Ian Lightfoot hat Geburtstag. 16 Jahre wird er alt. Eigentlich ein Tag, an dem man sich freut. Doch Ian vermisst seinen Vater, der verstarb als er noch ganz jung war. Deshalb steht auf seinem Wunschzettel neben wichtigen Teenager-Dingen wie „eine Party feiern“ auch: „Sein wie Dad“.
Ian Lightfoot hat Geburtstag. 16 Jahre wird er alt. Eigentlich ein Tag, an dem man sich freut. Doch Ian vermisst seinen Vater, der verstarb als er noch ganz jung war. Deshalb steht auf seinem Wunschzettel neben wichtigen Teenager-Dingen wie „eine Party feiern“ auch: „Sein wie Dad“. Doch schon Punkt eins scheitert an Ians unbeholfener Schüchternheit gegenüber seinen Mitschülern und potenziellen Feiergästen. Naja, auch ein bisschen daran, dass sein etwas älterer Bruder, der polternde Barley, auftaucht. Barley meint es gut und ist für Ian so etwas wie der Ersatzvater. Aber manchmal schlägt er halt über die Strenge. Die Nähe zum Papa holt sich Ian dann schon mal über eine Cassette mit der Stimme seines Dads.
Als die Mutter jedoch das angedachte Geschenk vom Speicher holt, könnte Ian seinem Vater noch etwas näher kommen. Denn versteckt in einer Decke findet sich ein Zauberstab. Kein Wunder, denn Ian und Barley leben in Newmushroomton, einer Welt voller Elfen (wie sie selbst), Trollen, Einhörnern und anderen bunten Bewohnern. Eine Welt, die mal voller Magie steckte, bevor man sich entschloss, der Zauberei den Rücken zu kehren. Mit dem Zauberstab haben Ian und Barley nun die Möglichkeit, sich ihren Dad für einen Tag wieder herbei zu zaubern. Weil das nicht so ganz funktioniert und sie nur seine Beine materialisieren, machen sie sich auf den Weg durch die magische Welt, um den Papa zu vervollständigen …
Onward ist der Film mit dem geringsten Einspiel aller Pixar-Filme und damit Opfer der Corona-Krise. Mit seinem Kinostart Anfang März konnte er seine Zugkraft weltweit nicht ansatzweise ausspielen und landete final bei gerade einmal knapp über 100 Mio. Dollar. Selbst der bis dato schwächste Pixar, Arlo & Spot, spielte das Dreifache ein und ein Cars 3 (künstlerisch sicher einer der schwächsten Pixar-Filme) kam noch auf 380 Mio. Dollar. Was unfair ist. Denn Onward – Keine halben Sachen beschreibt nicht nur eine fantastisch detaillierte Welt, sondern erzählt auch eine sehr berührende und in der Realität verwurzelte Geschichte. Regisseur Dan Scanlon (der mit Produzentin Korie Rae schon für die Monster-Uni zusammenarbeitete) erinnerte sich seiner eigenen Kindheit und Jugend.
Früh verlor er den Vater und entwickelte eine starke Bindung zum zwei Jahre älteren Bruder. Dieser wurde für ihn Freund und Vaterersatz. Ganz so, wie es Barley für Ian ist – und zwar mit allen Konsequenzen wie bspw. dem Versuch des Abwischens von Tinte im Gesicht durch den alten (igitt) Spucke-Einsatz. Das ist für den etwas unbeholfen wirkenden Teenager, der oftmals peinlich berührt ist, weil er nicht so cool und souverän agiert wie andere, natürlich ein Affront gegen sein Erwachsenwerden. Dennoch wird stets deutlich, wie verbunden die beiden Brüder miteinander sind.
