Ohio im Jahr 1995: Natasha ist 13 und lebt mit der 6-jährigen Yelena sowie den beiden Erwachsenen Alexei Shostakov und Melina Vostokoff als Familie ohne Blutsverwandtschaft in den USA. Shostakov und Vostokoff sind russische Geheimagenten, die bei Bedarf aktiviert werden sollen.
Doch dann müssen die vier vor den Agenten von S.H.I.E.L.D. fliehen und Natasha wird mit Yelena gemeinsam ins „Red-Room“-Programm berufen. Dort werden junge Mädchen zu russischen Geheimagentinnen, den sogenannten „Widows“ ausgebildet – selbstredend mit der Lizenz zum Töten. Zwei Jahrzehnte später befindet sich Natasha in einem Unterschlupf in Norwegen.

Sie hatte vor Kurzem gemeinsam mit weiteren Avengers gegen das Sokovia-Abkommen verstoßen und floh vor dem US-Außenminister ins Exil. Dort erreicht sie ein Brief mit einem bestimmten Serum. Der Brief stammt von Yelena, die das Serum sicherstellen konnte, nachdem sie sich aus der psychischen Kontrolle des Red-Room-Programms befreien konnte. Doch auf dieses Mittel, das genau diese Abhängigkeit beenden kann, hat es auch jemand anderes abgesehen. Und der schickt eine Art Attentäter. Einen speziell ausgebildeten Kämpfer, der in Windeseile die Kampffähigkeiten seines Gegners adaptieren und ihm dadurch das Leben schwer machen kann. Natasha gelingt die Flucht. In Budapest trifft sie auf Yelena, die ihr etwas offenbart, womit Natasha niemals gerechnet hatte…

Eine ganz persönliche und höchst subjektive Meinung direkt zu Beginn dieser Rezension – SPOILER-Warnung inklusive: Von allen Marvel-Superhelden und Superheldinnen war mir immer eine am liebsten: Natasha Romanoff alias Black Widow. Und so wie ich den Macher von The Walking Dead nie verziehen habe, Glenns Gehirn über den Waldboden zu verteilen, versetzte mich der —-> ACHTUNG SPOILER!! <—- Moment von Romanoffs Selbstopferung in Avengers: Endgame in einen emotionalen Schockzustand, den ich bis zum Schluss nicht verlor. Noch während dieser Szene am Abhang hoffte ich immer wieder, es würde Hawkeye (der mir eh nicht sonderlich sympathisch war) treffen. Aber es kam, wie es vorgesehen war und für mich war das MCU damit eine Weile lang ein rotes Tuch – im Übrigen sehr ähnlich wie The Walking Dead, dessen Staffeln nach Glenns brutalem Dahinscheiden für mich nie mehr diese emotionale Spannung erzielten wie während seiner Anwesenheit.


Dass sich die Macher rund um Kevin Feige dazu entschlossen, der schwarzen Witwe einen Solofilm zu gönnen, kann ich deshalb hervorragend nachvollziehen. Diesen jedoch in die Phase IV zu schieben und NACH den Ereignissen zu Endgame zu veröffentlichen, ganz und gar nicht. Wie sollte ich meinen Groll über die Szenen aus Endgame zu den Akten legen und mich neu auf eine Story einlassen können, die die Zeit um Jahre zurückdreht und für das, was man bis zu dem Zeitpunkt gesehen hatte, maximal retrospektive Relevanz hat?

Vielleicht erging es vielen anderen MCU-Fans ebenso wie mir, was schon nicht die besten Bedingungen für Black Widow waren. Und dann kam auch noch Corona. Ins Kino gelangte er dann zwar doch noch, aber erst am 09. Juli 2021 und dazu parallel als Premium-Bezahloption über Disney+. Dem waren gleich drei Terminverschiebungen vorausgegangen, da der ursprüngliche Kinostart Ende April 2020 natürlich nicht zu realisieren war. Und kaum war der Film dann endlich gestartet, trat Hauptdarstellerin Scarlett Johansson eine Diskussion und Klage über ihre Gage los, die vertraglich an die Kinoeinspielergebnisse geknüpft war, welche sie aufgrund der zeitgleichen Auswertung über Disney+ ungerechtfertigt reduziert sah.

