Test: Onkyo TX-L20D

Onkyo TX L20D newsVerstärker oder Receiver gibt es in allen erdenklichen Variationen. Mit dem Onkyo TX-L20D schickt sich der japanische Hersteller nun an, dass bekannte Muster etwas aufzubrechen. Beim genannten Gerät handelt es sich in erster Linie um einen 2.1 Netzwerk Stereo Receiver der neben der klassischen Musikwiedergabe, als auch als Mediazentrale fürs Wohnzimmer dienen kann. Eine Fülle an Schnittstellen und HDMI-Anschlüssen, sowie 4K/60fps-Support ermöglichen dieses. Die komplette Auflistung beinhaltet dazu unser ausführlicher Testbericht inkl. Video.

Wie bereits angedeutet, begibt man sich mit dem Onkyo TX-L20D in neue Gefilde. Dies beginnt schon mit der Designsprache sowie der Bauhöhe, welche Firmenintern bzw. auch nach außen hin schlichtweg als „Slimline-Serie“ bezeichnet wird. Diese wurde im Rahmen der IFA 2016 vorgestellt und präsentiert nun ein eigenes Produktfeld. Der TX-L20D stellt in diesem Zusammenhang das Stereo-Derivat dar. Die 5.1-Ausführung ist ebenfalls als Onkyo TX-L50 erhältlich. Unser Testobjekt geht aktuell (12/2016) für rund 450,- EUR über die virtuelle Ladentheke.

Für den einfacheren Einstieg haben wir ein ausführliches Video erstellt, gefüllt mit Informationen und Detaileindrücken und an dieser Stelle verlinkt. Aber kommen wir direkt zum Wesentlichen und zählen mal in abgekürtzter Version auf was unter der Haube steckt; 2x 80 Watt pro Kanal (4 Ω), HDMI mit HDCP 2.2 (4K/60fps, 4:4:4 Farbunterabtastung), HDR nach BT.2020-Standard, ARC mit CEC-Unterstützung, DAB+ / UKW-Tuner, Bluetooth und viele Streaming-Schnittstellen. All dies werden wir im Laufe des Artikels aufarbeiten und auf die Funktionalität hin betrachten. Zum Lieferumfang zählen folgende Teile:

 

Lieferumfang

Onkyo TX L20D opener

Die Designsprache zeigt deutlich auf, welche Zielgruppe bei diesem Gerät im Fokus steht. Wahlweise stehen die Farben Schwarz oder Weiß zur Auswahl. Die Front besteht dabei aus in Klavierlackoptik lackiertem Kunststoff, doch dazu auf der nächsten Seite aber mehr.

Onkyo TX L20D 23

Die Verpackung schützt den hochwertigen Stereo- Receiver ausreichend gegen Umwelteinflüsse und Beschädigungen. Im Lieferumfang befindet sich alles, um mit der Installation des Receivers direkt loslegen zu können. Nachfolgend noch alle wichtigsten Eckdaten:

 

Onkyo TX-L20D im Überblick
 Ausgangsleistung  85 W/Kanal 4 Ohm
 Preis
 ca. 450,- EUR
 Hersteller-Homepage  www.onkyo.de
 Frequenzgang  10Hz - 40 KHz
 Lautsprecherimpedanz  4 Ohm - 8 Ohm
 Konnektivität   Wi-Fi / WLAN (IEE 802.11 a/b/g/n-Standard, 2,4/5-GHz-Band
  LAN 10/100MBit (10BASE-T/100BASE-TX)
  Bluetooth (4.1+LE - 2,4 GHz Band)
  AirPlay
  Google Cast
  FireConnect