Es wird aber auch deutlich, dass sie ihren Vater vermissen. Und das nicht nur, weil der neue Mann an Mutters Seite ein ziemlicher Trampel ist. Es gibt unerfüllte Sehnsüchte und Wünsche, die vor allem Ian hat. Sehnsüchte, die ihn auf eine Reise schicken, auf der er (ohne es zu merken) seine Wunschliste abarbeitet. Und das begleitet Onward mit ein paar wirklich tollen und fast poetischen Szenen. Der Kniff, den Papa zunächst nur als Unterkörper in die Welt zu setzen, reduziert die Verbindung auf jene aus der Baby- und Kinderzeit Ians und Barleys. Auf jene Phase, in der sie auf dem Boden krabbelten und dem Papa gerade mal bis zu den Knien gingen. Auf diese Weise wird direkt eine Verbindung zu der Zeit hergestellt, als die Jungs von ihrem Vater getrennt wurden. Auch die gemeinsame Tanzszene berührt und zeigt, dass gemeinsame Erfahrungen auch ohne den gesuchten Oberkörper gemacht werden können. Natürlich ist Onward auch witzig. Wenn beispielsweise Zauber schief gehen und Barley plötzlich als kleinere Version seiner Selbst rematerialsiert. Auch die Dynamik zwischen Manticor und Mama Lightfoot sorgt für amüsante Szenen. Dennoch ist der aktuellste Pixar-Film eher ein etwas zurückgenommenes Werk geworden. Eines, das Actionszenen wie die Verfolgungsjagd mit den Biker-Feen oder die finale Kampfszene auf ein geringes Maß reduziert, gleichsam aber sehr versöhnlich-melancholische Töne anschlägt.
Ein wenig Gleichnis auf das technologisierte und bequeme Leben der heutigen Generation gibt’s als Zuckerguss obendrauf. Wenn Onward beschreibt, wie durch die Erfindung von Strom, Technik und Bequemlichkeitsfirlefanz die „Magie“ verloren ging, darf man das durchaus mal in Anbetracht unserer heutigen Welt reflektieren. Da sind Einhörner plötzlich fette, müllfressende und zahnlose Rumstreuner und keine kunterbunten und friedlichen Fabelwesen mehr. Und es versteckt sich noch eine Liebeserklärung an Rollenspielfans im Film – gerade an jene, die in ihrem Hobby mehr als nur ein simples „Spiel“ sehen. Ihnen hat Regisseur Scanlon den älteren Bruder Barley geschenkt, der fest daran glaubt, dass die Rollenspiel-Karten auf dem echten Leben basieren.
Schade, dass neben den wirklich bewegenden Momenten und den sympathischen Figuren und trotz der eigentlich kunterbunten Fantasiewelt nur wenig Eigenständiges produziert wird. Sowohl die Optik der Fabelwesen als auch die generelle Atmosphäre des Films wandelt etwas unentschlossen zwischen Herr der Ringe, Harry Potter und (später) Indiana Jones. Immer wieder fühlt man sich an diese filmischen Vorbilder erinnert, ohne dass ein echter roter Pixar-Faden erkennbar wird. Natürlich ist es aber immer noch besser, auf bewegende Art und Weise andere Franchises zu zitieren als es ungelenk mit einem eigenständigen Uníversum zu versuchen. Aber so ein bisschen fehlt dann doch das typische Pixar-Flair.
Onward – keine halben Sachen ist ein guter Pixar geworden – ein rührender Pixar, dessen zugrunde liegende Story bewegt und der mit leisen Untertönen ebenso gekonnt umgeht wie mit vordergründiger Komik. Letztere kommt kürzer als in anderen Filmen des Studios und die aus unterschiedlichen Filmen entnommenen Bestandteile wirken nicht immer ganz glücklich harmonierend. Wer auf solche Eigenschaften aber keine große Analyse verschwendet, wird 100 Minuten lang sehr gut unterhalten. Das Bild der Blu-ray ist bis auf ganz leichte Unruhen um einige Objekte herum und ein gewisses Überkontrastieren hervorragend. Der Ton hätte etwas mehr Dynamik vertragen können.
Autor: Timo Wolters - Copyright Szenenfotos: © 2020 Disney/Pixar. All Rights Reserved.
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