audio physic CODEX im Hörtest vorgestellt

logo audio physicEine interessante Neuheit haben wir mit den audio physic CODEX auf den Norddeutschen Hifi Tagen ausgemacht. Der deutsche Lautsprecher-Hersteller präsentierte der breiten Öffentlichkeit ein Modell, welches einen interessanten Aufbau mit integriertem Subwoofer beherbergt. Wir haben einmal Probe gehört und den Innenaufbau näher betrachtet.

Die Lautsprecher als solches gab es bereits auf der High End 2016 das erste Mal zu sehen. Die Leistungsdaten sind mindestens genauso beeindruckend wie der gesamte Aufbau und deren Optik. Der rund 1,20m hohe Lautsprecher hat ein Mehrkammer-Design spendiert bekommen und darüber hinaus einen integrierten Subwoofer (270mm - Langhub) verbaut. Direkte Bassreflexöffnungen gibt es nicht im gewöhnlichen Sinne. Die zu Boden ausgerichtete Öffnung wird mit offenporingem Keramikschaum ausgefüllt, der auch in den anderen Öffnungen zwischen den einzelnen Kammern zu finden ist. Sicherer Halt soll mittels Aluminium-Traversen mit M8-Gewinden für Spikes optionalen VCF-Füßen.

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Das aufwändige Design ist in vielen verschiedenen Versionen und Dekoren erhältlich. Die Frontpartie ist dabei als sichtbarer Versatz angebracht, bei den „Holzausführungen“ wird diese kleine Kante noch weniger erkennbar. Das Gehäuse wirkt nochmals mehr wie aus einem Guss. Als Chassis verbaut der Hersteller ganz oben einen 180mm Langhub-Tiefmitteltonlautsprecher. Darunter einen 39mm HHCT III Hochtonlautsprecher und an dritter Position schlussendlich einen 150mm HHCM III Mitteltonlautsprecher.

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Neben den drei Chassis hat man dem Unterbau bzw. dem was im Gehäuse steckt sehr große Aufmerksamkeit geschenkt. Die innere Struktur ist auf Grund der vielen einzelnen Kammern als sehr stabil zu bezeichnen. Man will durch die Sandwich-Bauweise mit dauerelastischer Mittelschicht das „Kabinett beruhigen“. Des Weiteren soll sich auch ein akustisches Eigenleben unterbunden werden. Pro Lautsprecher wird ein Nettogewicht von 44kg auf die Waage gebracht. Die empfohlene Verstärkerleistung wird von 40 – 250W (4 Ohm) angegeben. Der Frequenzbereich kann von 25 Hz bis 40 kHz wiedergegeben werden.

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Im kurzen Hörcheck präsentierten sich die audio physic erstaunlich druckvoll. Der verbaute Subwoofer gibt sich optisch dem Hörer nicht zu erkennen, da er komplett intern verbaut ist. Der ca. 40m² große Raum wurde mit kräftigen Tieftönen und einer sehr detaillierten Mittel- bzw. Hochtonwiedergabe gefüllt. Beim Preis liegt der Einstieg bei circa 10.000 EUR pro Paar. Je nach dem welches Design und Farbe man wählt, steigt dieser noch an.

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Diskutiert diesen Artikel im Forum (3 Antworten).
Gesendet: 22 Mai 2017 16:10 von Michlschering #1133
Michlscherings Avatar
Hallo Matthias,

insgesamt war der zweitägige Besuch auf der High End sehr interessant und geprägt von vielen positiven Eindrücken und netten Leuten.

Es kam allerdings der Vedacht auf, dass die Standmieten besonders für kleinere Unternehmen sehr hoch sind. In den unteren Hallen haben viele kleinere Firmen wegen Platzmangel oder mir unbekannten Gründen auf Hörräume verzichtet und nur ausgestellt. (Natürlich ist mein Standpunkt der eines Endkunden. Dass es sich bei der High End nicht um eine ausschließliche Consumer Messe handelt ist mir klar).

Trotzdem lässt sich dieses Phänomen auch an anderen Deutschen Messegesellschaften und in anderen Branchen beobachten.
Die zum Teil exorbitanten Mieten zwingen die Firmen zu Kooperationen mit anderen Firmen, um sich die Mieten zu teilen. Nicht immer fruchtbare Partnerschaften.