 
 Wiedergabeformate  MP3 (44,1 kHz, 48 kHz - 8 und 320 kbps)
 ▪ WMA 44,1 kHz, 48 kHz, WMA Pro/Voice Lossless kein Support)
 ▪ WAV (44,1, 48, 64, 88,2, 96, 176,4 und 192 kHz - 8, 16, 24 Bit)
 ▪ AIFF (44,1, 48, 64, 88,2, 96, 176,4 und 192 kHz - 8, 16, 24 Bit)
 ▪ FLAC (44,1, 48, 64, 88,2, 96, 176,4 und 192 kHz - 8, 16, 24 Bit)
 ▪ LPCM (44,1 und 48 kHz bei 16 Bit)
 ▪ AAC (44,1, 48, 64, 88,2, 96, 176,4, 192 kHz - 8, 16 , 24 Bit)

 ▪ Apple Lossless (44,1, 48, 64, 88,2, 96, 176,4, 192 kHz - 16, 24 Bit)
 ▪ DSD (DSF/DSDIFF; 2,8 MHz, 5,6MHz),  VBR werden unterstützt, evtl.
           nicht korrekt angezeigt. Remote Wiedergabe wird nicht unterstützt
 
 Streaming-Dienste  TuneIn, Spotify und Deezer vorinstalliert
 Audio-Eingänge  4x digital (2x optisch 2x coaxial)
 6x analog (ohne Phonoeingang)
 1x Phono-Eingang (MM)
 Tuner  UKW/DAB/DAB+ Tuner mit 40 Senderspeicher
 
 Video-Eingänge  4x HDMI out (HDCP 2.2) 
 1x HDMI in (ARC)
 Video-Features  ▪ 4K/60p, 4:4:4-Farbunterabtastung
 ▪ HDR (High Dynamic Range) nach BT.2020-Standard
 ▪ CEC Multilink-Gerätesteuerung
 Audio-/ Video-Support Dolby TrueHD, Dolby Digital Plus, Dolby Surround, DTS-HD Master Audio, DTS High Resolution, DTS 96/24, DTS-HD Expres, DVD-Audio, Super Audio CD, Mehrkanal-PCM
 
Stromverbrauch  Betrieb: 55 W
 Kein Ton: 16 W
 HDMI-Standby: 2 W
 Netzwerk-Standby: 2 W
 Standby: 0,38 W
 Abmessungen  435x 70x 331 mm (B x H x T)
 Gewicht  4,0 kg
 Garantie  2 Jahre

 


 

Das Äußere - Design und Features

Wie bereits schon eine Seite vorher angedeutet, geht dieser Receiver in Punkto Design einen komplett neuen Weg. Erstmals findet die Farbe Weiß den Weg an ein Receiver- / Verstärker-Produkt von Onkyo. Wo wir auch schon direkt beim Thema wären. Die Front hat einen Hochglanz-Klavierlack-Überzug erhalten und besteht aus Kunststoff. Das restliche Chassis ist, wie auch von anderen Modellen bekannt, im gewöhnlichen und zugleich lackierten Stahlblech gefertigt. Trotz des kombinierten Einsatzes von Kunststoff und Stahlblech vermittelt das Gerät eine hochwertige Haptik. Auch dank farblich akzentreichen Einsatz bei den Steuerelementen.

Onkyo TX L20D 15

Die Bedienelemente folgen der neue Designsprache von Onkyo und sind nur mit wenigen Steuerbuttons vertreten. Zwei Schalter für die Auswahl der Eingangsquelle, einen 3,5mm Klinkenstecker und der USB-2.0-Port für den Anschluss eines externen Speichermediums stehen bereit. Beim Dateiformat bleibt sich schon fast „treu“ und reglementiert dies wieder auf FAT16 bzw. FAT32. Wenn man das entwicklungstechnisch betrachtet sind Dateiformate aus dem letzten Jahrtausend, aber aus Kompatibilitätsgründen durchaus nachvollziehbar. Immerhin hat schon eine USB-2.0-Schnittstelle den Weg ins Gehäuse gefunden. Entweder über diese Schnittstelle oder via Netzwerk kann der Anwender seine Musik-Files dann abspielen, zu denen der Hersteller u.a. auch DSD-Formate mit 2,8MHz und 5,6 MHz zählt, die laut Angabe decodiert und direkt aus dem Netzwerk wiedergegeben werden können.

