderen Stellen nach und nach einfügen können, um das Tempo nicht so arg auzubremsen – immerhin dauert es 30 Minuten, bis man das Geschehen von hinten aufgerollt hat. Und das tut dem Film nicht gut. Auch, weil die Story dadurch künstlich aufgeblasen wird, nachdem das Drehbuch inhaltlich eine eher dürftige Rachestory erzählt. Wer darüber aber hinwegsehen kann, der wird mit famos inszenierten Actionsequenzen belohnt, die Ritchies Klasse durchweg offenbaren. Vor allem das packende und wirklich spannende Finale ist eine Mischung aus gekonnt integrierten Heist-Momenten und erbitterter Feuerwaffen-Action, vermischt mit ein wenig Assault-on-Precinct-13-Atmosphäre. Alleine dafür lohnt sich der Film – insbesondere für Fans von beinharten Schießereien.
Cash Truck ist sicherlich nicht Ritchies bester Film. Dafür ist das Skript zu dünn und der Mittelteil hängt zu spürbar durch. Wer aber knallharte Action erwartet, bekommt das volle Paket in einigen wirklich klasse inszenierten Überfall- und Actionsequenzen. Statham spielt nicht um den Oscar, ist aber grimmig und eiskalt wie selten. Und auch das hat Unterhaltungswert. Humor – abseits von Machosprüchen – sollte man hier allerdings nicht suchen.
Autor: Timo Wolters 2021 - Copyright Szenenfotos: © Studiocanal Home Entertainment Sales.
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