Insgesamt aber sehr interessant, um einen Einblick in den Markt zu bekommen.
Highlights waren für mich die netten Leute und knackigen Schieferlautsprecher bei Fischer und Fischer, die wunderschönen pmc mit ihrem "großen" Transmissionline-Klang, und natürlich die musikalischen Kudos Lautsprecher. Die große Titan war wie ein Feuerwerk. So eine tolle Konzert-Atmosphäre habe ich bei einem Lautsprecher noch nie gehört.

Einzige Enttäuschung war die Codex. Ich hatte mir im Vorfeld von ihr sehr viel versprochen. Aber werde ihr natürlich bei einer nächsten Gelegenheit wieder eine Chance geben. Hoffentlich dann an anderer Elektronik.

Beste Grüße,
Michael
Gesendet: 22 Mai 2017 15:22 von firstmad #1132
firstmads Avatar
Hallo Michael,

danke für diesen ausführlichen Bericht :) Wir hatten uns den Stand auf den Norddeutschen HiFi-Tagen Anfang des Jahres angeschaut bzw. gehört und haben die Präsentation dort eigentlich recht positiv in Erinnerung, wie wir es auch niedergeschrieben hatten. Auf der High-End 2017 selber haben wir dem Stand keinen Besuch abgestattet und können das nicht wirklich kommentieren...

Schade drum, das dein Besuch so auf der HighEnd so negativ behaftet bleibt. Ich hoffe die Messe selber konnte aber einige Aha Erlebnisse hervorrufen? Oder wie war dein Gesamteindruck?

Gruß Matthias
Gesendet: 22 Mai 2017 15:00 von Michlschering #1131
Michlscherings Avatar
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich muss leider sagen, dass ich von der Vorführung der Codex bei Audio Physic auf der High End 2017 sehr enttäuscht war.
Die Codex wurde nicht von den Leuten von Audio Physic selbst präsentiert, sondern von einem engagierten Hifi- Journalisten, dessen Musikauswahl auf Teufel komm raus innovativ und "besonders" sein wollte. Das ging gründlich in die Hose. Welche verrückte Blasmusik der Dozent in seinen Skiferien hörte war mir herzlich egal. Es sollte doch nicht um die Eitelkeiten eines Journalisten gehen, sondern um die Präsentation eines ganz normalen Lautsprechers. Zumal die Codex die zum Teil miserablen Aufnahmen nicht adäquat wiedergeben konnte.
Man sollte sich dabei ein Beispiel an den vielen englischen Firmen nehmen: Leidenschaftliche Mitarbeiter wollen dort Ihre Produkte präsentieren und das in einer völlig lockeren Art. Dort werden einfach gute Aufnahmen aller Art gespielt und man setzt sich dazu, wenn Platz ist. Eine völlig andere, symphatischere Atmosphäre.

Da ich selbst Audio Physic höre und den Klang sehr schätze, kann man bei mir eher von einer positiven Befangenheit ausgehen. Aber die Codex hat sich angehört als wäre sie defekt. Schneidende, blecherne Höhen, Mitten etwas zurückversetzt, Bässe so gut wie nicht vorhanden. Bei dem besagten Bläserstück gab es ein Tubasolo, dass sich anhörte, als ob man in die Sicken der Basstreiber Löcher geschnitten hätte. Es ist einfach kein Druck in der unteren Lage entstanden. (Mir ist die gewöhnliche Abstimmung der Lautsprecher bei Audio Physic natürlich bekannt).
Da ich das einfach nicht glauben kann, denke ich an eine schlechte Kombination mit der Elektronik. (Sie war an einer Vorstufe mit Monoblöcken einer Firma aus Serbien angeschlossen (mir unbekannt, Name vergessen)).

Insgesamt wirft der Auftritt von Audio Physic einige Fragen auf.
Hat man die Kombination zuvor nicht getestet? Findet man das Klangbild etwa gut? (Ich muss dazu sagen, dass der Sound über das "Geschmäcker sind verschieden Maß" hinausging. Es klang einfach schlecht und irgendwie defekt)
Wenn man die Kombination nicht getestet hat, was sagt das über die Ordnung und Passion im Hause Audio Physic aus?
Und warum engagiert man jmd. Externes, der das eigene Produkt auf diese unsympathische Art präsentiert?
Ich würde mir es als Mitarbeiter oder Konstrukteur nicht nehmen lassen, mein Produkt mit meinen Referenzliedern selbst vorzuführen.

Insgesamt ein bemerkenswerter Auftritt. Es wäre wohl besser gewesen, sich die Standmiete bei der High End 2017 zu sparen, denn neue Fans hat die Firma sich dort denke ich nicht gemacht.

Beste Grüße,
auch an Audio Physic,
Michael Schering

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