Onkyo TX L20D 03

Onkyo TX L20D 04 Onkyo TX L20D 04
Anschlussvielfalt - für einen Stereo-Receiver neu - die HDMI-Anschlüsse

Werfen wir unsere Blicke auf die Rückseite des Gehäuses. Dort finden wir besagte Anschlüsse vor, die den TX-L20D aktuell mit einigen Alleinstellungsmerkmalen daherkommen lassen. Es stehen in Summe vier HDMI-Eingänge (HDCP 2.2) und ein HDMI-Out (ARC) zur Verfügung. HDCP 2.2 hat in diesem Zusammenhang eine Bedeutung, dass so u.a. auch UHD-Player angeschlossen oder besser gesagt 4K-Signale (60 Frames), zum Beispiel von Set-Top-Boxen an den Receiver weitergegeben und dann als Bild durchgeschliffen werden können.

Onkyo TX L20D 04 Onkyo TX L20D 04

Steht ein geeignetes TV-Gerät parat, kann man auch von HDR mit BT.2020-Standard Gebrauch machen, was in der Praxis ein nochmal intensiveres Bild nach sich zieht. Des Weiteren gibt es zwei analoge Eingänge, zwei digitale in Form von koaxialen und optischen Anschlüssen, einen Subwoofer-Pre-Out, der RJ-45-Stecker als Netzwerkschnittstelle und die Lautsprecherklemmen. Letztere sind auch Bannanenstecker-tauglich. Diese dürfen lediglich einen Durchmesser von 4 mm nicht überschreiten um zu passen. Die beiden Antennen sind für die Wi-Fi- und Bluetooth-Verbindung zuständig. Zu guter Letzt wäre noch der Schraubanschluss für die DAB+/UKW-Antenne zu nennen.

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Puristische Designsprache an der Front - weniger ist Mehr

Für die kabellose Kommunikation bzw. Musikwiedergabe, was ja auch eines der Haupt-Features des TX-L20D darstellen soll, hat der Anwender Bluetooth, Wi-Fi oder eben den nativen Netzwerkanschluss als Zuspielung zur Verfügung. Mittels Bluetooth kann bequem von einem mobilen Endgerät Musik auf den Receiver eingespeist werden. Richtet mit man Wi-Fi ein, bieten sich die integrierten Streaming-Dienste wunderbar für die Wiedergabe von Musiktiteln an. Ein DLNA-Zugriff ist ebenfalls möglich, sofern das Gerät mit dem entsprechenden Netzwerk verbunden ist. Eine weitere Möglichkeit stellt auch die eigene Onkyo-App dar, welche wir im Praxistest noch einmal genauer betrachten werden.

Onkyo TX L20D 14

Wie schon die Front, ist das Chassis in einem Weißen Farbton lackiert. Anders als die Kunststofffront, ist die Gehäuseabdeckung aus Stahlblecht gefertigt. An der Oberseite befinden sich die Belüftungsöffnungen. Warum, wieso und weshalb muss an dieser Stelle nicht mehr groß erklärt werden. Anders als bei „größeren“ Stereo-Receivern fallen die Lüftungsschlitze aber merkbar kleiner aus, was sicherlich auf die „kleine“ technische Ausstattung zurückzuführen ist, wie wir auf der nachfolgenden Seite auch sehen werden. Die Verarbeitung erscheint durchaus gelungen und solide, wirft keine Kritikmöglichkeiten auf und präsentiert gerade das Weiße Modell in gutem Licht.

Onkyo TX L20D 21

Das dreistufig dimmbare Display ist auch bei diesem Onkyo-Produkt wieder dabei. Inzwischen darf man schon sagen „endlich“ sagen, erfolgte der Wechsel auf ein weiß / bläuliches LCD, was an dieser Stelle aber auch wieder subjektiver Natur sein kann. Informationen werden gut aufgelöst dargestellt und in der höchsten Einstellung wird es als sehr kräftig leuchtend empfunden.