Wer auch immer hier im Recht ist. Ein guter Background für die Heimkino-Veröffentlichung ist das nicht wirklich. Und auch ich trat mit gemischten Gefühlen an den Film heran – selbst wenn „meine“ Lieblingsfigur aus dem MCU noch einmal ihren verdienten Auftritt bekam. Und das nicht ganz ohne Grund. Denn so richtig vollumfänglich überzeugt Black Widow nicht. Vielleicht ist der Abstand zu den relevanten Teilen der Phase III zu groß, vielleicht wäre das alles stimmiger gewesen, wenn man ihn tatsächlich vor dem Doppel-Film-Abschluss ins Kino gebracht hätte. Denn irgendwie packt die emotionale Seite der Story nicht so wie es sein müsste. Es geht um das Familien-Element. Es geht um Selbstzweifel und Unsicherheiten. Alles Dinge, die rückwirkend erklären, warum sich Natasha zu der Tat in Endgame entschloss, die so emotional zurück ließ. Doch irgendwie lässt es seltsam kalt.

Aber es gibt natürlich auch wirklich gute Momente: So ist der erste Fight zwischen Natasha und dem Taskmaster absolut klasse inszeniert. Smart und mit dezentem Einsatz der Super-Slow-Motion verdeutlicht man, wie der fremdartige Kämpfer die Bewegungen der Black Widow analysiert und adaptiert, um sie sogleich zu kopieren und gegen sie einzusetzen. Es dauert keine zehn Sekunden und selbst der völlig unvorbereitete Zuschauer weiß, was man hier bezwecken wollte. Apropos Fights: Die erste Zusammenkunft zwischen Natasha und Yelena wird auch über einen Kampf beschrieben, was für erstaunlich wuchtige und rohe Momente sorgt. Wenn die beiden „Schwestern“ aufeinander treffen, ist die Eleganz der Romanoff plötzlich ein wenig Geschichte. Witzigerweise macht sich Yelena bald darauf über ihre große ehemalige Beschützerin lustig und wirft ihr „Poserei“ vor. Nicht ganz zu Unrecht, wie man sagen muss – ein wirklich witziger selbstreferenzieller Gag, der auch von der von Sarkasmus geprägten Beziehung der beiden zeugt und den Yelena nach knapp 100 Minuten süffisant kommentieren darf. Florence Pugh, die man seit Fighting with my Family eigentlich nur lieb haben kann, ist übrigens eine klasse Besetzung an Johanssons Seite.

Sie bringt das jugendlich Ungestüme in die Zweierbeziehung, während Natasha hier die Erfahrene geben darf. Gleichzeitig hat Yelena die bittereren Erlebnisse machen müssen, was ein gewisses melancholisches Element mit sich bringt. Trifft die Familie dann nach 70 Minuten zusammen, ist das Anlass für ein bisschen wehmütiges Zurückblicken, das von befreiendem Humor gekontert wird. Es ist schon witzig anzusehen, wie Alexei versucht, sich in seinen Red-Guardian-Anzug zu quetschen, auch wenn David Harbour in der Rolle die Nerven etwas arg strapaziert.


Über ein paar logische Ungereimtheiten muss man zudem auch hier hinwegsehen. Wie kann bspw. dieses Serum sämtliche Kämpfe und Aktionen überleben, die bis zur endgültigen Sicherung über die Ampullen hinweg fegen? Und warum zum Red Guardian lässt sich dieser mit überlegener Physis ausgestattete Kerl zwei Jahrzehnte lang einsperren, wenn ihm der Ausbruch dann doch so einfach gelingt? Ein bisschen mehr Feingefühl und Timing und er hätte weder Natasha noch Yelena dafür gebraucht – ein paar hundert Kilometer Eiswüste hätte er dann sicher auch noch überwinden können. Ein weiteres Manko hat Black Widow zudem, womit wir wieder bei den Gründen sind, warum der Film am Ende emotional nicht so zupackt. Denn wir erfahren nicht, wie es Natashas Familie bis zu den Ereignissen von Endgame ergangen ist. Haben sie das Fingerschnipsen überlebt? Zerfielen alle zu Staub? Wie kamen sie zurück [wenn sie es (alle) taten]? Hätte das im Nachhinein nicht noch mehr Bindung geschaffen und Natashas Entscheidung noch einmal verstärkt?
Black Widow beendet eine lange MCU-Durststrecke, die coronabedingt die vierte Phase der Kinofilme hinauszögerte. Der ganz große Wurf ist’s aus emotionaler Hinsicht nicht geworden. Aber immer noch ein sehr guter Actionfilm, der sogar mit mehr Frauenpower aufwarten kann als Captain Marvel. Und wer will nicht noch einmal Scarlett Johansson im schwarzen (oder hier teilweise weißen) Dress der Black Widow sehen?
Autor: Timo Wolters - Copyright Szenenfotos: © Marvel Studios 2021. All Rights Reserved.
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