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Bei der Fernbedienung legt man ein Einheitsprodukt bei, welches inzwischen vermehrt auch bei anderen AVR-Produkten von Onkyo zu sehen ist. Nichts Spektakuläres oder qualitativ Herausragendes. Die Fernbedienung liegt gut in der Hand, besteht komplett aus Kunststoff und weist im Grunde eine gute Ergonomie auf. Auf der nächsten Seite wagen wir einen Blick der unter die Haube des Receivers und schauen uns die umgesetzte Verarbeitungsqualität an.


 

Technische Ausstattung

Wie es sich für einen anständigen Musik-Server schickt, unterstützt der TX-L20D alle erdenklichen Streaming-Dienste, welche nebenbei erwähnt, mit eigener Schnittstelle in der GUI daherkommen. Neben dieser Möglichkeit wird auch eine Fülle an hochauflösenden Wiedergabeformaten unterstützt, zwar nicht alle, aber die große Masse wofür sich wohl auch die meisten Anwender interessierten dürften. Darunter fallen u.a. MP3, WMA, WAV, AIFF, FLAC, LPCM, AAC, Apple Lossless und DSD-Files mit 2,8 MHz sowie 5,6 MHz Abtastfrequenz. Auch bietet der Receiver eine Unterstützung für DLNA 1.5 und kann somit problemlos, im heimischen Netzwerk, vorliegende Musikdateien streamen. Das verbaute WiFi-Modul unterstützt die a/b/g/n Standards und die kabelgebundene Variante ist ein 10/100Mbit Anschluss. Bluetooth liegt in der 4.1 Version vor und ist kompatibel mit den A2DP, und AVRCP Profilen. Die Unterstützung für aptX fehlt auch hier wie schon beim Onkyo TX-8150.

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Ein umfangreicher Komponentenaufbau war jetzt beim TX-L20D nicht zu erwarten. Dafür kann er mit einer soliden und gut umgesetzten Verarbeitung im Innenraum punkten. Alle Kabel sind sauber verlegt, das subjektive Empfinden, dass hier alle Bauteile gut integriert wurden, stellt sich schnell ein. Als Ausgangsnennleistung stellt der Onkyo Receiver 85 Watt bei 4 Ohm auf beiden Kanälen zur Verfügung. Ganz sicher keine Spitzenwerte oder neue Leistungsreferenzen, aber das will das Gerät auch gar nicht überbringen oder anstreben. Eine sinnvolle Alternative hinsichtlich der Leistung stellt zum Beispiel der ebenfalls von uns getestete Onkyo TX-8150 dar.

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Digitaler Sound-Prozessor: Cirrus Logic CS49844-CQZ

Als einer der zentralen Komponenten wäre wohl der Cirrus Logic Sound-Prozessor zu nennen, der auch in anderen Modellen zum Einsatz kommt. Nicht in exakt gleicher Ausführung, dass lässt sich an dieser Stelle nicht pauschalisieren, aber Onkyo setzt auf dieses Bauteil. Warum oder weshalb? Diese Sound-Prozessoren sind für die Verarbeitung der Fülle an Tonspuren verantwortlich, die als Möglichkeiten eingespeist werden können. In der vergangenen Monaten gab es auch viel Wind um die anstehenden Firmware-Updates für die Chips, so dass nun auch DTS:X decodiert und als Ton ausgegeben werden kann. Inzwischen wurde dieses Update für alle 2016er Onkyo-Modelle ausgerollt.

Onkyo TX L20D 10 Onkyo TX L20D 10

Onkyo TX L20D 10 Onkyo TX L20D 10

Der Stromverbrauch bei normalem Betrieb soll 55 Watt betragen. Der Hersteller gibt auch noch weitere Szenarien an. Im Praxisteil haben wir die exakten Werte dokumentiert. Auf der nächsten Seite geht es weiter mit der Steuerung per Onkyo-Remote-App.


 

Onkyo Remote App

Um alle Einstellungen die den Receiver betreffen vorzunehmen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Natürlich klassisch die über das TV-Gerät und die Bildausgabe. Setzt man den TX-L20D nicht primär am Fernseher ein, können alle Einstellungen über eine App (iOS sowie Android) vorgenommen werden. Die Onkyo Remote App gibt es an dieser Stelle schon eine ganze Weile, welche inzwischen auch schon von der Onkyo Controller-App flankiert wird, die weiter unten im Absatz betrachtet wird. Bleiben wir bei der Remote-App. Diese ermöglicht die Bedienung aller Funktionen des Receivers, von der Eingangswahl über die Streaming-Auswahl bis zur Abschaltung des Geräts.

Onkyo Remote App 01 Onkyo Remote App 01 Onkyo Remote App 01 Onkyo Remote App 01

Die Anwendung wird klassisch auf dem Smartphone oder anderen mobilen Endgerät installiert. Im Falle des Tests handelte es sich um ein Samsung Note 4. Etwaige Probleme, Abstürze oder Komplikationen beim Verbindungsaufbau, was man in der Vergangenheit des Öfteren gelesen hat, können wir absolut nicht bestätigen. Die App läuft astrein, flüssig, reagiert flott und macht Spaß in der Handhabung. Die Oberfläche ist selbsterklärend, optisch gut aufgelöst und verständlich aufgebaut.

Onkyo Remote App 01 Onkyo Remote App 01 Onkyo Remote App 01 Onkyo Remote App 01

Jedes Menü bietet eine übersichtliche Darstellung und Songs vom eigenen Smartphone lassen sich problemlos über das WLAN abspielen, ohne vorher sich mit Bluetooth verbinden zu müssen. Hat man zum Beispiel am Gerät selbst die Verbindung zu einem Streaming-Dienst bereits konfiguriert, muss das in der App nicht noch einmal getan werden. Die Informationen werden automatisch synchronisiert. Wer möchte kann sich auch ein 1:1-Abbild seiner Fernbedienung auf dem Smartphone spiegeln lassen. Subjektiv bemessen ein nettes Features, aber für den täglichen Gebrauch wird man wohl weiterhin zur klassischen Fernbedienung zurückgreifen.

Die DLNA-Funktion ist auch durchdacht umgesetzt, so kann man sich entweder für die abgelegte Ordnerstruktur entscheiden, oder den Auswahlprozess über spezifische Musikstück-Parameter, wie Interpret oder Album, wählen. Praktisch ist die Funktion zum An- bzw. Abwählen einzelner Menüpunkte. Hier kann sich jeder Benutzer seine eigene Menüstruktur zusammenstellen und stolpert nicht ständig über Dienste, die er nicht benötigt.

Onkyo Remote App 09 Onkyo Remote App 01 Onkyo Remote App 01 Onkyo Remote App 13

Die elementare Bedienung wurde in der Onkyo-Remote App natürlich nicht vergessen und so ist z. B. die Lautstärkeregelung, Tiefen- und Höhenregelung hier wieder zu finden. Um den Stereo-Receiver auch per App starten zu können, muss man Ihn in den Netzwerk-Standby Modus versetzen. Diese nützliche Funktion erlaubt es jederzeit per App den Receiver zu starten, verbraucht aber im Schnitt ca. 2,0 Watt pro Stunde. Der "normale" Standby des Receivers liegt hier bei knapp 0,38 Watt pro Stunde, macht den Receiver aber nur mit der "richtigen" Fernbedienung aus dem Schlaf erweckbar. Probleme oder ein instabiles Verhalten wie wir es schon im Zusammenhang mit dem Test des TX-8150 anmerkten, scheinen inzwischen behoben und es ist ein absolut stabiler und zufriedenstellender Betrieb möglich.

 

Onkyo Controller-App

Die Controller-App ist quasi die nächste Stufe in der Steuerung der Onkyo-Produkte. An dieser Stelle hat man nochmal Designtechnisch eine Schippe drauf gepackt und optimiert. Man sieht direkt den Unterschied im Aufbau. Inhaltlich ist alles ziemlich identisch und man findet, wenn auch nicht sofort, alle Einstellungspunkte wie bei der Remote-App wieder.

Onkyo Controller App 01 Onkyo Controller App 01 Onkyo Controller App 01 Onkyo Controller App 01

Onkyo Controller App 01 Onkyo Controller App 01 Onkyo Controller App 01 Onkyo Controller App 01

Der Aufbau der einzelnen Buttons ist so gestaltet, dass man z. B. das Smartphone 1:1 als Fernbedienung nutzen kann. Ob man dies auch so macht, ist wohl absolute Geschmacksfrage. Auch findet man nun noch mehr gestalterischen Möglichkeiten was den Multiroom-Betrieb angeht. So lassen sich einzelnen Zonen mit eigenen Bildern versehen, wie man es beispielsweise von Yamaha mit MusicCast kennt. Im Grunde genommen ein entschlackte App mit dem gleichen Anwendungsumfang. Am Ende muss jeder selbst probieren womit man besser klar kommt.

 

Weboberfläche 

Zusätzlich bietet der Onkyo TX-L20D noch die Möglichkeit, dass sich über ein Web-Interface gewisse Parameter einstellen lassen. Hier kann eine feste IP hinterlegt oder die generelle Netzwerk-Verwaltung vorgenommen werden.

Onkyo Webinterface 01 Onkyo Webinterface 02

 


 

Klangcheck / Praxis

Der eine mag sagen, es sei überdimensioniert, der andere sagt, dass es passt. Die Rede ist von der verwendeten Lautsprecher-Kombination. Wir haben an den Onkyo jeweils ein Paar Teufel Definion 3 sowie die kleineren Modelle, die Teufel Definion 3S angeschlossen und waren natürlich auf die Hörergebnisse gespannt. In beiden Fällen steht dem Receiver ein potentes Lautsprecherpaar zur Seite welches die Elektronik zu fordern weiß. Anschlossen wurden die Lautsprecher über ein klassisches Kupferkabel. Lautsprecherseitig mit Bananenstecker, am Receiver an der Klemme festgedreht. Bei der Wiedergabe haben wir uns die Hi-Res-Wiedergabe vom Streaming-Dienst TIDAL gestürzt, sowie via DLNA einige weitere Titel abgespielt, die nicht der klassischen Formats-Norm entsprechen.

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Im Bild: TechniSat UHD+ 55 SL, Onkyo TX-L20D, Teufel Definion 3

Mit den 2x 85 Watt Leistung pro Kanal (4 Ω) bringt der Receiver eine grundsolide Leistung mit. Sicherlich ist mit dieser Lautsprecherkonfiguration mit einem höherwertigen Gerät mehr herauszuholen, die Funktion und der Klang ist trotzdem keineswegs als schlecht zu bezeichnen.

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Track- oder Geräteinformationen werden immer im Display angezeigt

 

Klangcheck

David Elias

Für die erste Hörprobe entschieden wir uns für eine Hi-Res DSD64 2.8 MHz Datei vom Künstler David Elias. Der Song Vision of her ist ein Demo Song von David Elias und kann hier in verschiedenen Formaten kostenlos heruntergeladen werden. Neben der musikalischen Wiedergabequalität sollte an dieser Stelle genannt werden, dass auch dieses vermeintlichen Einstiegsmodell (TX-L20D) DSD64-Files (2,8 MHz) problemlos abgespielt werden können. Eingespeist wurde dieser Track über das Netzwerk. Als Quellmedium diente uns eine WD My Cloud Mirror Gen.2. ABER: der Titel wird lediglich decodiert, nicht 1:1 wiedergeben.

Schon bei der Eröffnung des Songs merkt man dem digitalen Medium die sehr hochwertig produzierte Aufnahme an. Der klare Sound zieht einen direkt in den Bann. Der Onkyo- Receiver zeigt, wenn es nötig ist, kann er auch ein Feingeist sein und überzeugt mit einer schönen detaillierten, fein aufgelösten Wiedergabe, die auch eine tolle Dynamik mitbringt. Die einzelnen Gitarrenriffs werden klasse wiedergeben und untermauern den qualitativen Unterschied deutlich zu anderen Formaten. Dank der klanglichen Präzision macht der Song einfach nur Spaß und ist ideal zum Entspannen geeignet.

 

Im nächsten Schritt wollen den beim Netzwerk-Stereo-Receiver mit einem Streaming-Titel befeuern. Dies wurde auf zwei Arten eingespeist. Zum einen via Bluetooth und zum anderen direkt von der Streaming-Schnittstelle die sich direkt auf dem Gerät befindet. Als Anbieter wählten wir TIDAL, da an dieser Stelle auch Hi-Res-Material im FLAC-Format (1024 kbit/s) abgerufen werden kann. Es sollte erst einmal weiter ruhig bleiben (…)

 

London Grammar If you waitMit den britischen Newcomern London Gramma war die Wahl schnell entschieden. Als Titel wurde Nightcall ausgewählt, dessen original von Kavinsky stammt und dem Film „Drive aus dem Jahre 2012 ein unvergessliches Image verpasste. Die neu aufgelegte Version schlägt eine komplett andere, vor allem höchst instrumentale und gesangliche Note ein. Der Einstieg erfolgt wunderbar harmonisch, lässt gefühlt eine Ewigkeit das Piano erklingen, welches am besten gar nicht aufhören sollte zu spielen. Der Titel steigert sich langsam hinein, was den Definion 3 wunderbar liegt und diese in einer hervorragenden kristallklaren Stimmwiedergabe münden lassen – befeuert vom Onkyo TX-L20D.

Die aufgebaute Bühne ist, gemessen an der Ausrichtung der Lautsprecher, als phänomenal zu bezeichnen. Beim Einsetzen des elektronischen Parts kommt dann zusätzlich auch noch die pure Leistung der Lautsprecher zum Vorschein, welche die langhubigen Tieftöne des Songs gut unterstreicht. Der Wiedergabeklang ist als warm, angenehm und stimmig zu bezeichnen. Um es kurz machen, der Track schmeckt dem Receiver sehr gut.

 

led zeppelin stairway to heavenIn der letzten Runde lassen wir uns 8 Minuten und 2 Sekunden lang von Robert Plant berieseln. Besser bekannt mit seiner Band Led Zeppelin. Genauso wie die beiden Tracks zuvor, steigert auch dieser sich so wunderbar hinein und bildet unglaublich viele instrumentale Facetten ab, die die Lautsprecher zu meistern haben, nein, gemeistert haben! Ob nun Stimme, (Bass)-Gitarre oder das Schlagzeug, alles wird so herrlich mitreißend abgespielt, dass man sich direkt 40 Jahre zurückwünscht um diese Musiker Live erleben zu können.

Das Zusammenspiel aus Stimmenleistung und den klassischen „Rock-Instrumenten“ werden über die Lautsprecher exzellent groß dargestellt, das man sich im Anschluss des schon fast epochalen Gitarrensolos erst einmal 10 Minuten vom Track erholen muss. In diesem Sinne: Disziplin mit Bravur bestanden. Wir könnten dies jetzt noch um ein vielfaches weiter treiben, würde vermutlich aber über das Ziel hinaus schießen. Mit den drei vorgestellten Tracks war unserer Meinung ein recht großes Portfolio auf den Prüfstand gestellt.

 

Auch wenn der TX-L20D schnell als Einstiegsgerät abgestuft werden kann, so eignet er sich wunderbar seine musikalischen Interessen selbst zu entdecken und bietet darüber hinaus mehr als genügend Multimediale Fähigkeiten für den Heimkino-Betrieb. In Anbetracht der Leistungsdaten liefert der Receiver ein überzeugendes Bild ab. Kommen wir nun abschließend nun zum Fazit.

 


 

Fazit

Zu nennen gibt es vieles, aber nicht alles passt hier an dieser Stelle hin. Der Onkyo TX-L20D hinterlässt, auch auf Grund seiner Funktions- und Anschlussvielfalt mehr als nur einen überzeugenden Eindruck. Er zählt zu den ganz wenigen Netzwerk-Stereo-Receivern welche zusätzlich mit HDMI- bzw. Video-Schnittstellen daherkommen, was ihn auch zum vollwertigen AVR avancieren lassen. Ohne dabei aber gänzlich die eigentliche Aufgabe, die Stereo-Wiedergabe, aus den Augen zu verlieren. Neben den klassischen analogen und digitalen Schnittstellen, kann der Receiver auch als vollwertiger Streaming-Server fungieren. Die Möglichkeiten sind, auch dank der jeweiligen Onkyo Remote- oder Controll-App ausgeprägt vielfältig.

Neben der Ausstattungskombination steht auch die neue Designsprache hoch im Kurs. Die im Vergleich extrem flache Bauweise will sich neue Kundegebiete erschließen. So hat man gleich eine neue Slim-Serie aus der Taufe gehoben. Der Onkyo TX-L20D stellt dabei die Stereo (2.1) Lösung dar, der große Bruder Onkyo TX-L50 ist dabei die 5.1-Ausführung. Unserem Testmuster können wir eine klare Kaufempfehlung aussprechen, sofern man sich komplett mit den Gegebenheiten des Produkts anfreundet. Der Zwiespalt war bereits nach der Ankündigung recht groß; betrachtet man das Ganze objektiv wird man feststellen, dass es so gut wie keine Alternativen in diesem Segment gibt. Aktuell erscheint der Straßenpreis (12/2016) von rund 450,- EUR noch ein wenig hoch, eine Anpassung durch den Markt ist absolut wünschenswert. Der Receiver kann u.a. direkt bei Amazon erworben werden.

 

 

Onkyo TX-L20D Netzwerk-Stereo-Receiver 
Schicker Slimline-StereoReceiver mit massig Ausstattung im Heimkino-Features - 23.12.2016

 
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   Pro  Contra    
  + puristisches und edles Erscheinungsbild 
+ Stereo-Receiver + HDMI-Schnittstellen
+ UHD-Kompatibel (4K/60p, HDR BT.2020)
+ Onkyo-Remote und Controller-App
+ Konnektivität / Zuspielmöglichkeiten

+ viele unterstütze Audioformate (HiRes tauglich)
+ im Vergleich sehr geringe Bauhöhe

+ homogenes Klangbild 
+ leistungsstarke Endstufen


 - im Vergleich (AVR) recht hoher Preis
 








Onkyo TX L20D opener  

 

 Empfehlung TX L20D k

 

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Diskutiert diesen Artikel im Forum (4 Antworten).
Gesendet: 13 Jan 2017 10:05 von Botter #969
Marcels Avatar
Da muss ich dich wohl leider enttäuschen, denn der primäre Kühlkörper ist von unten aus mit der Platine verschraubt. Um den abnehmen zu können, müsste das komplette Innenleben herausgenommen werden, und das lässt sich nicht ohne weiteres realisieren. Sorry. :)
Gesendet: 12 Jan 2017 16:59 von lolo_90 #967
lolo_90s Avatar
Mit meiner Frage meine ich ein Foto ohne den Kühlkörper. Damit man den verbauten Verstärkerchip erkennen kann und mit der 5.1 Version vergleichen kann.

Grüsse
Gesendet: 12 Jan 2017 16:32 von Botter #966
Marcels Avatar
lolo_90 schrieb:
Danke für den Test. Sehr ausfühlich und schön zum Lesen.

Wäre es möglich noch ein Foto des Verstärkerchips ohne Kühlkörper zu schiessen?

Danke für die Blumen, aber was meinst du denn genau mit "Verstärkerchip"? Lässt sich das ein wenig präzisieren? :)
Gesendet: 05 Jan 2017 15:41 von lolo_90 #955
lolo_90s Avatar
Danke für den Test. Sehr ausfühlich und schön zum Lesen.

Wäre es möglich noch ein Foto des Verstärkerchips ohne Kühlkörper zu schiessen?